Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Jazz-Drummer Alfredo Hernández lacht über die Frage, was sich verändert hat, seitdem er Teil des musikalischen Malstroms namens Kyuss geworden ist: "Nun, ich muß dickere Sticks benutzen." Doch angesichts der Baseball-Keulen, die er hinter seiner mannshohen Bassdrum schwingt, macht er sich damit schändlicher Untertreibung schuldig.Hernández hat Brant Bjork ersetzt und die Weite und Schwere in den Sounds von Kyuss um zusätzliche Horizonte bereichert. Selbst Sänger John Garcia fügt sich in den Bewußtseinsstrom der Musik, verwendet Gesang als Klangfarbe, der ein rhythmisches "Yeah" als textliche Grundlage reicht. Kyuss erreichen so eine hypnotische Qualität, die unter Umgehung der Ratio direkt ins Unterbewußtsein kriecht. Kein Wunder, daß die Band ihre Platten nur in Studios aufnimmt, die mit Kerzen, Räucherstäbchen und Spaßzigaretten bestückt sind.
And The Circus Leaves Town spielt mit der Dynamik, sei es in der Brutalität des Openers "Hurricane" oder in den verführerisch sanften Phasen von "El Rodeo". Doch je ruhiger eine Soundschicht ausgestaltet ist, desto brachialer wirken hernach die dampfwalzenden Gitarren. Kyuss haben ihren kreativen Zenith erreicht, ohne dafür kommerziell belohnt zu werden. So gerät die Platte zum Schwanengesang, der Titel des fünften Albums bekommt eine prophetische Note, als die Band sich auflöst. Die Kyuss-Story hat kein Happy End. --Björn Döring
Kundenrezensionen zu 'And the Circus Leaves Town'
Ein würdiger Abschied... (10. März 2007)
...der leider viel zu zeitig kam. wie viele Bands hab ich Kyuss erst später kennen gelernt, und musste im nächsten Moment feststellen, dass sie überhaupt nicht mehr existiert. Aber Kyuss stiegen sofort in die Riege meiner Lieblingsbands auf. Ihr Sound ist einzigartig. Hart aber trotzdem entspannt, vereint auf eine Weise wie sie wohl nur diese Band beherrscht. Über einzelne Songs muss man eigentlich garnicht sprechen, die Platte ist ein Gesamtkunstwerk (deshalb kenne ich wahrscheinlich auch kaum songtitek von Kyuss). "Spaceship Landing" ist dann der ultimative Schlusspunkt: ein 10 minuten langes Lied, das alles vereint was Kyuss ausmacht. Danach folgen noch 20 minuten Leerlauf (einmal kurz unterbrochen von Gesängen, die wahrscheinlich im Vollrausch entstanden sind), gefolgt von einem Bonustrack, der das Ende noch einmal um liebgewonnene Minuten hinauszögert....Sehet, wie gut der Herr ist (16. Januar 2005)
Einen würdigen Schlussstrich unter ihre viel zu kurze Karriere setzt dieses Meisterwerk. Der unverkennbare Gitarrensound, wunderbare Melodien, die überwechselnd in wildem Stoner-Donner einen die Augen schließen lassen, um eine knappe Stunde später aus der Meditation zu erwachen, und aufs Neue den Play-Knopf zu drücken.Als Fan aller älteren Scheiben stellte sich das Vergnügen allerdings erst nach öfterem Anhören ein, denn diese CD ist anders, nicht so straightforward, abrupte Breaks und Rhytmuswechsel verunsichern den überzeugten Headbanger zunächst, aber schließlich sind es Lieder wie "one inch man", "el rodeo" oder das heiß geliebte "spaceship landing", die zeigen, wie zeitlos Kyuss Musik machen konnte.
Zähes Meisterwerk (2. August 2004)
In ihrer kurzen Karriere brachten Kyuss vier Alben heraus (das seltene "Sons Of Kyuss" ausgeklammert), die vor allem eins sind: grundverschieden. Während " Wretch" roh und rockig daherkommt, "Sky Valley" epenhaft und spieltechnisch komplex ist und "Blues for the Red Sun" wohl eine Art zwischenstück zwischen diesen beiden Platten darstellt, ist "..And The Circus Leaves Town" ehrlich gesagt der zäheste Brocken, den ich von dieser Band kenne. Angefangen mit der staubtrockenen Produktion: einige Aufnahmen laufen im simplen Bass-links-Gitarre-rechts-auf-der-Box-Verfahren und Musiker werden schnell feststellen, dass es sich bei vielen Tracks um schnell eingespielte Liveaufnahmen handelt (beim Bass schwingt beispielsweise das Schlagzeugbecken mit). Aber gerade das macht den Reiz dieser Platte aus: der Gruppensound wird vollkommen ungeschminkt präsentiert. Mehr Druck wurde hier eindeutig auf den Bass geliegt, der deulicher als jeh zuvor hörbar ist. Die Stücke sind minimalistischer und experimentiefreudiger als auf den Vorgängern, haben aber nichts von ihrer Vielfältigkeit eingebüßt: Angefangen mit wunderbaren Instrumentals wie "El Rodeo", schnellen Rockern wie "Hurricane" oder schleppenden Zeitlupenstücken wie "Jumbo Blimp Jumbo" oder "Spaceship landing" ist alles vertreten, nur eben eine Spuhr uneingängiger als zuvor. Die Texte sind wie immer einfach wunderbar unkompliziert und sinnlos, Gitarrensolos kommen seltener und kürzer vor als zuvor, dieses Album ist deutlich rifforientierter und erinnert mich stark an das erste QOTSA-Album.Kurz gesagt also eine Platte, die von mehrerem und intensivem Anhören lebt und zum treuen Freund wird, wenn man sich erst an den ungewähnlichen Sound gewöhnt hat und dann über den wunderbaren Inhalt staunen kann...
Genialer Stoner Rock (2. Juni 2004)
Das Album "And the Circus Leaves Town" von Kyuss ist sicher eines der besten Alben das ich kenne. Es ist äußerst abwechslungsreich mit sehr kraftvoller Musik.Kyuss hat mit diesem Album ein tolles Werk vorgelegt, mit der Kyuss typischen Bass-Geschwängerten und vor Kraft strotzenden Musik, bei der man am liebsten sein Zimmer verwüsten würde oder einfach nur dazu verleitet lässt sich hinzulegen und treiben zu lassen.
Wer Kyuss noch nicht kennt ist mit diesem Album auch gut beraten, da es auch einen guten Eindruck auf die anderen Alben von Kyuss macht. Der Stil von Kyuss ist sicher nicht einfach zu beschreiben, aber wenn man sich überlegt, dass Kyuss einfluss auf viele Rockgrößen hatte, kann man sich überlegen, dass man Kyuss zumindest kennen sollte. Bekanntermaßen hatte Kyuss Einfluss auf Melissa Auf der Maur (auf deren Album ein Ex-Kyuss [Kyuss existiert ja leider nicht mehr] Mitglied zu hören ist), Queens Of the Stoneage (die sich ja aus Kyuss Mitglieder geformt hat) und viele andere ... die Musik lässt sich am besten als kraftvoll, mit einem starken Drum und Bass anteil und einer "der Musik dienenden" Stimme beschreiben. Wobei der Text durch die Stimme und Musik in den Hintergrund tritt, da man auch so glaubt zu erkennen was hinter den Liedern steckt. Wer QOTSA kennt, sollte sich hier auf eine rauhere, ungeschönte, härtere Variante gefasst machen.
Ich denke dieses Album (wie alle anderen von Kyuss auch) sollten in keine Sammlung fehlen in der sich auch Scheiben von "Tactical Neural Implant", "Queens of the Stoneage" oder andere Stoner-Rock Platten finden.
Macht euch auf was gefasst wenn Kyuss eure Kopfhörer verschlingt und ihr eure Wohnung zertrümmert ;).






