Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Seattle-Boom ist nun lange genug vorbei, um einen klaren Blick auf seine Überlebenden zu ermöglichen. Zu diesen gehört vor allem jene Kapelle, die sich nach der von Oma Pearl gekochten Marmelade benannte. Auch mit ihrem vierten Album bleiben Pearl Jam schwierig, vielfältig und unwiderstehlich.Zeitgenössisches Geschrammel wechselt ab mit schleppendem Southern Bluesrock ("Smile"), Country- und Folk-Anklängen und "kammermusikalischen" Balladen, durchschnitten von Salven aus purem Westcoast-Punk. Mit "Red Mosquito" wandelt man gar auf den Spuren des großen Geistes von Seattle, Jimi Hendrix. Einmalig bleibt auch "die Stimme", denn Eddie Vedder weiß jenes charismatische Timbre einzusetzen, das U2s Bono zugunsten postmoderner Ironie abgelegt hat. Nebenbei schreibt er -- mal allein, dann vor allem mit Stone Gossard und Jeff Ament -- starke, unprätentiöse Rocksongs, die ihre Wirkung akustisch ("Off He Goes") wie elektrisiert ("In My Tree") so gut wie nie verfehlen. Und die Charts auch nicht. --Christian Arndt
Kundenrezensionen zu 'No Code [Lp] [Vinyl LP]'
Laaaangweilig... (10. Februar 2008)
...würde Homer Simpson dazu sicher sagen. Und da hätte er wirklich absolut Recht!Jeder Song plätschert einfach nur so dahin und hinterher ist man genauso schlau wie vorher. Eindeutig das schlechteste Pearl Jam Album ever. Von Großtaten wie Ten, Vs. oder von mir aus auch Yield meilenweit entfernt.
Ich frag mich immer warum die Band es immer wieder schafft solche Sachen auf die Menschheit loszulassen?! Ich bin mir ziemlich sicher das sie könnten wenn sie nur wollten. Soviel zum Thema Anti-Haltung.
Und jetzt bin ich ganz schön müde...
Bloß raus mit dem Album ausm CD-Schacht!
No Code - Das 'besondere' Pearl Jam Album (13. Februar 2007)
'No Code' ist nach all den Jahren immer noch mein Lieblingsalbum, sowohl von Pearl Jam als auch der 90er überhaupt.Diese Platte beinhaltet keinen offensichtlichen Superhit der sofort herausstechen würde, sie ist ein großartig durchdachtes Gesamtkunstwerk. Das beginnt schon beim aufwendig gestalteten Artwork welches seinesgleichen sucht.
Das Album enthällt keinen Aussetzer, es lässt sich von vorne bis hinten durchhören. Musikalisch ist es unglaublich vielfältig (von den Country-Einflüssen bei 'Who You Are' über das balladesque 'Off He Goes' bis zum puren Punk bei 'Lukin'), erstaunlicherweise bildet es aber trotzdem eine homogene Einheit. Hier befinden sich Pearl Jam auf ihrem absoluten Höhepunkt und liefern ein von den meisten Fans als bestes Album ihrer Karriere befundenes Werk ab. Produziert wurde 'No Code' vom unerreichten Brandan O'Brian dem hier ein ganz besonderes Lob gilt. Wenn man sich dieses Meisterwerk einmal mit Kopfhörern anhört wird klar was dieser Mann geleistet hat. Textlich gehört das vierte Album der Band aus Seattle ebenfalls zu den Besten der Rockgeschichte, Eddie Vedder in Topform!
Ich als (extremer) Pearl Jam Fan kann dieses Album jedem Freund der guten Rockmusik besten Gewissens empfehlen, wer sich nicht mit 'No Code' beschäftigt hat hat etwas verpasst.
No Code - die Wiederentdeckung ! (22. November 2006)
Zugegeben, diese Scheibe von Pearl Jam, ist nicht die leicht verdaulichste,aber wenn man sich etwas reinhört, erkennt man die Genialität, die dahinter steht. Nach den Krachern Ten + VS kam No Code mit reichlich Ungewöhnlichem daher. Schon der erste Song "Sometimes" hat manche Hörer als Starter sicher bereits etwas irritiert. Aber auch hier sieht man, der Starter muss nich immer ein Kracher sein. Diese Platte hat jedoch ein breites Spektrum an PJ zu bieten, schöne ruhige Songs, PJ-Klassische und Kracher. Bei den Ruhigen möchte ich Off he goes und natürlich Present Tense hervorheben, beide genial und zeitlos. Im Gegensatz dazu bietet die Platte auch den wahrscheinlich schnellsten PJ Song, der je geschrieben wurde, Lukin. Leider ist er dafür nur ne Minute lang, aber die hats in sich. Hail Hail, nenne ich mal ne klassischen PJ Song, so was zum mitwippen eben. Vergessen soll auch Red Mosquito nicht sein, ein Song, an dem man sich vom Prinzip nicht satthören kann ! Übrigens empfehle ich hier jedem sich die Live-Version auf Live on two Legs mal anzuhören, besser als das Original ! Insgesamt muss man sagen, dass die Platte natürlich auch vom erneuten Wechsel des Drummers (Jack Irons; der 3. PJ Drummer) beeinflusst ist, und der Mann hats eben echt drauf, obwohl sein Spiel nicht jedermanns Sache (auch nicht meine unbedingt) ist. Anspieltipp ist hier eindeutig - in my tree. Alle die je an nem Schlagzeug gesessen haben, werden wohl andächtig lauschen ! Abschließend muss ich sagen, dass ich die Platte immer sehr stiefmütterlich (väterlich) behandelt habe, da sie einem wirklich nicht so leicht zufällt. Doch nach einigem jetzt erneuten Hören, lief sie ne zeitlang als Dauerrotation in meinem CD-Player ! Auf jeden Fall ein PJ-Milestone.
Wehmütige Denkpause (23. August 2005)
Zugegeben, an ,Ten' oder ,Vs.' kann ,No Code' nicht anknüpfen, dazu ist die Sammlung zu zerrissen, bruchstückhaft und manchmal auch ein bisschen müde. PJ passierte, was jeder Band passiert, die sich verausgabt. Irgendwann ist eine längere Pause nötig, um sich neu zu orientieren und Inspirationen zu tanken. Danach haben sie es sicher ausgiebig getan.Trotzdem ist dieses Album ein schönes Werk. Es verbreitet da und dort Lagerfeuerstimmung an kalten Tagen ("Off He Goes", "Around The Bend") und rockt dreckig ab (wie in "Red Mosquito" und "Smile"), auch gesprochene Vocals und kurze Punk-Songs kommen vor. "Sometimes" mag dem einen oder anderen Rockhörer mit seiner wehmütigen Stimmung etwas auf die Nerven gehen (wie auch ein paar andere Songs auf dem Album), doch die Platte ist für PJ-Fans gemacht, und die werden das schon verstehen.
Mit ,No Code' entscheidet sich wohl, wer noch dabei bleiben will bei PJs Reise durch Wonderland des Rock. Viele werden sich wohl abgeseilt haben, und die Kritiker hatten sie aufgegeben.
Als Fan finde ich diese Platte aber trotzdem so gut, dass ich sie gerne immer wieder anhöre, viel lieber als so manche andere, die oberflächlich fröhlich rockend daherkommt, aber nichts zu sagen hat. ,No Code' bedeutet Nachdenklichkeit, vielleicht sogar Ratlosigkeit in einer Zwischenphase, die von der Band kreativ bewältigt wurde. Freilich ist das Ergebnis nicht unbedingt für PJ-Einsteiger geeignet, die sich ein Bild von der Band machen wollen.
abenteuerlich (15. Juli 2005)
Eigentlich ist "No Code" wieder nur ein weiteres famoses PJ-Album, so wie die anderen auch. Aber viele der 13 Songs sprechen den Hörer nicht sofort an. Es gibt reichlich Punk-Kracher wie "Habit" und das von Gitarrist Stone gesungene "Mankind", im Kontrast dazu stehen die zurückhaltenden Akustik-Balladen "Around The Bend" und "Off He Goes".Dann gibt es wiederum kurze düstere Stücke wie "I'm Open" (wo Eddie Vedder mehr spricht als singt) und "Sometimes".
Beim Highlight "In My Tree" meint man, Buschtrommeln zu hören anstatt eines Schlagzeugs. Das kann Jack Irons unmöglich alleine getrommelt haben. Gigantischer Song, auch wenn der Gesang etwas unverständlich ist.
In die fast hypnotischen Gitarrenläufe am Ende von "Present Tense" möchte man sich am liebsten hineinfallen lassen.
"No Code" ist neben "Binaural" vielleicht das am schwersten zugängliche Werk von PJ, es ist aber auch das abwechslungsreichste und spannendste. Für PJ-Anfänger als Einstiegs-Album eher ungeeignet - diese sollten lieber zu "Ten" oder "Vs." greifen.
Anspieltipps: In My Tree; Present Tense; Red Mosquito; Smile
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