Aus der Amazon.de-Redaktion
1995, ein Jahr nach dem Selbstmord von Kurt Cobain, hat die verklärende Post-Mortem-Euphorie um den Nirvana-Kopf ihren Höhepunkt erreicht. Doch inmitten der Grabgesänge taucht ein Song auf, der aller Rührseligkeit ins Gesicht spuckt. "Hey Man Nice Shot" ist die erste Single von Filter, der Band von Richard Patrick und Brian Liesegang.Der Song wendet sich zwar nicht explizit an Cobain, dennoch öffnet der Text allen Interpretationen Tür und Tor, die eine Verbindung zur Generation X herstellen wollen: "What you could have taught me could have saved some face... A man has gun, hey man have fun... what a good shot man."
Von der ersten pluckernden Bassnote über das reduzierte Drum-Programming bis zur bedrohlich anschwellenden Gitarre steigert sich der Track unaufhörlich: Die distinguierte Coolness explodiert im Refrain. Anschwellende Hals-Schlagadern markieren den Haß, den sich Richard Patrick von der Seele schreit.
Es ist der präziseste Song des Albums, derjenige, mit dem die Konfrontation zwischen technologischer Kühle und wutverzerrten Gefühlsausbrüchen am weitesten vorangetrieben wurde. Mit ihrem Mix zwischen Computersounds und Live-Instrumenten sind Filter an der Spitze einer neuen Entwicklung in der Gitarrenmusik, mit ihren eingängigen Refrains geben sie dem Industrial eine Richtung, die außer ihnen nur noch Trent Reznor's Nine Inch Nails einschlägt. --Björn Döring
Kundenrezensionen zu 'Short Bus'
Zwangsjacke (21. Mai 2007)
Beim hören von "Short bus" kommt mir immer der erste Kontakt mit FILTER im TV in den Sinn. Es war auf VH-1 eine Modenschau, auf der in zwei V-förmig aufgestellten Laufstegen die Modells marschierten. Während in der Mitte Filter "Hey man nice shot" spielte, und Richard Patrick in Zwangsjacke ins Mikro brüllte.Was war die Band eine Wohltat nach der ganzen Grunge-Berieselung. Eine ganz neue Art von Rock im weitesten Sinne, aggressiver als die bis dato erschienen NIN-Geschichten (um auch die Paralelle abzuarbeiten).
Eine leicht verschnupfte Stimme scheucht uns von einem Hochgefühl zum nächsten. Das Intro-Strück wird zum "Hit", Soundtrack in diversen Kinofilmen, das Video auf MTV runtergedudelt. Nur viele Teenager sind erschrocken was auf der Scheibe nach "Hey man nice shot" kommt.
Heftige Drums, ganze Stücke durch, eine Wut, mal mehr mal weniger, erfordern doch ein gewisses einhören. Was man von Contra-Eltern-Band wie Nirvana nicht mehr gewohnt war.
Bis zum achten Stück reitet die Scheibe so weiter, mit "Gerbil" komt das nächste hit-taugliche Stück. "Consider this" macht hier das Trio voll, bevor man mit dem wirklich überraschenden "So cool" eine Art Abspann genießt.
Filter`s Debütscheibe ist keineswegs ein Abklatsch von NIN, allerdings die mit Abstand Beste der bis jetzt gemachten Filter-platten!
Empfehlenswert!
Wo FILTER noch FILTER waren (7. Oktober 2005)
FILTER's erste Scheibe aus den mitte der 90er. Mitgründer der wohl heutigen modernen Crossover-Ära. Großartige Mucke, die einfach schon durch die Stimme von Richard Patrick unverwechselbar ist!!!! Moderner style mit einem Mix aus HArd Rock, Industrial und Crossover.Man sollte unbedingt mal reinhören. Meiner Meinung nach sollte diese scheibe nirgends bei einem modernen Hard Rock Fan im Regal fehlen.
Empfehlenswert!!!!
Ich vergebe folgende sterne deswegen:
1. bedenklich moderner Industrial Rock für die mitte der 90er.
2. Einmalige Stimme des Sängers, die dem Album noch mehr den letzten Schliff gibt.
3. 11 Coole Tracks.
4. ausgefallenes Cover Design
5. FILTER wie es sie nur auf dieser Scheibe gibt!!!!!
Gruß,
Patrick
Vertonte Verzweiflung (3. Mai 2003)
Obwohl musikalisch hochwertig, kann sich keines der späteren Filter Alben mit diesem Maximum an depressiver Intensität messen. Richard Patrick zieht das volle Register an stampfenden Rhythmen, herunter gestimmten Bässen und verzerrten Tönen, die sich zu einem Klangbild der inneren Leere zusammenfügen.Der letzte Schliff wird durch Patricks Stimme gegeben, die sich auf den anderen Alben so verändert hat.
Hier schreit er sich seinen Hass und seine Angst von der Seele, dass man sich als Hörer schwer tut, um nicht von dieser Stimmung angesteckt zu werden (aber wozu hört man sich solche Musik sonst an?)
Für psychisch labile Zeitgenossen vielleicht zu schwer verdaulich, für alle anderen, die einen musikalischen Kanal für die Schluchten des Lebens suchen nur zu empfehlen.






