Kundenrezensionen zu 'Klavierkonzert 1 / 4 Klavierstücke u.a.'
Das rechte Mass finden... (29. Dezember 2006)
Wollen wir mal bedenken, dass Kissin bei dieser Aufnahme 16 Jahre alt war.Schwache Tschaikowsky-Interpretation (11. Mai 2003)
Da ich als großer Kissin-Fan bereits so gut wie alle CD's von diesem Ausnahme-Pianisten besitze, wollte ich durch den Kauf dieser CD eine der letzten Lücken schließen.Nach dem Reinhören war meine Enttäuschung jedoch groß. Eine solch schwache Leistung hatte ich nicht von Kissin erwartet. Vielleicht liegt es auch an Karajan, dass die Tempi des Konzertes so langsam gewählt sind (obwohl er ja eigentlich zu schnellen Tempi geneigt haben soll).
Wer das Tschaikowsky-Konzert nicht kennt, wird wohl trotzdem von diesem Meisterwerk beeindruckt sein. Allen Kennern jedoch sei unbedingt die 1994er Live-Aufnahme von Argerich/Abbado empfohlen!! Besser geht's nicht!
Bei Scriabin findet Kissin dann wieder zu seiner Normalform.
Die "Affanato"-Etüde op. 42 Nr. 5 ist wohl noch nie so exzellent eingespielt worden (dafür 2 Sterne).
Mein Klassiker (15. November 2002)
Tschaikowsky's Klavierkonzert No. 1 stellt für mich eine Perle der Klaviermusik, aber auch der gesamten Klassik überhaupt dar. Der vorliegenden Interpretation (einer Live-Aufnahme aus der Berliner Philharmonie 1988) durch das Duo „von Karajan / Kissin" ist jedoch besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da sie im Vergleich zu anderen Aufnahmen mehr Plastizität, Ausgewogenheit und Gefühl vermittelt, ein Umstand, der letzten Endes darauf zurückzuführen ist, dass sich Komponist (einschließlich des Orchesters der Berliner Philharmoniker) als auch Solist für ihr künstlerisches Wirken sehr viel Zeit lassen. So erfährt das Stück zwischen seinen Sätzen, aber auch zwischen einzelnen Phrasen ausreichend Luft, um sich zu entfalten. Es erhält somit die Zeit, die es benötigt, um den Hörer in eine Welt voller klanglicher Details zu entführen, welche sich vor dem geistigen Auge von der ersten Minute an in musikalische Bilder umsetzen. Yevgeny Kissins Spiel ist ausgesprochen nuancenreich. So wird der Zuhörer in der einen Sekunde noch von einem schmetternden Akkord mitgerissen, während er in der nächsten von einer leise dahin gehauchten, einzelnen Note, welche langsam vor sich hinklingt, umschmeichelt wird. Dennoch fühlt man sich von dem Stück weder übermäßig aufgewühlt noch zu sehr eingewickelt. Dramatische Passagen als auch liebliche Melodien, welche der Komponist der ukrainischen Volksmusik entlieh, halten sich auf wunderbare Weise die Waage. Fazit: ein Stück, welches den Hörer dem Alltag entreißt und in die Welt des Komponisten entführt, wo es mühelos die Bilder endloser Landschaften in einer längst vergangenen Zeit entstehen läßt. Eine Perle der Klaviermusik, die zum Träumen einlädt.Einen Kontrast bilden die vier abschließenden Klavierstücke von Alexander Scriabin, die selbstredend auf eine orchestrale Begleitung verzichten und ihre musikalische Wirkung aus harmonischen Melodien und Tempovariationen ziehen. Sie laden ebenso zum Träumen ein und bilden einen gelungenen Ausklang der CD. Gesamteindruck: eine CD, die ich in meiner Sammlung klassischer Werke in keinem Fall missen möchte. Die CD liefert eine Interpretation von Tschaikowsky's Klavierkonzert No. 1, wie ich sie bisher nicht wieder gehört habe. CD und Booklet sind von sehr guter Qualität, besonders das Booklet enthält eine Reihe sehr interessanter Informationen über den Komponisten Tschaikowsky und den Solisten Kissin. Sehr zu empfehlen ist an dieser Stelle auch die bei Sony erschienene DVD „Herbert von Karajan: New Years Eve Concert 1988", welche eine Aufnahme des oben besprochenen Konzerts enthält („DVD" anklicken und als Suchwort „Karajan" eingeben).





