Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Ende der Soundgarden-Saga mit einem Album, dessen Titel, wenn man so will, alles darüber aussagt. Down On The Upside kehrt tatsächlich das Oberste nach unten und wieder anders herum, ist so psychedelisch finster wie Ultramega OK, ihr Debüt von 1996, so virtuos inszeniert und gespielt wie Superunknown, hat die gleiche trashige Attitüde wie etwa die Fopp-EP und ist definitiv das reifste Album der Band.So gesehen, schließt die Platte nicht nur den Kreis auf eine Weise, die den Split der Band als letztes Mittel gegen künstlerische Stagnation einsehbar macht, sondern bringt die Qualitäten der Band besser und zutreffender auf den Punkt als das irgendeine Compilation könnte. Und ist, lässt man diese oder eine andere Betrachtungsweise außer Acht, ganz einfach ein exzellentes Album einer außergewöhnlichen Rockband. --Rolf Jäger
Kundenrezensionen zu 'Down on the Upside [Musikkassette]'
Soundgarden, das passt.... (28. Juni 2005)
Wenn man diese CD laufen lässt, hat man wirklich das Gefühl sich in einem Garten von Klängen und Geräuschen zu befinden. Ich möchte fasst sagen, die Musik ist sichtbar. Down on the upside beginnt mit "pretty noose", einem tollen opener (knackiger Rock). Ebenso bildet der Song "Boot Camp" einen perfekten Ausstand. Er ist kurz, beginnt langsam und ruhig, nimmt noch einmal kurz Fahrt auf und klingt dann aus. Insgesamt ist dieses (leider letzte) Album der, meiner Meinung nach, besten Band die gerne in die sogenannte Grunge-Bewegung eingestuft wird, wunderbar und abwechslungsreich. Es gibt melodiöse Songs (z. B. zero chance, switch opens und overfloater), aber auch echte Rock-Songs (z. B. burden in my hand, dusty). Alles wirkt ein bisschen psychedelisch und wird durch Chris Cornell's einzigartige Stimme garniert. Eben ein echter Sound-Garten!Ein Dauerbrenner im CD-Player (2. Mai 2005)
Ich habe das Album vor über einem Jahr gekauft und imemr noch läuft es bei mir Woche für Woche im CD-Player. Es ist unglaublich, wie sich Soundgarden im Laufe der Jahre entwickelt haben. An die rohe, brutale Kraft von "Badmotorfinger" (ein Album, das ich übrigens auch sehr gut gefunden habe) erinnert nur noch wenig, stattdessen steht vertracktes und variantenreiches Songwriting am Programm. Soundgarden spielen mit Grenzen, lösen diese auf, erweitern sie, dehnen ihre Musik aus, um sie im nächsten Song wieder auf das Ursprüngliche zu minimieren. Ein ständiges Auf und Ab, an das sich der Hörer zunächst einmal erst gewöhnen muss, aber dann im Ohr hängen bleibt.Vor allem die erste Hälfte der CD ist absolute Weltklasse. Man wird als Hörer durch ein Wechselbad der Gefühle gezogen - so findet sich zB eine wunderschöne Ballade ("Blow up the outside world") gleich nach dem härtesten Kracher des Albums, "Ty Cobb" (hat jemand Mandolinen schon mal derart rocken hören?), darauf folgt dann wieder ein eher leichtfüßig-zynischer Song ("Burden in my head" - mein absoluter Favorit auf einer CD gespickt mit Highlights). Für diese erste Hälfte könnte man getrost 6 Sterne vergeben, wenn es diese nun geben würde.
Die zweite Hälfte ist dann ein wenig schwächer, aber immer noch gut. Mit "Applebite" kann ich mich nicht so recht anfreunden, "Never the machine forever" ist ein wenig einfältig, aber der Rest hat trotzdem noch Klasse. Vor allem das Ende mit "Boot camp" überzeugt und bleibt lange im Gehörgang hängen - wunderschön, traurig und gleichzeitig voller Hoffnung.
Wenn man das nun zusammenzählt, dann haben wir 6 Sterne für den ersten Teil und 4 für den zweiten - macht insgesamt 5 volle Sterne! Soundgarden sind eben selbst bei den schwächeren Songs immer noch gut und bei den besseren in einer ganz eigenen Liga.
Der Schwanengesang des Nicht-Grunge (9. Dezember 2004)
Dies war die letzte Platte der Band, welche das Phänomen Seattle am überlebensgrößten verkörperte. In den dreizehn Jahren ihrer Existenz (1984-1997) entwickelte sich die Musik der vier Ausnahmemusiker Chris Cornell (Gesang, Gitarre), Kim Thayil (Leadgitarre), Ben Shepherd (Bass) und Matt Cameron (Schlagzeug) von einer schmutzigen Melange aus Sabbath-Riffs und der Messerschärfe des Hardcore bis zu einer der facettenreichsten Interpretationen, welche das weite Feld der harten Rockmusik je erfuhr. Down On The Upside legt Zeugnis von der Reife ab, die die Band sich zu diesem Zeitpunkt ihrer Karriere erworben hatte: Der kommerzielle Erfolg des Vorgängers "Superunknown" - maßgeblich befördert durch die Hitsingle "Black Hole Sun" - konnte zwar nicht wiederholt werden, doch in künstlerischer Hinsicht steht dieses Album noch weiter vorne. Alles ist da: Kraftstrotzende und dennoch filigran ausgearbeitete Riffmonster wie "Pretty Noose", "Rhinosaur" und "Never The Machine Forever", elegische Hymnen an die Selbstzerstörung wie "Blow Up The Outside World" und "Overfloater", rasend schneller Punkrock à la "Never Named" und "An Unkind", Momente purer Melancholie und Schönheit wie "Zero Chance" und "Switch Opens" und atemberaubende Experimente wie dem psychedelischen "Applebite". Über alledem schwebt der altbekannte und immer präsente Geist des zwischen Depression, Aufbegehren und Hoffnung schwebenden Individuums, welches niemand so in Worte fassen kann wie Chris Cornell. Und dass dabei in Text und Musik gleichermaßen trotzdem noch ein trockener bis bissiger Humor aufleuchtet (wie im von Mandolinen eingeläuteten Meisterstück "Ty Cobb" oder dem All-Time-Klassiker "Burden In My Hand") und somit das ganze Spektrum menschlichen Daseins umfasst, verleiht Soundgarden die Qualität, die sie über alle Genres - und insbesondere eines so limitierten wie Grunge - in den Status eines Klassikers erhebt.Zenit bereits erreicht (28. März 2002)
Die allerletzte Soundgarden-Platte ist wesentlich aggressiver als der Vorgänger. Während der Vorgänger düster, zynisch und abgeklärt war, knallt diese Platte aggressiv und überreizt auf den Tisch. Natürlich gibt es weiterhin wunderschöne Stücke wie "Boot Camp", aber die etwas ruhigeren Stücke sind dieses mal einfach nicht mehr so pregnant wie beim Vorgänger, sie bleiben nicht hängen. Dagegen so Brecher wie "Ty Cobb" oder "Dusty". Das entspricht nun eher dem Ursprung Soundgardens. Superunknown war eher eine Ausnahmeplatte. Ich glaube wenn Soundgarden noch eine Platte gemacht hätten (anstatt sich 1997 aufzulösen) dann hätte sich Soundgarden auf seine Wurzeln zurückbesinnt und eine Badmotorfinger-Platte gemacht. Wer weiss......schade drum.....Grunge vom Feinsten (6. Oktober 2001)
Beim ersten Hinhören kommt die Platte einem insgesamt etwas lahm vor, aber schon beim 2.Mal gerät man in einen Bann und man kann sich die Stücke mind.20x hintereinander reinziehen.Die traurigen Texte und die passende Musik geben einem ein Feeling, das schon jeder irgendwie mal hatte. Vielleicht ist es das, was so an dem ganzen verzaubert. Auf jeden Fall ein wahres Meisterwerk und ein schöber Abschluss der Band.
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