Aus der Amazon.de-Redaktion
Was für eine unglaublich gute Scheibe! Dream Theater hatten schon mit ihrem legendären Debüt When Dream And Day Unite ('89) und dem Bestseller Images And Words ('92) bewiesen, dass sie im Prog-Metal-Bereich so gut wie unschlagbar sind, doch anstatt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, wuchern die New Yorker auch auf Awake ('94) wieder mit genialen Songideen und halsbrecherischen Soli, bis der Notarzt anrückt. Der von einem phänomenalen Drumbeat eingeleitete Dampfhammer "6:00", die von sehr schönen Melodien gekrönten "Caught In A Web", "Innocence Faded", "Voices" und "Lifting Shadows Off A Dream", das vertrackte Instrumental "Erotomania", der balladeske Gänsehäuter "The Silent Man", das von abgehackten Riffs nach vorne getriebene "The Mirror", der komplexe Groover "Lie", der verschachtelte Elfminüter "Scarred" und zum Abschluss die melancholische Ruhepol "Space-Dye Vest" aus der Feder von Keyboarder Kevin Moore -- diesen schillernden Klangdiamanten MUSS jeder Fan anspruchsvoller Metal-Sounds haben! --Michael RensenKundenrezensionen zu 'Awake'
Ein düsterer Höhepunkt (1. Dezember 2008)
Mit "Images and Words" haben Dream Theater einen Meilenstein im Progressive Metal eingespielt und dem Nachfolger "Awake" merkt man an, dass die Jungs klar unter dem Druck standen, hier nochmals eins draufzusetzen. Glücklicherweise haben sie das ohne wenn und aber geschafft.Allgemein ist "Awake" um einiges härter, aber auch komplexer als "Images and Words" und gemeinsam mit "Systematic Chaos" das wohl düsterste Album der Bandgeschichte.
Im Gegensatz zu ihrem aktuellen Longplayer aber, klingt "Awake" um einiges bemühter und noch bei weitem nicht so routiniert und, nun ja, eigenständiger. In meinen Augen auch sicher u.a. auf den "Kevin Moore Faktor" und den Erfolg des Vorgängers zurückzuführen.
"6:00" ist ein eingängiger Opener, der vor allem live fetzt und genauso wie die folgenden Titel "Caught in a web" und "Innocence faded" ein wahrer Ohrwurm ist, ohne zu irgendeiner Sekunde langweilig zu sein. Mit "Scarred" und der aus "Erotomania", "Voices" und "The Silent Man" bestehenden Trilogie "A Mind beside Itself" liefert die Band kreative Größtwerke ab, die über ein Jahrzehnt danach immer noch oft als Eichmaß für die Kunst von Dream Theater herhalten.
"Space-dye Vest", das von Keyboarder Moore alleine geschrieben wurde, bildet als wohl melancholischstes DT-Lied überhaupt den Abschluss.
"Awake" hat zu jedem Zeitpunkt meine Erwartungen übertroffen und ich könnte nicht oft genug sagen: Ich liebe dieses Album einfach!
Von Anfang bis Ende wahnsinnig gut durchkomponiert, stimmig und düster. Technisch sind die 4 Instrumentalisten sowieso über jeden Zweifel erhaben - stellen das aber gerade mit "Erotomania" wieder mal gekonnt zur Schau - und auch LaBrie gefällt mir gerade auf der "Awake" sehr, vielleicht auch weil die düstere Stimmung zu seiner Stimmlage gut passt.
Abschließend: Anspruchsvolle Rockmusik, DT-typisch hochmelodisch und komplex, für Fans ein Pflichtkauf, für Einsteiger vielleicht auf Anhieb ein wenig zu schwer, ein Höhepunkt in der Bandgeschichte aber auf jeden Fall.
brauchte 1 Jahr um die Genialität dieses Albums zu erkennen... (31. Juli 2007)
Da ich erst seit einem Jahr Dream Theater Fan bin, habe ich mich natürlich erst mal mit den beiden Überwerken "Images and Words" und "Scenes from a memory" vertraut gemacht. "Awake" hab ich nach ein paar mal hören erst mal zur seite gelegt. Aber vor kurzen bin ich wieder darauf aufmerksam geworden und jetzt hör ich es ständig.Das besonders bemerkenswerte ist die rhythmische Komplexität dieses Albums, lebte "Images an Words" noch eher von den tollen Melodien(die auch auf awake zweifelsohne vorhanden sind), besticht hier vorallem Portnoy mit seinen hammergeilen Beaks, sowie die ständigen Rhythmus- und Tempowechsel im Zusammenspiel mit den übrigen Bandmitgliedern. Im Nachhinein wird mir deshalb auch klar warum "Awake" bei mir auch erst reifen musste: Man muss jeden Titel mindestens 10mal hören, damit man das Grundmuster im Kopf hat und einem die rhytmischen Feinheiten und Finessen erst offenbart werden können. Deshalb klang es für mich auch erst sehr ungewohnt und "gefühllos".
Es ist bestimmt das unterschätzteste von allen Dream Theater Alben, doch jetzt bin ich einfach froh das ich mich nochmal zur genüge mit diesem Meisterwerk auseinandergesetzt hab.
6-00: *****
caught in a web: ****
innocence faded: ****
erotomnia: ***** (ich würd hier sogar 6 Sterne geben)
voices: *****
the silent man: *****
the mirror: ****
lie: ***
lifting shadows: *****
scarred: *****
space-dye west: *****
Eines der prägendsten Alben in der Geschichte des Progressive Metal (4. Juni 2007)
Gerade mal zwei Jahre nach dem revolutionären "Images And Words" lieferten Dream Theater mit Awake 1994 schon wieder ein Album ab, das die gesamte Prog-Welt nachhaltig verändern sollte. 75 Minuten lang wird mit Songstrukturen, Sounds und Einflüssen experimentiert - und jede Minute wurde zur Legende. Treibende Kraft des Fortschritts war erneut Keyboarder Kevin Moore, der keine Sekunde so klingt wie auf dem Album zuvor. Mit zahlreichen Orgelsounds verleiht er dem Album über weite Strecken dieses Mal eine bluesrockige Komponente. Zu den mutmaßlichen Einflüssen bezüglich epischer Strukturen wie Kansas, Yes oder Genesis kommt auf Awake also eine Portion Deep-Purple-Sound hinzu. Klänge von Hammond- und schwergewichtiger Kirchenorgel nutzt Moore, um dramatische Atmosphären im Hintergrund zu erzeugen und im Vordergrund markante rhythmische Akzente zu setzen. Als Melodieinstrument bearbeitet er sein Keyboard - der Zeit um Jahre voraus - experimentierfreudig mit spacigen Verzerrungen - auch meist mit Orgelklängen als Ausgangspunkt - und drückt damit Songs wie CAUGHT IN A WEB und LIE seinen Stempel auf. Und dann sind da diese Hooklines wie bei THE MIRROR aus spannungsgeladenen Streichermelodien, die den Refrain des Songs dominieren. Klänge, bei denen einem eiskalte Schauer über den Rücken laufen. Sie sind derart markant, gerade weil im Metal normalerweise der Gesang die höchste Stimme ist und von Keyboards allenfalls zum Zwecke ausfüllender Klangteppiche überlagert wird. Hier sorgen Moores Keyboards für einen prägnanten Gegensatz zu den ultraharten, tieftönigen Gitarrenriffs. Ganz im Gegensatz zu den warmen Klangwelten von Images And Words entsteht eine unterkühlte Atmosphäre, die den Hörer völlig anders, aber nicht minder nachhaltig in ihren Bann zieht. Passend dazu ist auch der Gesamtsound rauer, LaBries Gesang aggressiver, Gitarren und Drums haben mehr Hall - das passt perfekt zur düstereren Note des Albums.Auch die Songstrukturen präsentieren sich auf Awake teils stark verändert. 6:00, CAUGHT IN A WEB und die Groove-Dampfwalze LIE gehen mit straightem Aufbau und eingängigem Chorus für Dream Theaters Verhältnisse ungewohnt schnell ins Ohr. Dass die Wege ins Gehirn (relativ) kurz und geradlinig sind, heißt allerdings noch lange nicht, dass die Melodien nicht sehr extravagant und innovativ ausfallen. Ganz zu schweigen von vielen rhythmischen Wechseln und zahllosen technischen Kabinettstückchen, die praktisch im Vorbeigehen jeden Song verzieren und unnachahmlich machen. "Eingängig" wird ein Stück aber nicht bloß durch einen klar als solchen identifizierbaren Refrain. In den knapp 7 Minuten von THE MIRROR taucht der Chorus gerade zwei Mal auf, in den 11 Minuten von SCARRED drei Mal! Das wäre in etwa so, als ob man in einem Popsong im Radio den Refrain ein Mal hören würde - dann wäre es ja gar keiner mehr. Entsprechend vertrackt entfaltet sich dann auch trotz eines roten Fadens aus wiederkehrenden Passagen der Tiefgang des Über-Songs SCARRED - eine fesselnde musikalische Wunderlandreise durch alle Atmosphären, die man mit Saiten, Tasten, Trommeln, einer der besten Stimmen des Genres und göttlicher Eingebung erzeugen kann.
Zu den größten Werken der Bandgeschichte zählt zweifellos auch der Dreiteiler "A Mind Beside Itself". Teil eins, EROTOMANIA, ist eines der facettenreichsten und technisch genialsten Instrumentalstücke der Prog-Geschichte und liefert erneut einen Beweis dafür, wie es Dream Theater mehr als jede andere Band schaffen, instrumentale und Gesangs-Melodien auf eine Stufe zu stellen. Teil zwei, der 10-Minüter VOICES, beginnt mit einer spannungsgeladenen Hookline quer durch Bass, Gitarre und Keyboard, und die steht auch noch im 9/16-Takt - so was gibt es nur im Traumtheater! Ein unvergleichlicher Psycho-Trip beginnt: die Strophe sehr ruhig und dennoch geheimnisvoll und unheilschwanger, ein dramatisch hereinbrechender Bombast-Chorus, ein komplettes Break mit bedächtigem Neuaufbau. Wo andere Songs, einen B-Part haben, hat VOICES mindestens noch einen C-Part, ständig neue dynamische Drives aus bestechender Rhythmik und erhabenen Melodien, vielschichtige Gesangs-Arrangements und dazu noch ein traumhaft melodisches, unglaublich versiertes Frickel-Solo. Wenn es den Begriff Spannungsbogen noch nicht geben würde, man hätte ihn für Dream Theater erfinden müssen. Teil drei von "A Mind Beside Itself" ist das zuvor in EROTOMANIA schon kurz angedeutete THE SILENT MAN - der einzig richtig ruhige Song auf Awake. Auch INNOCENCE FADED zählt zum Balladenanteil, dreht aber mit kraftvollen Power-Atmosphären à la "Another Day" auf. LIFTING SHADOWS OFF A DREAM schließlich geht einen sechs Minuten langen, zauberhaften Weg von verhaltener Melancholie hin zu ekstatischer, optimistischer Power, mit irrsinnig hohen Gesangslinien James LaBries.
Der Stil, die Atmosphären, die wahrlich "progressive" Keyboardarbeit auf Awake hat unzählige große und kleine Prog-Bands inspiriert, die in der Folgezeit erst entstanden sind oder sich deutlich von Dream Theater prägend ließen. Vanden Plas, Shadow Gallery, Dali's Dilemma, Ice Age, Dreamscape, Tiles, Poverty's No Crime, Crises, Magnitude 9, Circus Maximus, Andromeda und 100 andere... alle ließen sich mehr oder weniger beeinflussen - Dream Theaters Legenden Images And Words und Awake konnten vor allem die Bands mit Keyboarder in ihren eigenen kreativen Prozessen nicht ignorieren. 1994 war ein Höhepunkt - aber auch das Ende der ersten großen Ära der Band. Kevin Moore verließ Dream Theater. Sein "Abschiedsgeschenk" ist der letzte Song des Albums, SPACE-DYE VEST, den er im Alleingang geschrieben hat. An der Klavier-getriebenen Brachial-Melancholie mit vielen elektronischen Effekten merkt man, dass er sich musikalisch in eine andere Richtung entwickeln wollte. Das tat er dann u.a. mit seiner eigenen Band Chroma Key und bei Fates Warning.
fast perfekt... (31. Mai 2007)
Ich besitze diese Platte schon seit längerer Zeit und habe sie mir auch immer sehr gerne angehört. Die musikalische Qualität der Formation steht außer Frage und darum will ich mich hier auch kurz fassen. Instrumental stimmt so ziemlich alles; höchste technische Komplexität mit teils düster-brachialer Härte vorgetragen und an den richtigen Stellen mit einigen Aufhellungen versehen, lassen das Album nie verkrampft oder erzwungen klingen. Alles ist im Fluss... doch eine kleine relativierende Randbemerkung kann ich mir einfach nicht verkneifen: der Gesang von James LaBrie gerät in manchen Passagen deutlich an seine Grenzen. Ich habe nichts dagegen, wenn Instrumente (die Stimme zähle ich dazu) bis aufs letzte ausgereizt werden, doch ist das hier schon zu auffällig. Als Beispiele seien "Voices" und auch "Lie" genannt, deren Refrains den Sänger (der in den mittleren Lagen durchaus überzeugt) einfach überfordern... die Töne stimmen zwar, wirken aber arg gepresst und erzwungen, was auf Kosten der Stimmbeherrschung geht und den Gesang in den hohen Passagen zu unkontrolliertem Geschrei verzerrt... Dieser Kritik mussten sich Dream Theater bis heute immer wieder stellen, haben jedoch eisern an ihrem Frontmann festgehalten. Das hat ihnen auch nicht unbedingt geschadet, ist seine Leistung doch meist als ordentlich zu bewerten, nur eben diese paar kleineren Ausrutscher...`Six o`clock the siren kicks him from a dream` (6. Mai 2007)
"Awake" von 1994 ist in Teilen agressiver, härter und schwerer zugänglich als "Images And Words". Man merkt der Gruppe deutlich an, dass sie den sehr erfolgreichen Weg des Vorgängers nicht einfach kopieren wollten. Dream Theater entwickeln sich eben immer weiter. Stillstand ist Tabu.Die beiden ersten Songs `6:00` und `Caught in a web` rocken richtig. Das gleiche gilt für `The mirror` und `Lie`. Richtig harter Stoff. Dafür ist das insgesamt über 20 minütige! `A mind beside itself`, welches in 3 Stücken unterteilt ist (Erotomania, Voices, Silent man), frickelig ohne Ende. Instrumentalpassagen, ruhige Passagen und Gefrickel bis zum Abwinken. `Innocene faded` ist dagegen schon fast radiotauglich, aber trotzdem stark. `Scarred` ( 11 Minuten lang) ist wieder so ein typisches Stück von DT. Der Song hat alle trademarks der Gruppe. `Space-dye vest` ist dafür ganz anders. Von Kevin Moore komponiert und getextet ist der Song sehr ruhig und auf Keyboards aufgebaut. Kevins Abschied von DT, leider.
"Awake" ist anders als "Images And Words", in meinen Augen aber genauso stark und genial. Die Gruppe hat sich mit diesem Album endgültig ganz vorne im Prog Rock eingeordnet, ein Platz den sie bis heute inne haben. 5 Sterne (natürlich).
P.S. Eine gewisse Keyboardsequenz zieht sich durch das ganze Album. Mal drauf achten. 3 Studioalben einschl. "Awake" und 3 Mal 5 Sterne, nicht schlecht.





