Kundenrezensionen zu 'Necessary Roughness'
Kommt nicht an die männlichen Death Row Kollegen ran (13. November 2008)
Spätestens mit ihrem Hit "Afro Puffs" vom "Above The Rim" Soundtrack hat sich The Lady Of Rage in der obersten Liga der weiblichen MCs festgesetzt, auch wenn man ihren Style schon als etwas maskulin bezeichnen kann. Nach etlichen Gastauftritten und Platinalben der Death Row-Kollegen Dr. Dre, Snoop Doggy Dogg und 2Pac durfte auch sie 1997 endlich ihr Debüt veröffentlichen. Anders als üblich wurden nur sehr wenige Features zur Seite gezogen, auch bei den Produzenten erlebt man eine Überraschung, denn das einstige Vorzeigelabel der West Coast holte sich mit DJ Premier einen der besten Producer aus dem Osten ins Boot, aber auch Kenny Parker, Easy Mo Bee und natürlich Dat Nigga Daz standen an den Reglern und erschufen ein Album, das sich vom gewohnten Death Row Stil doch deutlich abhebt.Diesen anderen Sound hört man gleich schon auf dem ersten Song "Necessary Roughness", was doch deutlich mehr an East Coast Rap erinnert als den guten alten G-Funk. Allerdings muss man anerkennen, dass Rage hier schon mal gut vorlegt und mit tollen Rhymes überzeugen kann, auch wenn der Sound vielleicht etwas ungewohnt ist. "Big Bad Lady" wirkt düster und hat eine genial drückende Bassline, die von einer unheimlichen Melodie verfeinert wird. Die Lady kickt auch hier wieder top Verses, wird lyrisch noch vom seligen 2Pac unterstützt, was das Ganze noch etwas aufwertet. Vom "Gridlock'd" Soundtrack ist "Sho Shot" bereits bekannt, ebenfalls eine gute Nummer, auf die ich jedoch nicht weiter eingehen möchte. Von "Get With Da Wickedness (Flow Like Dat)" befinden sich zwei Versionen auf dem Album. Untypischer Weise kommt der Remix zuerst. Dieser ist leider etwas eintönig. Lediglich ein schlichter und harter Beat ohne viel drum herum dröhnt aus dem Subwoofer, wozu Rage rhymt wie am Fließband, jedoch wird das Ganze doch bald etwas langweilig. Das Original am Ende hat da etwas mehr zu bieten. Zwar hämmert es fast genauso hart aus den Boxen, dafür wurden noch ein paar kraftvolle und imposante Hintergrundelemente mit eingebaut, was das Ganze doch etwas aufwändiger rüberkommen lässt. Dunkel und sehr Underground mäßig, aber auch mit ein paar Funk-Einflüssen ist "Raw Deal" ausgestattet, zu dem Rage passend ruhig und souverän rappt. Den mit Abstand besten Song erreicht man mit "Breakdown". Endlich ein Song der den typischen West Coast Style hat und an die großen Zeiten von Death Row erinnert. Straffe Beats, ein paar nette Scratches und schlicht und einfach richtig geile G-Funk Sounds, die im Refrain einsetzen, der eine sofort packt und und im Takt dazu mitgehen lässt. Auch "Rough Rugged & Raw" lässt sich zu den wenigen Highlights von "Necessary Roughness" zählen. Langsam und tief pumpende Bässe dominieren dieses Lied, das dadurch einen düsteren und verruchten Charme bekommt. Als Gäste sind hier Dat Nigga Daz und Snoop Doggy Dogg mit dabei, die beide voll und ganz überzeugen, besonders der Doggfather passt mit seinem Mafiosi-Style zu diesem Instrumental. Dieser Trend einer starken Phase setzt sich auch mit "Super Supreme" fort. Es handelt sich dabei um eine Uptempo-Nummer, bei der Rage ihre volle Klasse am Mic ausspielen kann. Auch die DJ Premier-Produktion "Some Shit" weiß kurzfristig zu begeistern, da deren energiegeladener Sound den Staub aus den Boxen bläst, nach einer Weile wird es jedoch etwas eintönig und langweilig. Den letzten größeren Höhepunkt findet man mit "Microphone Pon Cok". Es klingt mal wieder total nach East Coast, aber gut. Durch dunkle Beats und eine Streichermelodie bekommt der Song eine dramatische Note, was sich zusammen mit den Verses von The Lady Of Rage und Madd 1 einfach klasse anhört. Ein versöhnliches Ende findet diese Platte mit "Confessions", welches wieder mehr nach Los Angeles klingt, was ja leider nicht immer der Fall ist.
Es ist wirklich seltsam, was bei diesem Album angestellt wurde. Rage ist eine tolle Rapperin, über die Produzenten muss man wohl auch nicht mehr viel sagen, dennoch scheinen sie nicht wirklich miteinander harmonieren zu können, denn "Necessary Roughness" überzeugt nur bedingt. Mit "Breakdown" gibt es nur einen einzigen wirklichen Hit, der Rest ist durchschnittlich bis gut, was für Death Row Verhältnisse schon sehr schwach ist, v.a. wenn man bedenkt, dass sie 1997 mit "Gridlock'd" und "Gang Related" zwei richtig gute Soundtracks auf den Markt gebracht haben. Empfehlenswert ist diese Scheibe besonders für Death Row Fans, aber auch die, die immer mal wieder nach einem guten weiblichen MC Ausschau halten, dürften an Rage's Skills ihre Freude haben.
Noch immer dick (21. März 2003)
Is ja schon ein bisserl älter, aber ich habs erst gestern wiederaus meiner Plattensammlung rausgekramt und bin einfach nur abgegangen. The Lady of Rage ist für mich eine der besten Female
MCs im Biz (wenn man diese Unterschediung überhaupt vornehmen
sollte). Tighte Produktionen, u.a. von Gang Starrs DJ Premier,
sowie ausgewählt gute Gastrapper, z.B. ein glänzend aufgelegter
Snoop Dogg, sollten Grund genug sein, der Platte einen guten
Platz in der heimischen Sammlung zu geben. Zumal es sie hier für
nen guten Preis gibt...CHECK IT OUT!!




