Aus der Amazon.de-Redaktion
Beflügelt vom fortwährenden kommerziellen Erfolgs des Albums Led Zeppelin IV nutzte Jimmy Page mit dem Nachfolgewerk von 1973 die Gelegenheit, seine ohnehin schon großartigen kompositorischen Fähigkeiten noch weiter auszubauen. Das Resultat: ein Werk von immensem Sound-Spektrum.Davon profitierte nicht zuletzt die stets unterbewertete Rhythmus-Sektion um "Thunder-Fist"-Drummer John Bonham und den grundsoliden Bassist John Paul Jones, was insbesondere auf "Dancing Days Are Here Again", "The Crunge" und "Over The Hills And Far Away" zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus entpuppte sich Jones mit seinen raffinierten Keyboard-Einlagen auf eher schwermütigen Songs wie "No Quarter" und "The Ocean" als wahre Geheimwaffe. Zudem bewiesen Led Zeppelin mit dem ulkigen "D’yer Ma’ker" mehr Sinn für Humor, als man ihnen jemals zugetraut hätte. --Billy Altman
Kundenrezensionen zu 'Houses of the Holy'
eher prog-rock, als hard-rock, dennoch gut ! (3. Mai 2007)
nach dem über gigant "led zeppelin IV" , wurde 2 jahre später diesesaußergewöhnliche meisterwerk veröffentlicht. zeppelin wurden harmonischer,
melanchonischer und etwas ruhiger. kein blues, kein hard-rock, sondern
eher prog-rock. 1972/73 war sowieso eine zeit, in dem prog-rock herrschte.
da waren u.a. genesis mit "foxtrott", pink floyd mit "dark side of the moon"
oder yes mit "close to the edge".
der bekannteste überflieger von "house of the holy" war wohl doch "D`yer
Mak`er" (ausgesprochen : JA-MAICA in engl).einer der außergewöhlichsten zep
songs. man hat das gefühl, man wäre in "JA-MAICA", den der song ist eher
ein reggae. wie auch immer, das album ist für die hardrock-zep-fans eher
gewöhnungsbedürfdig, dennoch kein fehltritt !!!
Ein gutes Haus (14. Februar 2007)
"Houses Of Holy" von 1973 und wieder ein riesiger Erfolg für den Zeppelin.Die Gruppe füllte die größten Stadien, auch und gerade in den U.S.A.. In meinen Augen kommt das Album aber nicht an die Großtaten "I", "II" und "IV" heran.
The song remains the same: Ein guter und abwechslungsreicher Song, aber etwas ungewöhnlich für einen Opener.
The rain song: Klasse und auch sehr abwechslungsreich.
Over the hills and far away: Für Led Zep eher mittelprächtig.
The crunge und Dancing days: Gute Songs, aber nichts besonderes.
D`yer mak`er: Lustiger Song, mal was anderes. Aber irgendwie nicht ganz gelungen?
No quarter: Vielleicht der Höhepunkt des Albums? Ein ganz starker Song mit Orgel von John Paul Jones. Aber irgendwie muss ich immer an `Stairway to heaven` denken....
The ocean: Einer meiner liebsten vom Zeppelin. Der Gesang von Robert Plant ist - genial! Aber hier muss ich an `Black dog` denken.
Irgendwie ist die "Houses Of Holy" sowas wie eine Kopie der "IV" für mich. `The ocean` und `No quarter` erinnern mich an Songs der "IV" (siehe oben). Das Album ist aber gut und klar zu empfehlen. Nach den genannten Meisterwerken ist es sicher auch schwer, ein weiteres Album auf dem gleichen Niveau zu bringen. 4 Sterne.
Eines der stärksten LZ-Alben (8. Februar 2007)
Led Zeppelin hatten in den Anfängen ihrer Karriere starke Alben, doch "Houses of the Holy" ist klar eines ihrer stärksten. Im Vergleich zu den früheren Werken ist der Sound noch dichter und druckvoller, während Plants Stimme in ihrer Brüchigkeit teilweise in krassem Gegensatz zur Instrumentierung steht; was der Musik keinen Abbruch tut, sondern die Note dieser Ausnahmeband unterstreicht. Das Album startet mit "The Song Remains The Same" mächtig durch; Nach einem dramatischen Anhäufen von explodierenden Gitarrenläufen, immer wieder von gemäßigteren Passagen unterbrochen, gallopiert der Song seinem Ende entgegen, und es wird wohl nur Wenige geben, die nicht sofort auf Replay drücken, wenn sie ihn das erste Mal hören. "The Rain Song" ist Legende und gehört zum Besten, was das Zeppelin komponierte; er allein würde schon als Kaufgrund ausreichen. Mit "Over The Hills And Far Away" findet sich eine sehr gute, sympathische LZ-Nummer an Bord, wobei mir die Live-Aufnahme auf der "How The West Was Won" noch einen Tick besser gefällt. Led Zepplins Interesse an Experimenten macht sich dann in "The Crunge" breit, in dem neben dem populären Gitarrenriff noch Plants Sprechgesang Platz findet. Ein kurioses Intermezzo, das dann ins mittelmäßige "Dancing Days" schwappt, um im berühmtberüchtigten "D'yer Ma'ker" zu enden: Für Viele ist diese Nummer ein peinlicher Höhepunkt in Zeppelins Karriere, andere können sich mit der munteren Melodie anfreunden. "No Quarter" ist ein Langweiler und entwickelt seinen Charme für mich nur in der Neufassung auf dem "No Quarter" - Album von 1994. Das furiose Finale bestreitet der Hammersong "The Ocean", eines meines Lieblingslieder von LZ. Interessenten verweise ich an die bessere Version auf der "How The West was Won".Weniger Blues, mehr Sounds und positive Vibes (4. Dezember 2006)
Vorgeschichte:Nach dem großen Erfolg des vierten Albums und einer fast unverschämt erfolgreichen Tour gönnten sich Page, Plant, Jones und Bonham eine kleine Verschnaufpause. Natürlich hielt es Page nicht lange aus und plante mit Plant mit indischen Musikern einige Led Zeppelin Songs neu einzuspielen. Das Projekt wurde aber eingestampft, da die Soundqualität - laut Page - nicht zufriedendstellend war. In den 90ern wurde die Idee wieder aufgegriffen, mal mehr, mal weniger zufriedenstellend.
Zum Album:
Bei "Houses Of The Holy" experimentieren die Vier fast genau so unbeirrt herum, wie auf den vorherigen Alben auch, NUR das hier mehr in verschiedene stilische Ecken vorgedrungen wurde. Auch soundtechnisch ging man einen neuen Weg. Das Album ist sehr sauber aufgenommen, man denkt die Band direkt vor sich zu haben. Die Rhythmussektion Bonham/Jones brilliert auf diesem Album besonders, Page schwebt klangmäßig über allen und Plant singt facettenreich.
Was auffällt ist, dass die Songs auf dem Album deutlich mehr Parts haben, als auf dem Vorgänger. Während auf "IV" oft jam-artige Strukturen herrschten, haben einige Songs hier oft mehrere Parts. Das erschwert ein wenig den Zugang zur Platte, aber gibt dem Album eine etwas längere Lebenszeit. Es wird nicht langweilig.
Zu den Songs:
"The Song Remains The Same" bietet enormen Drive und Tempo ohne Heavy zu wirken, sondern locker und unbeschwehrt. (Wann gibt es sowas schon mal?) Schöne Harmonien und Tempowechsel geben dem Song den nötigen Kniff um auch nach mehrmaligen Hören nicht langweilig zu werden.
"The Rain Song" ist ein weiterer sehr abwechslungsreicher Song, der sich Zeit nimmt und sie auch nutzt. Gegen Ende explodiert der Song förmlich, nur um letztendlich wieder in sich zusammenzufallen. Jones brilliert hier am Mellotron (mein Lieblingstasteninstrument neben dem Moog) und Page spielt wunderschöne Melodien. Schön, wie Page am Ende einfach kein Ende finden möchte und immer wieder kleine Melodien hier und da spielt. Super!
"Over The Hills And Far Away" ist wieder ein unbeschwerter Song, der zwischen Folk und Hardrock pendelt, mit toller Gesanglinie, kreativen Sounds und einem tollen Ende punktet!! Besonders live (How The West Was Won) drückt der Songs sehr nach vorne.
"The Grudge" ist der Funksong, der gegenüber den ersten Songs ein bisschen abfällt, aber auf Grund der kurzen Spielzeit nicht auf die Nerven geht. Am Ende wird noch James Brown zitiert und wann bitte schön hört man Funk mit solchen Synthisounds? Eben!
"Dancing Days" startet die B-Seite und wirkt vom Riff her ein wenig hypnotisch. Auch wieder sind Tasteninstrumente von Jones zu hören. Im Allgemeinen ein wenig zahnlos.
"D'yer M'ker" (ich hoffe das ist jetzt richtig geschrieben? das ich jetzt frage, ist ein deutliches Zeichen!) Ich mag den Song nicht. Er ist sauber gespielt, aber die Musiker haben diese Musikart nicht im Blut und deshalb funktioniert es - meiner Meinung nach -nicht.
"No Quarter" ist dann wahrscheinlich DER Led Zep Song schlechthin. Bedrohliche Keyboardsounds, Pages dezente und deshalb so effektive Gitarre, Plant verfremdete Stimme und Bonham wusste einfach wann er was zu spielen hatte. Jones erwies sich hier als ein unglaublicher Arranger, was spezielle Sounds und Stimmungen angeht. Ähnlich wie bei Pink Floyds "Echoes" könnte der Song stundenlang weiterfließen... HAMMER!
"The Ocean" versöhnt dann wieder Leute, die mit "D'yer M'ker" UND "No Quarter" nichts anfangen konnten. Ein tolles Riff (Bonhams qietschende Fassmaschine), Drive und Backing Vocals runden dieses Lied ab, gen Schluss noch ein kleiner Kurzsprint und "zack!" ist die Platte durch.
Unglaublich, wie viele Ideen diese CD bietet, ohne in die Progressiv Rock Richtung zu gehen. Toll!
Ich bin der Meinung, die Leute hier bewerten einfach zu oft zu hoch. Ich gebe "Houses Of The Holy" vier Sterne für, vier herausragende Songs (1,2,3 & 7), zwei gute und unauffällige Songs (5 & 8), einen guten und auffälligen Song (4)und einem Ausfall(6).
So und jetzt nur noch die CD reinlegen!
Fünftes Album - gutes Werk mit einigen Schwächen (3. September 2006)
1971 hatte das vierte Album mit „Stairway To Heaven“ Led Zeppelin von Superstars zu Megastars verwandelt. Auf dem `73er-Nachfolgealbum HOUSES OF THE HOLY beabsichtigte die Band, sich von den bisherigen Erfolgsmustern etwas zu entfernen.Hatte das bandtypische eklektizistische Zitieren von verschiedenen Stilrichtungen auf den Alben zuvor eine abwechslungsreiche Melange aus Hardrock, Blues, Folk und Country hervorgebracht, so wichen Jimmy Page, Robert Plant, John Paul Jones und John Bonham hier von ihrer gewohnten Gangart ab. Bis auf das abschließende „The Ocean“ verzichten sie auf den für sie typischen rabiaten, bluesgetränkten Hardrock, stattdessen überwiegt die Tendenz zu elaborierten Sounds, die manchmal bombastisch, manchmal ruhig und entspannt, unterm Strich immer eher freundlich als brütend schwer klingen. So ist der Opener „The Song Remains The Same“ an Gitarrenoverdubs – darunter eine 12saitige Rickenbacker - geradezu überreich, und nicht weniger bombastisch geht es mit der siebenminütigen Ballade „The Rain Song“ weiter. John Paul Jones ist auf HOUSES OF THE HOLY mehr Keyboarder als Bassist, seine ätherischen Mellotronklänge prägen ein gutes Stück des Albums, vor allem „Rain Song“ oder das düsterere „No Quarter“, die jene Aura von Mystik verströmen, die bis heute einen Großteil des Mythos Led Zeppelin ausmacht.
HOUSES OF THE HOLY vermag unterm Strich aber den gewohnten Led-Zeppelin-Standard nicht ganz zu halten. Die ersten vier Alben waren, bei aller Anmaßung und Liebe zum Plagiat, voller authentischer, überbordender Energie und unverbrauchtem Einfallsreichtum gewesen. Auf HOUSES OF THE HOLY hingegen hätte sich die Band den einen oder anderen stilistischen Ausflug ruhig sparen können, folgerichtig unterließ sie es auch später, mit Funk („The Crunge“) oder Reggae („D'yer Mak'er“) zu experimentieren, auch wenn „The Crunge“ ebenso wie „The Ocean“ eine interessante, „schiefe“ Metrik aufweist. Es gibt ohne Zweifel brillante Momente, wie etwa „The Song Remains The Same“, „Rain Song“, „No Quarter“ oder das orientalisch anmutende Riff zu „Dancing Days“ beweisen. Dennoch wirkt manches eher aufgeblasen als spontan, eher künstlich als inspiriert. Besonders auffällig sind Robert Plants schwache, allzu selbstverliebte Texte, darunter besonders jene zu dem (mit viel gutem Journalistenwillen bisweilen als „humorvoll“ bezeichneten) „D’yer Ma’ker“.
Natürlich wurde HOUSES OF THE HOLY 1973/74 ein großer Verkaufsschlager, ohne freilich den Erfolg von IV wiederholen zu können. Immerhin sollte die Band schon zwei Jahre danach mit dem Doppelalbum PHYSICAL GRAFFITI ein Werk vorlegen, mit dem Led Zeppelin wieder zu ihrem gewohnten Standard zurück fanden.





