Horowitz in Moskau

Verkaufsrang: 3943 (Musik)
Artist: Vladimir Horowitz
Audio CD
EAN: 0028941949929
ListPrice:
Anzahl Medien: 1
Verlag: Deutsche G (Universal)
Spielzeit: 61
UPC: 028941949929
von: Scarlatti (Komponist), Mozart (Komponist), Scriabin (Komponist)
Preis: EUR 9,00

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Kundenrezensionen zu 'Horowitz in Moskau'

Betörend (8. Mai 2007)

Es spielt keine Rolle, was er spielt, der Meister: alles ist durchdrungen von Klang und Ausdruck. Wie beliebig das auch sein mag, wie selbstherrlich er manches Detail beleuchtet, wie selbstverliebt er mit den Strukturen umgeht, man verzeiht es ihm - und geniesst.
Wer hätte nicht gerne diesem Konzert beigewohnt? Der betörenden Kunst von Horowitz zu lauschen ist ein eigentümliches Vergnügen. Heutzutage undenkbar, aber - wie gesagt: wer wäre nicht gerne dabei gewesen? Ein musikalisches Kuriosum. Und ein pianistisches Unikum. Dieser Mann hatte etwas zu sagen, auch wenn er nichtssagend vor sich hin spielte. Die Verbindung zwischen zwei Tönen, das was zwischen zwei Tastendrücken geschieht: hier wird es zum Ereignis.

Lieblings-Klavier-CD (9. Oktober 2006)

Es ist einfach schade, dass noch nicht alle erkannt haben, dass es Fehlerlosigkeit nicht ankommt. Horowitz ist im Alter von über 80 Jahren nach über 50 Jahren nach Russland zurückgekehrt und alle waren begeistert. So viel Emotionen sind manchem zu viel. Wer aber weiß, was Kunst im eingentlichen Sinne bedeutet (nämlich Ausdruck von emotionalen Extremsituationen des menschlichen Lebens), der wird diese CD sehr sehr schätzen. Allerdings würde ich gleich den 6er-Pack der DG kaufen. Vielleicht nicht so ästhetisch, aber sind die gleichen Aufnahmen viel günstiger und man hat einfach noch mehr Genuß. Viel Spaß damit!

Höchst individuell - Fehler inklusive!! (31. August 2004)

Die unvergleichliche Live-Atmosphäre dieses Konzertnachmittags ist auf der CD wunderbar festgehalten und fesselt den Hörer auch heute noch. Aus der zeitliche Distanz drängen sich mir jedoch Zweifel auf, ob ich die CD uneingeschränkt empfehlen kann. Der Hörer der vorliegenden Aufnahme muss sich auf ein höchst eigenwilliges Klangerlebnis gefasst machen. Der sehr brillant gestimmte Flügel von Horowitz ist in der hohen Lage extrem obertonreich, neigt in der mittleren Lage zu einem etwas nasalen Ton. Die Bässe donnern metallisch, sind dadurch extrem durchschlagskräftig, aber ohne Fülle und Weichheit. Kein Zweifel: es gibt Klavieraufnahmen mit einem harmonischeren Klang. Allerdings passt die Abstimmung des Flügels zu Horowitz' Anschlag. Seine berühmten Oktaven donnern wie zu seinen besten Zeiten. Das kann man als ungemein dramatisch und intensiv empfinden, aber auch als etwas übertrieben, zumal der Flügel unter derartiger Kraftentfaltung bisweilen mit surrenden Nebengeräuschen reagiert (Schluss der dis-Moll-Etude von Scriabin), die das Klangbild eintrüben. Die Interpretationen von Horowitz galten seit jeher als höchst eigenwillig. Seine Virtuosität entfaltet sich dabei weniger über ein halsbrecherisches Tempo als vielmehr über einen federnden Rhythmus, einen raubtierhaften Zugriff und eine expressive Phrasierung (sehr schön: die beiden Chopin-Mazurkas). Das dynamische Spektrum reicht vom zartesten Pianisssimo bis zum krachenden Fortissimo. Sein Anschlag ist ungemein nuancenreich. Bei Liszt, Rachmaninov und Scriabin führt dies zu einzigartigen Ergebnissen. Das Sonett 104 nach Petrarca von Liszt klingt unter Horowitz' Händen unübertroffen. In der Valse-Caprice Nr.6 aus Soirées de Vienne entfaltet sich Horowitz' Klangsinn unnachahmlich, wobei er das Stück ein Jahr später in Wien noch schöner und auch rhythmisch ausgeglichener gespielt hat. Natürlich passt ein derart individuelles Klavierspiel nicht zu jedem Werk: Mozarts C-Dur Sonate wird schlichtweg verfehlt. Wo Einfachheit zum Ziel führen würde, versteigt sich Horowitz in eine romantische Klangwelt, er verdeckt alle Herbheiten der Sonate unter Zuckerguss. Auch die Träumerei, die er als erste Zugabe spielt, gerät viel zu manieriert. Die dem Stück eigene Süße wird so unangenehm übersteigert. Nach eigenen Aussage hat Horowitz im Alter kaum noch geübt. Das hätte er aber besser tun sollen, denn er patzt überdurchschnittlich oft, muss seine Unsicherheiten bisweilen unter einem Pedalrauschen verstecken. Bei einem 82-Jährigen ist man gerne bereit, derartige Schwächen zu verzeihen, aber man muss nur einmal die Aufnahmen des alten Arrau hören, um zu erkennen, dass bei Horowitz die Schmerzgrenze überschritten ist.
Fazit: Die Aufnahme vermittelt die ungebrochene Faszinationskraft des großen Pianisten, sein ungemein nuancenreiches Spiel, aber auch sein Scheitern an Mozart, seine ins Extreme reichende Differenzierung, die manche Stücke in lauter schöne Einzelheiten zerfallen lässt.

Traumhaft! (29. Januar 2003)

Ein Konzert, das die Musikwelt erschütterte. Die überragende Präsenz dieses Ausnahmepianisten ist auf dieser CD deutlich zu spüren. Das Publikum ist von seinem Spiel elektrisiert und die Kritiker geraten in Verzückung. "Soirèes de Vienne" im Wiener Walzertackt ist großartig und wird von keinem anderen Pianisten so intensiv interpretiert. Zum träumen!

Horowitz in Moskau (20. Januar 2003)

Der Besuch von Horowitz in Moskau am Ende seiner erfolgreichen Laufbahn war ein überwältigendes Ereignis.
Es ist wundervoll, daß dieses Konzert festgehalten wurde.
Diese historische CD ist - wie auch der letzte Auftritt in New York -
für jeden Liebhaber der Kalvierliteratur
eine einmalige Kostbarkeit.

dkb.de

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