Vitalogy [Vinyl LP]

Verkaufsrang: 358402 (Musik)
Artist: Pearl Jam
Schallplatte
EAN: 0074646690017
ListPrice:
Anzahl Medien: 1
Verlag: Import (Megaphon Importservice)
UPC: 074646690017

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Vitalogy bestätigt noch einmal die Stellung dieses Seattle-Quintetts als die prinzipientreue, verwirrte aber stolze Stimme einer Generation. Auf ihrem dritten Album haben sie ihre Position als ein ursprünglicher, in die Zukunft weisender Rock-Act der neunziger Jahre, der furchtlos mit den größten Fragen fertig wird, gefunden. Das einleitende Stück "Spin the Black Circle" feiert die heilende Kraft von Eddie Vedder's LP-Sammlung, wird aber in den Schatten gestellt von solchen Meisterwerken wie "Immortality" (welches -- zu Recht oder Unrecht -- als Reaktion auf Kurt Cobain's Selbstmord aufgefaßt werden kann), dem an Lennon erinnernden "Tremor Christ" und der sensationelle Hymne "Whipping" für die "pro-choice"-Bewegung. Jeff Bateman

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Kundenrezensionen zu 'Vitalogy [Vinyl LP]'

Großer Wurf Nummer 3 (5. Februar 2007)

Dank der einfachen, mageren und auch simpel gehaltenen Produktion kann man Vitalogy als Pearl Jams kompromisslosestes und mitunter ehrlichstes Album bis heuute ansehen. Obwohl es entgegen mancher Behauptungen kein Konzeptalbum ist, hört es sich beinahe wie eines an. Tod ("Immortality") und Trennung ("Nothingman") sind die Leitthemen schlechthin, wobei die Ode an die gute alte Schallplatte auf "Spin the Black Circle" fast unterzugehen scheint und vom Text her sogar oft noch falsch intepretiert wird (Erfahrungen mit Drogen etc., obwohl es sich nur um die Schallplatte handelt. Aber das ist ja ein altbekanntes Vedder/Fans-Problem, die Textinterpretation . . .). Aber die ach so schwarze Wolke arbeitet zum Vorteil von Pearl Jam - mit einer kleinen Prise von Nervosität in ihren Rockeinlagen wie bei "Last Exit" oder "Not for You" erzeugen sie eine musikalische Spannung, bei der man gespannt vor den Musikboxen sitzt. Und vor allem die selbstbeobachtenden Balladen wie "Corduroy" oder "Better Man" setzen markante Akzente für die gesamte Atmosphäre. Eine wunderbare, warme Melancholie, getragen auf der Welle von Vedders selbstzerreißerischen Lyrics und dem Gitarrenfeuer und den harten Peitschenschlägen des Drummers.

Das beste Pearl-Jam Album (26. Juli 2006)

Ja, es stimmt: Trotz "Ten", trotz "Vs." und auch trotz dem genialen neuesten selbstbetitelten Album, das beste Pearl Jam-Album ist und bleibt für mich "Vitalogy" von 1994. Denn trotz mancher experimenteller Ausflüge auf dieser Scheibe ist die pure Anzahl von Klassikern allein schon beeindruckend: das punkige "Spin the black circle", die traumhafte Akustikballade "Nothingman", dann "Curdoroy" und natürlich der ultimative Folk-Rock-Gassenhauer "Better man", für mich persönlich der beste PJ-Song überhaupt. Unsterbliche Songs allesamt.

Aber auch das drohende "Not for you", bei dem sich Eddie Vedder mehr und mehr in die Heiserkeit brüllt und das sich auf grandiose Art und Weise von einem gemäßigten Beginn in ein lautes, furioses Finale steigert sowie der druckvolle Speed-Rock von "Whipping" sind unglaubliche Nummern. Pearl Jam schöpfen auf "Vitalogy" ihr Potential noch mehr aus als sie das auf ihren beiden ebenfalls famosen ersten beiden Alben getan haben. Auf den darauffolgenden Alben sollten sie sich dann ein bisschen verirren, aber immer noch großartige Musik schaffen. Der Höhepunkt ist und bleibt aber "Vitalogy". Wer alles erleben will, was Pearl Jam zu so einer faszinierenden, intensiven Rockband macht, wird an dieser Scheibe nicht vorbeikommen.

Pearl Jam ist tot, es lebe Pearl Jam! (13. Dezember 2005)

Meine Leidenschaft für die Seattle-Combo um Eddie Vedder war in den letzten Jahren etwas abgekühlt, wenngleich ich mir quasi reflexhaft immer mal wieder die jeweils neueste Platte geholt hatte. Der letzte Leidenschaftskauf war NO CODE gewesen, YIELD und BINAURAL waren pflichtbeflissene Anschaffungen gewesen. Nachdem ich mir nun einen mp3-Player zugelegt hatte, konvertierte ich meine PearlJamCollection ins passende Format und wurde selbst konvertiert.

Mit VITALOGY hatte damals meine Irritation mit dem musikalischen Wandel der Band begonnen, kurz: ich hatte irgendwas nicht verstanden. Heute ist mir klar, daß diese Platte die Funktion hatte, die Spreu vom Weizen zu trennen, soll heißen: jene dem doch sehr poppigen Grunge der ersten beiden Alben und dem diese begleitenden Medienhype verfallenen „Fans“ von denjenigen zu trennen, die man als die wirklichen Fans bezeichnen könnte, Menschen, die sich von einer Band und ihrer Musik an die Hand nehmen lassen, sich öffnen und ihre Entwicklung akzeptieren, respektieren, daran partizipieren.

Bei mir hat es etwas gedauert, bis ich mich aus dem Bann der ersten beiden Alben TEN und VS habe befreien können, aber wenn man mich heute fragt, welches das wichtigste und meiner Meinung nach beste Pearl Jam Album ist, müßte ich ohne Zögern antworten: VITALOGY.

Diese Platte ebnet den Weg dorthin, wo Pearl Jam sich mit der Platte NO CODE (mit der ich mich inzwischen auch viel besser verstehe als damals, als sie mich sozusagen vorläufig von meiner PJ-Leidenschaft kurierte) und den darauf folgenden Alben fortbegeben hat, und das ohne den bis dahin akkumulierten Fans einfach die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Jeder bekommt seine Chance, diese neue PearlJamMusik auch zu mögen. Damals gab es glaube ich einen Haufen Trottel wie mich, die sie nicht genutzt haben.

Aber es ist ja gottlob nie zu spät, nochmal klug zu werden. Nach der Nutzung meiner zweiten Chance durfte ich feststellen, daß VITALOGY einige der großartigsten Songs beinhaltet, die ich jemals gehört habe. Insbesondere die Balladen haben es mir dabei angetan: IMMORTALITY ist für mich neben NOTHINGMAN der melancholische Höhepunkt dieser Platte, und die zornigen Krachsongs SPIN THE BLACK CIRCLE, LAST EXIT oder WHIPPING bilden den eindrucksvollen und nicht minder hörenswerten Kontrapunkt. Dazwischen bilden die übrigen Songs durchweg hörenswerte Vermittler. Und wer mit dem wunderbar kafkaesken BUGS nichts anzufangen weiß, dem ist wohl nicht zu helfen. Ebenso denjenigen nicht, die sich über den „Garagensound“ beschweren – der gehört so!

Historisch betrachtet kann man diese Platte wohl als Schnittstelle bezeichnen: Pearl Jam gibt es zweimal: vor und nach diesem Album. Man kann VITALOGY aber auch einfach als großartig bezeichnen. Hiermit geschehen.

Hauswein, sanft bis herb (23. August 2005)

Bei ,Vitalogy' herrscht der Eindruck von Privatheit vor. PJ haben ihre Richtung gefunden, geben nur noch spärlich Interviews, drehen keine Videos mehr und verweigern sich dem Grunge-Hype. Ab sofort tun sie nur noch, was sie wollen und wovon sie überzeugt sein können. Eine treue Fangemeinde wird sie auch durch schwierige Zeiten hindurch tragen - eine Wahrheit, die sich bis heute bestätigt.
Auf dieser CD verwirklichen PJ ihr Ziel auf vielfältige Weise. Es gibt gestandene Rocker wie ,Not For You', ,Corduroy' oder ,Immortality', Folk-Songs wie ,Better Man' und ,Nothingman', seltsame Experimente wie ,Bugs' und ,Aye Davanita' - wer an dieser Stelle aussteigen will, mag es gerne tun, PJ wissen, was sie wollen und was nicht.
Selbstverständlich sinken die Verkaufszahlen, und auch die Kritiker runzeln die Stirn. Wen stört's, wenn man/frau ein Album mit herausragenden Songs von einer selbstbewussten Band geliefert bekommt? Sie haben ihren Sound gefunden, sie haben etwas zu sagen und der Markt ist ihnen wurscht.
Ein Extra-Hammer auch das Papp-Cover: Die CD liegt in einer aufgeklebten Papiertasche, und der Rest ist wie ein medizinisches Buch gestaltet, das haarsträubende bis faschistoide Behauptungen über das menschliche Leben von sich gibt - offensichtlich Kopien aus einschlägigen Machwerken. Darüber gekritzelt konterkarieren Eddies Texte alle Aussagen. Auch in der Aufmachung beweisen PJ also neues Selbstbewusstsein mit beißender Ironie.

Ein Auf und Ab (18. Juli 2004)

Vitalogy ist schwer verdauliche Kost. Man sollte Pearl Jam schon kennen und mögen, bevor man sich an dieses Album heranmacht. Es ist uneinheitlich, es scheint irgendwie unreif und unfertig zu sein, es ist seltsam und spielt mit dem Hörer. Auf dem Album finden sich Songs, die zum Härtesten zählen, was Pearl Jam jemals geschrieben haben, wie beispielsweise "Spin the black circe" oder "Whipping", auch "Last exit" und "Corduroy" sind Knüller. Und dann, mitten drin, findet man wieder wunderschöne Balladen wie "Nothingman" oder "Immortality". "Better Man" hat sowieso Ausnahmestatus, der wahrscheinlich beliebteste Song unter Pearl Jam-Fans. Man muss diesen Song einfach mögen. Aber was zum Geier ist "Bugs"? Ich habe es mehrmals probiert, habe versucht mich hineinzuhören, aber diese Malträtierung des Akkordeons ist eher eine Vergewaltigung der Ohren als Musik. So etwas muss wirklich nicht sein. Auch ein musikalisches Experiment wie "Aye Davanita" ist als missglückt einzustufen. Bleibt noch die Sound-Collage "Hey foxymophandlemama, that's me" (Was für ein Titel!), die interessanterweise fasziniert.

Wenn Pearl Jam auf die oben angesprochenen Experimente verzichtet hätten und stattdessen noch ein, zwei gute Songs hinzugefügt hätten, dann wäre das Resultat eines der besten Alben der Neunziger gewesen. So aber muss ich leider den einen Punkt abziehen, auch wenn es schmerzt. Trotzdem sollte man sich dieses Album unbedingt zulegen - und bei "Bugs" und "Aye Davanita" einfach vorspielen.

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