Aus der Amazon.de-Redaktion
Joni Mitchell hat nach dieser 1971er Scheibe noch erfolgreichere, ehrgeizigere und anspruchsvollere Alben gemacht -- ein besseres aber nie. Mit minimaler Begleitung (Stephen Stills und James Taylor sind zwei ihrer vier Gefolgsleute) beschwor die kanadische Nachtigall einen fesselnden Liederzyklus über Liebe, die gefunden und verloren wird, herauf. Obwohl Blue ein ungewöhnlich persönliches Werk ist, ist es auch erstaunlich offen und mutig. Lieder wie "All I Want", "Carey", "California" und "A Case of You" sind sowohl Poesie wie auch Popmusik. --Steve StolderKundenrezensionen zu 'Blue'
das beste album? (21. Februar 2008)
ich stimme zu - "blue" ist ein musikalischer fels in der brandung der sich hektisch wandelnden moden. zeitlos. genial.daß es ein sehr persönliches album ist, läßt sich an der stimmung der song ablesen. hoffnung, schmerz, verzweiflung, liebe... in wunderschönen, lyrischen texten nach mitchell-art erzählt. denn sie dichtet nicht nur - sie schreibt geschichten. in kombination mit den phantastischen kompositionen hat sie mit "blue" auch geschichte geschrieben.
auch wenn das album ein kompaktes ist, auf dem alle songs auf höchstem niveau liegen, möchte ich "river", "a case of you" und vor allem "blue" herausheben. und natürlich "all i want", ein song, der allein ausreichte, mich zum verehrer von mitchell werden zu lassen.
ob nun "blue" jonis bestes album ist, sei dem hörer überlassen. es ist in jedem fall eines der besten überhaupt.
Blue (26. Januar 2008)
ich will mich hier nicht, wie ein anderer Rezesent, anmaßen zu wissen was Joni Mitchell im Sinn hatte als sie Blue aufnahm. Aber es ist wohl anzunehmen das die damals 28 jährige mit diesem unglaublich persönlichen Album keinen vergleich mit Ella Fitzgerald oder anderen legendären Sängerinnen anstrebte. Und man sollte vielleicht auch beachten das Joni Mitchell alle ihre Songs selber schrieb. Und ihre Art diese vorzutragen nichts mit der nicht gerade subtilen und oft unterkühlten goldenen Ära des Jazz zu tun hat. Ihre Einflüsse zu diesem Zeitpunkt waren wohl eher Joan Baez und Bob Dylan.Ein Album mit Klassikern aus der 30er und 40er Swing und Big Band Zeit machte sie erst 30 Jahre später mit Both Sides Now. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich schon längst als eine der wichtigste Songschreiberinnen des letzten Jahrhunderts einen festen Platz im Musik Olymp verdient.
"Everybodys saying that hells the hippest way to go
Well I dont think so
But Im gonna take a look around it though"
Sehr persönliche Songs einer ganz großen Künstlerin am Anfang ihrer Karriere (25. November 2006)
Dieses Album beschäftigt und polarisiert, wie die sehr unterschiedlichen Bewertungen zeigen. Es ist mit seinen sehr persönlichen Songs, stillen, teilweise schmerzvollen Texten, viel Klavier und der zugegeben gewöhnungsbedürftigen (damals noch-) drei Oktaven umfassenden Stimme von Joni Mitchell viel näher am Chanson als wohl jedes andere Album dieser Zeit. Und wesentlich sperriger zu hören als die späteren Alben, welche mehr im Jazzrock verhaftet und stilistisch einheitlicher waren.Und doch beeindruckt diese Bandbreite an Stimmungen und Stilen auch heute noch. Das Songwriting ist über jeden Zweifel erhaben. Wer die nur zum Klavier vorgetragenen Chansons wie das bitterböse "California" nicht mag, sollte sich einfach das zarte "Little Green" oder die Folk-Kracher "All I Want", "Carey" und "Flight Tonight" anhören. Das sind echte Hit-Songs mit faszinierendem Rhythmus und Allem, was dazu gehört. Nur die Texte spielen da eine Liga höher.
Toller Sound übrigens: Ganz transparent aufgenommen, die Saiteninstrumente flirren förmlich, die akustischen Drums in Carey reißen einen vom Hocker und beim Gesang ist jedes Stückchen Stimmband der Sängerin körperlich zu spüren.
Und wem dieses Album gefällt, der versucht danach vielleicht das zauberhaft zarte "Ladies Of The Canyon" und danach dann "Hejira" als Einstieg in die moderneren Produktionen dieser enorm wandlungsfähigen Künstlerin. Ohne die vielen unterschiedlichen Songs von Joni wäre jedenfalls meine musikalische Welt wesentlich ärmer.
Vorsicht, das kann nerven! (4. März 2006)
Hab die Rezesionen gelesen und war richtig neugierig auf diese CD. Und ich hab sie mir wirklich oft angehört - doch diese Stimme geht nicht unter die Haut sondern eher auf den Nerv. Klingt als würde eine unbegabte Operndiva ihre Stimmübungen machen. 2 Sterne für die wunderschöne "leise" Musik, hauptsächlich Klavier und Gitarre und die eigentlich schönen Melodien. Aber diese Stimme...nein danke.Ein Album dass locker als Hörbuch durchgehen könnte... (4. Juni 2005)
Es wundert mich dass nur 6 Personen ihre Meinung zu diesem Meisterwerk der Musikgeschichte preisgegeben haben. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen deswegen meine schildern...Wie ein sehr guter Rezesent schon beigemerkt hat, Joni's Stimme braucht Zeit - aber diese MUSS man sich auf jeden Fall nehmen, es lohnt sich, versprochen.
Das Album beginnt traumhaft mit "All I Want" und den vielversprechenden Lyrics: "I am on a lonely road and I am traveling, Looking for something, what can it be", leitet uns in die Chronologie einer Beziehung, Trennung und der schwersten Suche nach sich selber. Jeder Song ist auf seine Art grandios, deswegen kann ich bei bestem Willen keine Anspieltipps geben.
Ich höre es mir gerne am Abend an, statt fernzusehen, zu lesen oder zu surfen, schließe die Augen und lasse mich entführen in eine Welt voll dunkler Bars, Verliebtheit, Reisen durch die Welt, Enttäuschung, Zigarettenrauch, und all den gemeinen "Blue" Tagen.
Mindestens ebenso interessant und fesselnd wie ein Hörbuch, nur hat hier die Erzählerin eine solch kristallklare und wertvolle Stimme, dass man sie gerne mit einem lupenreinen Diamanten vergleichen darf.
Viel Vergnügen...






