Aus der Amazon.de-Redaktion
Nach langen, harten Tourjahren, in denen Yes in jeder freien Minute an neuen Songs gebastelt hatten, gönnten sie sich 1975 eine wohlverdiente Ruhepause und beschäftigten sich mit Soloalben oder dem Geraderücken des sich aufgrund der ständigen Tourstrapazen in leichter Schieflage befindlichen Familienlebens. Als man 1977 mit Going For The One wieder ins Rampenlicht zurückkehrt, gehört der zwischenzeitlich ausgestiegene Keyboarder Rick Wakeman wieder zum Aufgebot, und Yes können unglaublicherweise nahtlos an die Genialität ihrer letzten fünf Studioalben anknüpfen. Die Engländer geben sich so vielseitig wie nie zuvor und überzeugen sowohl mit schwebenden Balladen wie "Turn Of The Century" und "Wonderous Stories" als auch mit dem hochkomplexen "Awaken" oder dem innovativen Kirchenorgel/Monsterbaß-Groover "Parallels". Seine Parts bei diesem Song hat Wakeman der Legende nach in einem Gotteshaus eingespielt, von wo aus sie per Telefon (!) in die berühmten Mountain-Studios nach Montreux übertragen wurden. Das mag glauben, wer will, aber die rein musikalische Großartigkeit des Albums ist kaum weniger phantastisch als diese kleine Verneigung vor den Schweizer High-Tech-Telefonleitungen. --Michael RensenKundenrezensionen zu 'Going for the One/Remaster'
Erster Einbruch... (17. Januar 2007)
Ich mag das Album.Nach einer längeren Pause, in der alle Bandmitglieder ihre ersten Solo-Alben verwirklichten, kehrten "Yes" mit dieser Veröffentlichung ins zunehmend von der Punk-Hysterie bestimmte Licht der Öffentlichkeit zurück. Und mit ihnen kehrte Rick Wakeman zurück, der statt Patrick Moraz plötzlich wieder als Keyboarder an Bord war.
Dem veränderten Zeitgeist wollten "Yes" mit konziserer, zugänglicherer Musik Rechnung tragen, zumindest hieß es so im Vorfeld der Veröffentlichung. Viel daraus geworden ist nicht: statt eines Roger-Dean-Fantasy-Covers ein modernistischeres Hipgnosis-Cover, und das erste Stück - "Going For The One" -, gibt sich mit straighterem Rhythmus und Rock-Anleihen Mühe (übrigens fand ich immer, das Jon Anderson Stimme auf diesem Stück besonders strahlt. Und Steve Howes neckische Slide-Gitarre hört sich ein bißchen so an, als ob er sich über die Pop-Bestrebungen lustig machen wolle...).
Aber schon die zweite Nummer, das achtminütige ruhige, wunderschöne "Turn Of The Century" mit seinen polyphonen Klassik-Anleihen und schönem Zusammenspiel zwischen Gitarre, Piano, Baß und geschmackvoller Percussion von Alan White und seinem Bombast-Sound paßt nicht mehr ganz in dieses Schema.
"Parallels" ist ein bewegter, zwei Minuten zu langer Chris-Squire-Rocker mit dominanten Baß-Riffs und netter Gitarrenarbeit. Aber dieses Stück schlachtet Rick Wakeman gnadenlos: wer um Himmels Willen hat ihm erlaubt, hier die ganze Zeit auf einer Kirchenorgel mit vollem Register zu blasen? Die Faust paßt besser auf's Auge. Ich denke, hier merkt man, daß "Yes" selbst, und nicht mehr Eddie Offord für die Produktion verantwortlich waren.
"Wondrous Stories" paßt wieder besser ins Konzept und war wohl auch die Single zur Platte: eine nette ruhige, kleine Nummer. Schön.
Den Abschluß bildet das fünfzehnminütige "Awaken", für viele "Yes"-Fans ihr bester einzelner Song. Nach etwas Klavier-Gefrickel von Wakeman, einem ruhigen Gesangsintro mit schwebenden Sounds und sanftem Synthie übernehmen druckvoller Baß und Gitarre das Kommando, darüber mehrstimmiger Gesang in verschiedenen Linien, danach ein fast kirmesmäßiger, aber druckvoller Teil mit aufsteigenden Vocals und Orgelgedudel, der zum ruhigen Mittelteil führt: Harfegeplinge, sanfte Percussion, leichte Pfeifenorgel. So schwebt das ganze ein paar Minuten vor sich hin, Baß und Gitarre mischen sich hinzu, die Orgel wird immer bestimmender und plötzlich finden wir uns im Bombast-Overkill des Schlußteils inklusive Frauenchor. Es fängt ja gar nicht so arg an, aber dann: "Also, wenn ich mit dem fetten Orgelbaß dazugehe, fängt Dein Gitarren Solo an, dann kommt da wieder Gesang dazu, dann nehmen wir ein bißchen Spannung raus mit einer fiddeligen Orgelkadenz, und dann schmeißen wir alles rein was wir haben, mal schauen, ob ich auch nicht irgendwo noch ne dritte Hand für nen Synthie finde, wir bieten dem Chor eine Extra-Vergütung damit er ordentlich laut singt, und Du fiedelst die ganze Zeit mit der Gitarre obendrüber weiter, ja? Und den Schluß machen wir dann ein bißchen Chill-Out-mäßig." Schon geil, irgendwie.
"Awaken" ist in seinem bombastischen Überschwang schon ganz nett, aber zur Klasse der anderen großen "Yes"-Epen fehlt etwas: Delikatheit. Alles wirkt etwas aufgesetzter, bemühter als früher. Dennoch ist "Going For The One" für jemanden, der "Yes'" klassische Phase mag, durchaus lohnenswert, wenn auch verzichtbar. Und besser als das nachfolgende Desaster "Tormato" allemal.
Ich mag es trotzdem.
Das `Awaken` von Yes (2. August 2006)
1977 stieg Rick Wakeman zum 2. Mal bei Yes ein. Die Besetzung dieser Platte ist: Jon Anderson (Gesang), Rick Wakeman (Keys), Steve Howe (Gitarre), Chris Squire (Bass und Gesang) und Alan White (Drums). In meinen Augen kann "Going" nicht ganz an die Großtaten Anfang der 70er (Fragile und Close to the Edge) anknüpfen. Eine klasse Platte ist ihnen aber trotzdem gelungen. Hightlights sind das wunderschöne Wonderous stories, das tolle Parallels und das geniale Awaken, welches fast so gut ist wie Close to the edge. Einziges Manko ist, Yes bieten hier nichts Neues sondern verwalten ihre Fähigkeiten und Qualitäten nur.Das ist aber, muss ich zugeben, meckern auf hohem Niveau, daher 4 fette Sterne.
Einen Traum wiederentdeckt! (25. Februar 2005)
Eigentlich bei mir schon fast in Vergessenheit geraten ist diese von mir schon vor Jahrzehnten gekaufte und bei Amazon erst heute wieder angehörte und damit wiederentdeckte LP (nicht CD)neu auferstanden. Einfach traumhaft! Ich freue mich schon darauf, diese LP auf meinem Linn basic wieder zu hören.Yes - Going For The One (1977) (10. Januar 2005)
Die anderen vergeben 5 Sterne. Ich vergebe aber für Going For The One nur 3 Sterne. Warum? Obwohl ich großer Yes-Fan bin gebe ich "Going For The One" nur 3 Sterne, da die Kompositionen ein wenig lieblos und fast schon ein wenig mechanisch klingen.Das Titellied nervte mich schon sehr früh, das zweite, dritte und vierte Lied besitzen schöne Melodien, entwickeln sich meiner Meinung nach nicht ganz. Auch "Awaken" der Longtrack (15:38) kann bei mir nicht recht zünden.
Jedoch ergibt sich meine durchschnittliche Bewertung vielleicht nur daher, dass ich von Yes bisher besseres gewohnt war ("Close To The Edge", "Tales From Topographic Oceans" und "Relayer").
Fazit: Muss man meiner Meinung nach NICHT in einer Progressive Rock Sammlung haben. Besser "Close To The Edge" (1972) kaufen. Das ist ein wahres Meisterwerk. "Going For The One" ist für mich zu müde.






