Kundenrezensionen zu 'Images [the Best of]'
zu großen Teilen alberner, verstaubter Elektronik-Bombast (10. November 2008)
Nachdem ich im Moment dabei bin, meine ganzen CD-Altbestände nach Perlen zu durchsuchen, die dem Zahn der Zeit standgehalten haben, war heute auch Jean-Michel Jarres "Images" dran, weit nach den meisten anderen CD's. Da lag ich wohl instinktiv richtig, denn "Images" ist eine einzige Enttäuschung. Jean-Michel Jarre war ja zu der Zeit, als diese Stück entstanden ist, der ungekrönte Elektronik-Kaiser, heute wundere ich mich darüber. Ich hatte mir das Best of Album damals nur gekauft, weil 1. mein Interesse an elektronischer Musik am Abflauen war und 2. ich kein Geld hatte, mir alle Werke, die ich einst als Vinyl besessen hatte auch auf CD anzuschaffen. Es war eine Fehlinvestition. Ich habe einige Kritikpunkte an dieser Compilation:1. Es klingt wie Flickschusterei, krampfhaft alle Höhepunkte seiner musikalischen Schaffenskraft aneinanderzureihen. Es fehlt an Zusammenhalt, an der atmosphärischen Dichte, die seine Einzelwerke à la "Equinoxe" oder "Oxygene", als Konzeptalben geschaffen, damals auszeichneten. Zumal man über die Titelwahl trefflich streiten kann. Ich vermisse z.B. von Rendez-vous, das letzte Stück Rendez-vous VI, in dem Ron MacNair das erste Stück im Weltraum hätte einspielen sollen, was leider auf dem Space-Shuttle-Flug der nicht mehr zurück kam passieren sollte.
2. Vor allem seine späteren Werke im 2. Teil der Zusammenstellung klingen für mich wie ein albernes Aneinanderklotzen von effekthascherischen Samples, den Versuch also, "State of the Art" zu sein und all die (damals) modernen Klangmöglichkeiten irgendwie abzuarbeiten; das ist dann gar lieblos dargeboten. Atmosphäre zu erzeugen, wozu elektronische Musik eigentlich imstande sein sollte, ist leider Fehlanzeige.
3. Mit moderner elektronischer Musik à la Blüchel/von Deylen, Schiller etc. kann Jean-Michel Jarre nicht mehr mithalten. Fast alle Stücke klingen verstaubt und, ja, ich verwende das Wort noch einmal, albern theatralisch, bisweilen sogar nervig, leider.
Fazit: Jean-Michel Jarres Musik ist bis auf wenige Ausnahmen nicht zeitlos, auf dieser Zusammenstellung lieblos zusammengepresst, ja sogar ungehörigerweise ineinandergemischt (aus völlig unterschiedlichen Atmosphären kommend). Wer Jean-Michel Jarres Stärken kennenlernen möchte, dem empfehle ich definitiv kein Best-Of-Abum, sondern Einzelwerke wie "Equinoxe", "Oxygene", das kreative "Zoolook" oder auch "Les chants magnetiques". Also Finger weg von dieser Compilation.
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