Aus der Amazon.de-Redaktion
Korn und Limp Bizkit mögen die großen Absahner im Neo Metal-Bereich sein, die Vorreiter dieser Bewegung sind und bleiben jedoch die Deftones. Bevor die beiden Megaseller so richtig durchstarteten bzw. lernten, vernünftige Songs zu schreiben, zelebrierten die Deftones bereits auf hohem Niveau ihren originellen Mix aus hartem Metal, energetischem Hardcore und leichten HipHop-Einflüssen. Around The Fur ist ihr bestes Album, eine explosive, von sehr intensiven Vocals und abwechslungsreichen, intelligenten Riffs getragene Scheibe, die niemals in stumpfe Klischees verfällt oder allzu sehr auf Mainstream-Tauglichkeit gebürstet ist. Hier hat noch jedes Lied seine eigenen Vibes, erzählt jeder Text eine interessante Geschichte. Die Deftones gehen weitaus subtiler zu Werke als ihre weitaus bekannteren Genre-Kollegen, müssen im Gegenzug allerdings auch damit leben, nicht ganz so schnell den Weg ins Ohr des Hörers zu finden. Einzig der hittige Opener "My Own Summer (Shove It)" bleibt sofort hängen, der Rest des Materials braucht einige Zeit, um dann aber umso heftiger zu zünden. --Michael RensenKundenrezensionen zu 'Around the Fur'
How cool are you? I remember... (27. November 2008)
Die Deftones sind meines Erachtens nach das beste Beispiel dafür, dass der Begriff Nu-Metal nicht per se i-gitt i-gitt ist, sondern vielmehr die ganzen Kasperkapellen a la Korn oder P.O.D., die in den letzten zehn Jahren unter dieser Genreüberschrift firmierten. Harter Metal, energiegeladener Rock, meinetwegen auch Hardcore genannt, mit einer Prise HipHop gewürzt - was ist das anderes als frischer, neuer Metal? Aber wie immer man den Stil nun auch nennen mag, die Deftones waren und sind bis heute Vorreiter auf diesem Gebiet."White Pony" wird als das Überfliegeralbum der Band bezeichnet, auch mit "Saturday Night Wrist" konnte sie die Kritiker wieder beeindrucken, doch für mich haben die Deftones ihr Meisterwerk schon 1997 mit "Around The Fur" abgeliefert. Es ist der ungeschliffene Diamant unter den Deftones-Alben, polternd, kantig, nichts wurde hier nachträglich glattgebügelt, und auf keinem der Nachfolger schreit sich Chino Moreno so die Seele aus dem Leib. Ein stetig vorwärtstreibendes, hartes und dabei doch sehr leidenschaftliches Album, das man gar nicht oft hören kann. Die feineren Nuancen sucht man hier noch vergebens. Das ist kein fein abgestimmtes Konzeptalbum, sondern eine wilde Aneinanderreihung brachial ausbrechender, stark emotionaler Songs.
Wer von "White Pony" und/oder "Saturday Night Wrist" nicht wirklich überzeugt war, aber trotzdem Sympathie für die Truppe empfindet, sollte es unbedingt mal mit "Around The Fur" versuchen (auch das Debut "Adrenalin" ist zu empfehlen), denn hier überzeugen die Männer aus Sacramento meiner Meinung nach durchgehend. Ein auf CD gepresster Rohbau, dem man die künftige Schönheit schon ansieht und doch inständig hofft, dass er nie fertig wird.
Spätzünder (23. Juli 2008)
Das Album bricht los mit dem einschlägig bekannten Opener, der richtig Bock auf mehr "Deftones" macht.Aber dann kommt der ernüchternde Teil. Mit "Lhabia" folgt eigentlich ein solides Stück, das leider im Refrain Part nicht zündet und etwas uninspiriert wirkt. "Mascara" ist ein schwacher Beitrag, dem ich kaum was abgewinnen kann. Die düstere Atmosphäre, die da wohl entstehen soll, entpuppt sich als kraftloser Rohrkrepierer. Der Titeltrack ist ganz okay ohne dabei Bäume auszureißen, kein must-have für den geneigten Nu-Metaler. Der absolute Tiefpunkt wird mit "Rickets" erreicht, dass einfach nur auf die Nerven geht und pathetisch auf hart getrimmt ist.
Insgesamt wenig beeindruckt, sondern recht enttäuscht, wunderte ich mich wie ich bloß so einen Durchschnitts-Mist einkaufen konnte (der grandiose Opener konnte mich da auch nicht mehr beschwichtigen).
Nun gut, man kann den Rest noch schnell durchskippen, vielleicht findet sich doch noch eine Perle. Es war nicht eine, sondern deren vier! "Be Quiet And Drive" ist für "Deftones" Verhältnisse im Ansatz fast Balladen like und passt eher in die Alternative Metal Kategorie. Wunderbares Riffing mit lang gezogenen Gesangparts, die einen dahin schweben lassen. "Lotion" kommt genial sick mit einem Hammer-Riff, das mächtig treibt. "Dai The Flu" besticht durch sein sehr cooles Bassspiel und den fesselnden Stimmungsaufbau. "Headup" ist Crossover at it's best und geht direkt in die Beine, still sitzen ohne Kopfnicken geht gar nicht. Der letzte Track sowie der Bonus sind grundsolide Teile, die überzeugen ohne groß zu glänzen.
Wie auf dem Debüt "Adrenaline" versuchen die "Deftones" verschiedene Facetten in ihrer Songauswahl unterzubringen. Etwas zu viel, wie die schwächeren Beiträge zeigen. Weniger ist manchmal eben mehr.
Die Highlights bilden (den Bonustrack mal ausgenommen) die bessere Hälfte des Albums und hieven, aufgrund ihrer herausragenden Qualität, den Silberling in die Vier Sterne Kategorie.
Farbe bekannt (13. August 2007)
"Around the Fur" stellte bei Erscheinen das bis dato heftigste Album des Vierers aus Sacramento dar. Kein Wunder, gab es doch nur "Adrenaline" als einzigen offiziellen Vergleich. Schon diese Album schlug ein mit der Gewalt einer Bombe. So war denn auch klar, dass der Nachfolger nicht unbedingt sanfter ausfallen würde, denn die Jungs hatten eine ganze Menge in die Welt hinauszuschreien.Allerdings versucht man bei diesem Album die Brachialität weniger durch Shouting (was auf dem Vorgänger noch schwer im Vordergrund stand) als vielmehr durch psychedelischen Gesang und Gefühlsausbrüche an den entsprechenden Stellen zu betonen. Die Aggresivität und das aufkochende Gefühl der Musik übernimmt in diesem Fall großteils eher der instrumentale Part der Band.
Stephen Carpenter zeigt hier das erste mal großes Können im Bezug auf die wahrscheinlich eingängisten Akkordfolgen und Riffs, die eine Metal-Combo je produziert hat. Das herausragendste Markenzeichen der Deftones ist neben den einmaligen Vocals der von der ersten Sekunde an vertraute Instrumentalsound, den diese Band auch noch bis zur heutigen Zeit rigoros beibehalten hat. Und dieser ist hier schwer verbessert worden und hat bereits die Perfektion und den Wiederkennungswert, den wir auch von den neueren Produktionen kennen. Welche Bands können das schon so zahlreich von sich behaupten? Als Beipiel wäre hier Staind zu nennen, die nach "Break the Cycle" ihren Stil für "14 Shades of Grey" vom tiefdüsteren und doch warmen und ähnlich gefühlvollen NuMetal zu seichtem und zweifellos kommerziell orientiertem Radiorock radikal änderten. Dass diese Band heute keine namentliche Nennung mehr wert ist, wundert mich hierbei überhaupt nicht.
Komplett anders verhält es sich hier mit den Deftones: dem Grundprinziep über Jahre treu geblieben, erweiterten sie ihren musikalischen Horizont mit der Zuwanderung von Frank Delgado als Keys- und Synthiexperten, zwar erst auf der 2000er-Scheibe "White Pony", aber dort hundert Prozent konsequent.
Auf diesem Album hier finden wir nur vereinzelte Auftritte von Delgado. Logisch, denn das Album tendiert fraglos zum reinen Metal und darf wirklich als Ausflug in NuMetal-Gefilde bezeichnet werden, was der Band vielleicht im Zuge ihres weiteren Schaffens zu einer Art Verhängnis wurde; denn ihr eigener Stil wird viel zu oft und vollkommen zu Unrecht in dieses Genre eingeordnet und als entsprechend belanglos abgetan.
Fakt ist aber, dass diese Album als Steigerung von "Adrenaline" und als Ausdruck des erlangten Ansehens gesehen werden sollte. Die Band versucht, ihre neuen Erfahrungen mit dem Musikbiz zu verarbeiten und dies geschieht als eine Form der Katarsis in ausgesprochen lauter, aber keineswegs chaotischer Weise. Die Songs beinhalten bei aller tighten Schlagzeugarbeit, tief bösen Gitarrenriffs und einem drückenden Bass eine riesige Portion Gefühl und positive Melancholie, die zu den harten Instrumentalparts wie ein Ausgleich steht. Dass die Jungs nicht nur Moll, sondern auch Dur können zeigt der Song "Be quiet and drive": hier erschließt sich dem Hörer das erste mal wie in sonst keinem anderen Song auf diesem Album und dem davor ein Teil des immensen mitreißenden Potentials, dass die Band in ihren weiteren Veröffentlichungen noch viel mehr verkörpern und nach außen zeigen wird.
Wer sich auf das nachfolgende Material einlässt wird bemerken, dass er es hier mit etwas weitaus größerem und komplexeren zutun hat, als nur mit einem weiteren mittelmäßigen NuMetal-Act wie z.B. Korn - die ja inzwischen auch langsam aber sicher bemerkt haben, dass sich undifferenziertes Gewummer auf Dauer nicht als Verkaufsgarant eignet. Das Dumme ist nur, dass man den Moment der Wandlung nicht verschlafen sollte, denn sonst kann es sein, dass die Änderung so radikal ausfällt, dass der letztendliche Schaden noch viel größer als erwartet ausfällt. Und genau das ist den Deftones NICHT passiert!
Immer noch heiß!!! (22. Juli 2007)
Auch nach Jahren noch das ("New") Metal Album schlechthin für mich!1997 über das Label "Maverick" (Madonna, jemand?) erschienen hebt sich "Around The Fur" sofort deutlich aus dem Meer von Bands heraus, die sich dem Modernen Metal verschrieben haben! Die verzweifelten zerbrechlichen Vocals von Frontmann Chino Moreno und die Fetten Riffs von Stephen Carpenter im Kontrast dazu, drücken der Band einen ganz eigenen Stempel auf, der einen die Band schon nach wenigen Tönen erkennen lässt! Neben den verstörenden Gesangs-Melodien, beweist Chino auf "Around The Fur" nachhaltig, dass er ohnen Probleme in der Lage ist, die gesamte Konkurenz in Grund und Boden zu Schreien (>rickets<)!
Produziert von Szenelegende Terry Date kommen die "DEFTONES" dazu noch mit einem dermaßen fetten Sound daher, der keine Wünsche offen lässt!
An Hits mangelt es folglich auch nicht auf "Around The Fur". Herauszuheben sind besonders:
- be quiet and drive (far away)
- my own summer (shove it)
- around the fur
- lotion
- head up (feat. Max Cavalera >Soulfly<)
Auch für Musikfans, die den Begriff New Metal nicht mehr hören können auf jeden Fall ein Anspielen wert!
Richtungsweisend und auf jeden Fall ein Klassiker!!!






