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Aus der Zusammenarbeit des "Studio-Gottes" Geoff Barrow und der Sängerin Beth Gibbons entstand Dummy -- zur selben Zeit wie ein kurzer Film Noir mit dem Titel To Kill A Dead Man. Die selbe düstere, qualvolle und wild-melodramatische Stimmung durchdringt auch dieses Album. "Sour Times" (der Hit in dem Gibbons wieder und wieder "nobody loves me, it`s true" weint) und das noch gespenstischere "Glory Box" bilden die Stützen dieses Albums und bestimmen seinen Sound. Düstere Klangbilder erinnern an alte Soul- und Filmmusik, dazu entmenschlichtes, hohes Piepen und eine Beth Gibbons, die schmachtend einen Gefühlsausbruch nach dem anderen erleidet. Dazu das stete Pulsieren von Bass und Beats. Dieses langsame Stoßen und Knarzen ist ein Stilmittel, das seinen Ursprung in der Szene von Bristol hat. Eine Szene, aus der auch Barrows frühere Kollegen von Massive Attack stammen. --Douglas WolkINTRO
"Give me a reason ... to love you ... just wanna be a womaaan ... dudududuu." Es regnet. Natürlich regnet's, wir ham ja schließlich Herbst. Ich ziehe die Decke noch ein Stück höher und verschiebe das Aufstehen auf morgen. Der Genuß einer heilenden Kräutermischung versetzt mich in wohlige Stimmung. Und dann noch diese unglaubliche CD, die da im Player rotiert. PORTISHEAD heißt die Band und sie tut unheimlich gut. PORTISHEAD besteht aus einer Sängerin namens Beth Gibbons, 23, und daß dies ihr erster Job als Vokalistin ist, merkt man keine Spur. Sehr relaxter, souliger Gesang mit SINEAD O'CONNOR-wenn-se-gut-is-Intensität. "Sie erfüllt ihren Job wie eine Diva", sagt der Pressetext und ich unterschreibe ihn gerade. Den musikalischen Teil bestreitet Geoff Barrow, auch erst 22 und Soundtüftler aus Berufung. Er arbeitet an einer perfekten Verschmelzung von HipHop und Jazz, mit Samples und abgefahrenen Sounds, das mixt er mit Filmsoundtrack-Grusel sowie 70s-Disco, unterlegt mit langsamen, trockenen House-Beats und ultralahmen Techno-Grooves, "morbiden" Jazz-Hooks und mehr. Klasse.Superwarmherzige Musik für eine kalte Jahreszeit, die mich noch mehr von trägen House-Beats mit Soul-Gesang überzeugt. Die Band kommt aus 'nem Kaff in Südengland (Portishead), und ihre Debütscheibe ist in Good Old England einhellig begeistert aufgenommen und lobkübelweise überschüttet worden. Ich weiß jetzt, wieso. Oliver Bresch / Intro - Musik & so
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Eine Kamerafahrt durch die Untiefen des Lebens: Der Nebel liegt bleiern über dem Asphalt, die Menschen hasten durch betongraue Häuserschluchten, nur eine alte Straßenlaterne sorgt für ein verlorenes, gelbliches Licht. Genau das ist die Atmosphäre, die Geoff Barrow, 22, und Beth Gibbons, 23, aus England lieben: Mit Portishead (ein verschlafenes Kaff nahe der Stadt Bristol) fingen sie Bilder ein, die immer wieder an den klassischen Film noir erinnern. Die Songs von Beth heißen Strangers, Numb oder Road, ihr ausdrucksstarker Gesang tastet sich behutsam über die heiligen Erbhöfe von Juliette Greco und Billie Holiday. Daß die zerbrechliche Stimme dabei nicht zerdrückt wird, ist Geoff Barrows Verdienst: Der Mann experimentiert schon lange mit Samples und Sounds. Für das musikalische Drehbuch von Dummy ließ er eine aufregende Landschaft aus leichten House-Beats und hinreißenden, schleppenden Techno-Grooves entstehen. Mit der trostlosen Disco-Discountware, die derzeit die Hitparaden überschwemmt, haben die zwei von Portishead allerdings soviel zu tun wie Kult-Regisseur Jim Jarmusch mit billiger Waschmittel-Reklame: Dummy ist ein atemberaubender Trip zwischen Wonne, Wahn und Wehmut.© Audio
Stereoplay
( CD des Monats ) Nur ein schwarzes P auf weißem Grund, eine nackte, auf 3000 Exemplare limitierte 12-Zoll-Vinyl-Maxi, ohne Label, sonst nichts. So inszenierten Portishead nach dreijähriger Pause ihr Comeback: cool, stilvoll, ganz, wie es eben einer Kultband gebührt. Und dieses Prädikat haben sich Sängerin Beth Gibbons und Multiinstrumentalist Geoff Barrow fürwahr verdient. Ihr Sound inspirierte Heerscharen von TripHop-Epigonen, ihr Debüt "Dummy" steht auch heute noch in jeder gutsortierten Plattensammlung ganz weit vorne. Jetzt meldet sich das Quartett (außerdem noch mit dabei: Gitarrist Adrian Utley und Tontechniker Dave McDonald) mit einem neuen Album zurück. Überraschungen, neue Tendenzen gibt es, gemessen an Dummy", nicht. "Portishead" ist Portishead pur. Daß Sounds und Samples im Stil der Gang aus dem gleichnamigen Städtchen bei Brisol längst state of the art sind, macht deren besondere Klasse nur noch deutlicher: smarter einfach die Grooves, cooler die jazzigen Instrumentaleinschübe. Darüber hinaus, und hierin wurzelt die wahre Größe der Band, sind Gibbons & Co. einfach kompromißloser im Abschreiten der mentalen Grenzlinien - und dem Offenbaren der dahinterliegenden Abgründe. Der Sound atmet eine knisternde Spannung, die traditionelle "TripHop"-Kategorien übersteigt. Schon zu Beginn gibt es mit "Cowboys", dem Song von der Comeback-Maxi, ein verstörendes Psychogramm, in dem Miss Gibbons' Stimme von obskuren Scatches gemeuchelt wird. Das poppige "All Mine" lockt mit charismatischen Bläsern im Stil eines Krimi-Soundtracks aus den 50er Jahren. Der Rest, ob Streicherpop oder atmosphärisches Blueprint, schließt sich dann wie eine Faust um das Ohr des Hörers.© Stereoplay
Kundenrezensionen zu 'Dummy'
Noch zarter als Massive Attack (30. Mai 2008)
Diese Band ist noch zarter als Massive Attack auf den TripHop-Wegen dieser Galaxis unterwegs. Auch kommt sie ganz ohne Raps aus, denn sie hat sich allein auf Scratches und eine Frauenstimme spezialisiert. Der erste Song "Mysterons" zieht nur so an einem vorbei, wobei es in "Sour times" schon fast jazzig durch den Einsatz einer Hammondorgel zugeht. Schleppende wabbernde Klänge, die einem in die Ohrmuschel kriechen, erklingen in "Strangers" und "Biscuit". Was die Scratches angeht, weise ich auf den Song "Wandering star" hin: Erstklassige Arbeit, genauso wie die Versamplerung des Samplers in "Biscuit". Auch ist auf dieser Platte die Drumarbeit hervorragend, besonders zu merken in "Numb". Der Gitarreneinsatz in "Glory box" passt ebenfalls perfekt und verhilft der Platte zu einem würdigen Abschluß. Das Lied "Roads" hat es in sich, denn beim Einsatz der Streicher könnte man losheulen. All über dem steht aber die Stimme der Sängerin Beth Gibbons, die hauchzart ist und manchmal kurz vor dem Einbrechen steht, den Zuhörer aber immer wieder in ihren Bann zieht. Teilweise erinnert sie daher an Björk, wenn sie etwas druckvoller, wie in "ItŽs a fire" und "Glory box" wird, sogar an Skin von Skunk Anansie. Diese Platte hat etwas ganz Großes an sich. Für mich einer der Wichtigsten, wenn nicht die beste Platte im elektronischen Bereich, im TripHop-Sektor gesehen aber allemal.Musikalischer Sex (31. Januar 2008)
"Portishead" werden gemeinhin immer gerne als die Godfathers oder doch zumindestens als einer der Begründer des Musikgenres "Trip-Hop" tituliert. Ob dem so ist, mag dahin gestellt sein, es gab ja vorher schon Bands wie "Massive Attack" etc.Fakt ist jedoch, dass Portishead mit ihrem Erstlingswerk "Dummy" einen zeitlosen Meilenstein des "Trip Hop" und auch darüberhinaus geschaffen haben, der heute noch so unvergänglich klingt wie zu seiner Veröffentlichung. Das Album ist dabei ein Gesamtkunstwerk, das von der ersten bis zur letzten Sekunde zu überzeugen weiss und dabei eine unvergleichliche Stimmung aufbaut. Von daher ist es schwer, überhaupt einzelne Songs heraus zu heben. Wer einfach mal auf die Schnelle ein Ohr riskieren will, sollte vielleicht "Sour Times, Wandering Star, Numb,
Glory Box" anspielen.
+ Beth Gibbons Stimme ist einfach unvergleichlich, zart, zerbrechlich, leicht rauchig-belegt, hauchend, sanft.
+ Ihre Stimme drift auf sanfte Beats, dezente Scratches, Streicher... alles also sehr sehr relaxed, dabei aber nie langweilig, öd, einschläfernd.
ihr Solo-Album ist übrigens auch sehr zu empfehlen, umfasst das reguläre Werk von Portishead doch nur 2 Studio und ein Live-Album.
+ Wirklich gute Songs, nicht einfach wie in diesen musikalischen Gefielden weit verbreitet, gesichtslose Tracks. Nein, hier gibt es Wiedererkennungswert.
Portishead ist...warm...ist wie ein verregneter Sonntagnachmittag...ist der Soundtrack um mit Frau oder Freundin zu kuscheln...ist wie gedämmtes Licht...Halbschlaf.....
gebrochen (14. Juni 2006)
Songs, die sich um die zerbrechliche Stimme von B. G. herumweben, hin und wieder überraschend kräftige solistische Ausflüge von Einzelinstrumenten (track 11), dazu avandgardistische Noises auf düsterem Grundpegel. Auf alle Fälle nichts Frohlockendes. Das Gegenteil davon, aber glaubwürdig und in der Verwendung der Stilmittel sehr kreativ. Assoziationen führen mich zu THE NOTWIST und - wer es bisweilen (noch) verzweifelter und mit männlicher Stimme mag: MARK HOLLIS. Unerreicht, was Modulation, Ausdrucksstärke und Spektrum betrifft natürlich der lang schon verstorbene TIM BUCKLEY. Downer gehts nimmer. Wer danach seelisch wieder aufstehen will braucht ACDC oder den Frohsinn der Beach Boys.Passt in kein Schublade (27. Oktober 2005)
Beth Gibbons und Geoff Barrows haben hier ein Album eingespielt, welches in keine richtige musikalische Schublade passt. Ist es Trip Hop ode vielleicht sogar soulig??? Na egal, jedenfalls klingt es toll. Die meist langsamen, groovigen Songs sind mit hervorragenden Basslinien unterlegt, hie und da erklingt eine Snare, dann wieder ein nicht definierbarer Klangkörper. Das ganze ist sehr homogen, nervt nicht, man könnte dabei chillen. Obwohl die Songs sehr viel Abwechslung bieten, kann man auch nach mehrmaligem Hören nicht direkt sagen, dieser oder jener Song sticht heraus. Dafür ist das Album zu harmonisch zusammen gesetzt. Ich war jedenfalls sehr überrascht über dieses Werk und ich glaube es ist eine der CD's, von denen ich mich nicht mehr trenne.DAS "TripHop" Meisterwerk (26. Oktober 2005)
Man traut sich ja gar nicht, diese wundervolle Platte zu beschreiben. Als Laie schon gar nicht. Eigentlich ist seit 1994 alles über Portishead gesagt, und dennoch schwebt noch so viel im Raum, so sind es diese Klassiker des TripHop die uns berühren, uns Kraft schenken und uns doch gleichzeitig melancholisch stimmen. Es ist unglaublich, welche Wirkung diese Songs auf die Psyche haben? Jedes einzelne Stück auf der Platte ist ein Meisterwerk. Die Soundtüftler aus Bristol haben ganze Arbeit geleistet. Seit der zweiten Scheibe "Portishead" 1998 und ihrem "LiveAlbum" warten Fans seit Ewigkeiten auf weiteres Material dieser Ausnahmeband.Nicht umsonst wird dieses Album in den 500 besten Alben Listen aller Zeiten geführt.
Ob nun das unglaublich stimmungsvolle "Sour Times", die Fünf-Uhr-Morgens-Aufsteh-Hymne "Roads" oder das abschließende in magischen Klängen verpackte "Glory Box".
Musik um sich fallen zu lassen, und dennoch Musik die man verstehen MUSS um sie zu genießen.
Wer bisher nicht viel mit elektronischer Musik anfangen konnte, einschließlich mir, den werden Portishead sofort nach dem Hören verzaubern und die Sucht nach derartiger Musik wird sich verstärken.






