Aus der Amazon.de-Redaktion
Daß die Reizüberflutung der 90er Jahre uns Deutsche irgendwann krank macht, demonstrieren drei Hamburger namens Schiffmeister, Doktor Renz und König Boris ziemlich praxisnah. Denn Fettes Brot, so nennen sie ihre HipHop Band, haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Werbung, alte Europa-Hörspiele, die Philosophie und sowieso alles andere, mit dem der Durchschnittsbürger Tag für Tag konfrontiert wird, hemmungs- und manchmal auch hoffnungslos durch den den Kakao zu ziehen. Fettes Brot würden dazu sagen: Wir ziehen alles durch den Nesquik, was bei drei nicht auf der Schrebergartenhecke ist. Und damit liegen die drei Hamburger, die sich selbst als "nordisch by nature" bezeichnen fast immer richtig. Es wird geklaut und gesampelt was das Zeug hält und die oftmals nicht gerade diskreten Wortspiele tun ihr übriges dazu. Die Single "Jein" ist qualitativ das wohl beste Stück. Nicht umsonst hielt die sich ein paar Monate in den deutschen Top-Twenty. Doch Fettes Brot haben noch mehr Skurriles zu erzählen. Geschichten von der "Einsamkeit der Klofrau" oder "Silberfische in meinem Bett", machen sie uns durch ihre Zartfühligkeit symphatisch. Dennoch: Mein Favorit bleibt unbestritten "Hallo HipHop". Und um das Album mit den Worten der drei zu beschreiben: Kannst machen nix, mußt hören zu.
--Sascha Mennel