Aus der Amazon.de-Redaktion
Nachdem Neil Young in der Gruppe von Buffalo Springfield und bei Crosby, Stills, Nash & Young nicht ganz glücklich wurde, traf er mit seinem dritten Album schließlich doch noch den richtigen Ton, falls man sein einschmeichelndes, etwas disharmonisches Wimmern als den richtigen Ton bezeichnen kann. Er spricht gleichermaßen leidenschaftlich gern in Rätseln (kann eigentlich irgend jemand erklären, was die Zeile "We´ve got mother nature on the run" aus dem Titelsong bedeutet?) und übt gezielten Protest (auch nach 30 Jahren Rockmusik im Radio besticht "Southern Man" immer noch mit seiner Wahrheit über Redneck-Rassismus). Sein kreatives Ensemble, d.h. Pianist Jack Nitzsche und wechselnde Mitglieder der Crazy-Horse-Band verwandeln heruntergekommene Folk- und Country-Songs in beseelte Hippie-Hymnen. --Steve KnopperKundenrezensionen zu 'After the Gold Rush'
After the Gold Rush - bis heute eine Referenz im Folk-Rock (4. Februar 2007)
In den 15 Monaten zwischen den Veröffentlichungen von Everybody Knows This is Nowhere und After the Gold Rush, hat Neil Young soviel Material und LPs mit diversen Stylen aufgenommen, dass er mit denen die Fans auf den Wechsel in seiner Musik hätte vorbereiten können. Seine zwei Songs auf dem Crosby, Nash & Young Album Déjà Vu, "Helpless" und "Country Girl", brachten ihn zu den Wurzeln des Folk-Rocks und Country zurück, bevor er sich dem Hardrock mit Everbody Knows verschrieb; zwei andere Singles, "Sugar Mountain" und "Oh, Lonesome Me" dokumentierten ebenfalls jene Wurzeln. Aber "Ohio", eine CSNY-Single, rockte wie kein anderes auf dem zweiten Album. After the Gold Rush wurde mit der Hilfe von Nils Lofgren aufgenommen, ein 17jähriger Unbekannter, dessen Piano ein Hauptinstrument war. Gerade er war es, der die wenigen echten Rocker wie "Southern Man" in solch aussagekräftige Stücke verwandelte, wie es kein anderes Lied auf dem Vorgänger erreichen konnte. Dem Titelsong gab er ein unverwechselbar klassisches Tuning, mit dem Charakter einer mystischen Ballade. Dazu Youngs wohl metaphorischsten Songtexte aller Zeiten. "After the Gold Rush" - das vielleicht bekannteste Young-Lied unter den alten Folkrockern bis heute.Die meisten anderen Lieder waren jedoch Country-Folk-Liebeslieder. Das brachte Young die meisten Fans nach den CSNY-Aufnahmen ein. Und diejenigen, die er schon hatte, begeisterte er noch mehr dadurch. Die dunkle aber dennoch hoffnungsvolle Atmosphäre von After the Gold Rush war eine der Mischungen, die das Album zum besten seiner Art machten und heute immer noch eine Referenz darstellt. Gleichzeitig wohl auch eines von Youngs besten Würfen.
Eines der besten Neil Young Alben! (24. September 2004)
Als die Redakteure des deutschen Rolling Stone 1997 „Die besten Platten aus fünf Jahrzehnten" wählten, kam dieses Album auf Platz 77. „Harvest" war nicht vertreten. Anfang 1998 durften dann die Leser 50 Alben wählen, die sie in der Liste der Kritiker am meisten vermißt hatten. Hier kam „Harvest" auf den 8. Rang. Warum erzähle ich das? Weil ich der Meinung bin, daß beide Alben gleich wichtig und gleich schön sind. Und es gibt weitere Gemeinsamkeiten. Beide Alben enthalten Songs in denen die Südstaaten der USA kritisiert werden. Mit „Southern Man" fing es an, dann konterten Lynyrd Skynyrd um dann wieder von Young mit „Alabama" pariert zu werden. Meine Lieblingslieder sind das Liebeslied „Only love can break your heart", das grandiose „Don't let it bring you down" und das Titelstück. Auf „Live Rust" findet sich eine, meiner Meinung nach, noch weit schönere Version von „After the goldrush". Ein Lied von makelloser Schönheit!Anspieltipps: Only love can break your heart, Southern man, Don't let it bring you down
"After The Goldrush" - 1970 (7. August 2004)
in musik sich zu hause fühlen - wohlig aufgehoben in den warmen decken - die sich um dich schmiegen - sanft die seele stützen - wissend - im ende liegt die möglichkeit - von vorn beginnen zu können - in hingabe die wiederholung - kreise - die sich ziehen - dem einerlei zu entsagen - verschrieben dem wohlklang - der sich - wie eine warme decke um dich legt - sanft die seele stützend - wissend - im ende liegt die möglichkeit - wieder und wieder - in den melodien zu versinken - traumfahrt - an den hängen - eines wissenden - weidendSinger/Songwriter Meilenstein!!! (31. März 2004)
1970, die Hippie-Euphorie scheint langsam zu schwinden, ein Mann sieht der bitteren Zukunft nach dem Hedonismus wohl schon entgegen, mit Crosby, Stills und Nash hat er sich verstritten, von Hippies hat er die Nase voll...Ein Mann, der seinen eigenen Weg geht, er blickt in die Zukunft und schafft ein Zeitzeugnis voll ironischer Melancholie, Skepsis und Zynismus, gepaart mit bittersüßen Liebesliedern. Die Pianoballade "After The Goldrush" ist wohl einer der schönsten metaphorischten Songs, die je geschrieben wurden und zentrales Thema dieses Albums, in dem er seine Zweifel in lyrischer Höchstform verschlüsselt: "Well, I dreamed I saw the silver Space ships flying in the yellow haze of the sun, there were children crying and colors flying all around the chosen ones."Auf dem Opener singt Mr. Young "Tell My Why"... und stimmt, rhethorisch fragend, auf den angesprochenen Triumph-Song hin. Ein bittersüßer Herzensbrecher ist und bleibt "Only Love Can Break Your Heart" (ein Liebeskummer-Klassiker!). In "Southern Man" übt NY zum ersten Mal seinen Unmut über den Rassismus in den Südstaaten (wird auf "Harvest" mit "Alabama" weitergeführt), äußert sich spöttisch und nachdenklich über deren falscher Bekenntis zur Religion: "Southern Man better keep your head, don't forget what your good book said, Southern change's gonna come at last! Now your crosses are burning fast - Souther Man" - und legt musikalisch definitiv einer seiner emotionalsten Gitarren-Soli hin.
Den Country-Klassiker "Oh Lonesome Me" interpretiert er in melancholischer Trance und schwermütiger Langsamkeit, die von klangender Mundharmonika getragen wird, und das tut dem Song nur gut (ein weiterer Liebeskummer-Klassiker!). Lyrischer Zauber trifft auf feinstes Klangschmieden in "Don't Let It Bring You Down", eine Hommage ans Weitermachen, durch den Bluff zu sehen, zu hinterfragen.
Natürlich gibt es einige kurze Füller wie das heitere Liedchen "Till The Morning Comes" oder schließlich das Old-Fashion Country-Ballädchen "Cripple Creek Ferry", aber diese geben dem Album das richtige Buquet, sie funktionieren und harmonieren mit den herausstechenden Songs.
Neil Young befand sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner Kreativität und schafft mit "After The Goldrush" einen Meilenstein der West Coast Singer/Songwriter, (den er eineinhalb Jahre später mit "Harvest" erneut bestättigt).
Auch wenn das Album manchmal in einen Western-Saloon-Trott fällt (nicht jedem mag das Gefallen, Fanatikern gibt das eher den letzten Schliff) beweisen gewisse (oben genannte) Lieder eine Zeitlosigkeit und Beständigkeit, sind absolute essentiale Fundamente aller weltschmerzlichen Nachkömmlinge (selbst Radiohead's Thom Yorke covert immer wieder mal gerne "After The Goldrush")
Kurzum: Dieses Album gehört in jede gutsortierte Sammlung!!!






