Aus der Amazon.de-Redaktion
Was sich im 2. Weltkriegs-Film "Der Soldat James Ryan" auf der Leinwand abspielt legt nahe, daß sich Steven Spielberg eingehend mit der extremen Gewalt von Quentin Tarantino, John Woo und Stanley Kubrick beschaftigt hat (denken Sie nur an Full Metal Jacket). Was man jedoch zu hören kriegt, bestätigt uns, daß Spielberg immer noch Gemälde von Norman Rockwell sammelt. Spielbergs langjähriger musikalischer Weggefährte John Williams gibt dem -- ihm und dem Regisseur zueigenen -- Hang zur Überschwenglichkeit nicht nach und verleiht dem Soundtrack statt dessen würdevolle Trauer. Statt die Geschehnisse auf der Leinwand widerzuspiegeln, umhüllt Williams den Gefechtslärm mit einer klangpoetischen Aura. Am ehesten kann man das mit Oliver Stones Platoon vergleichen; erinnern Sie sich, wie Barbers Adagio fur Streicher dessen blutigste Momente untermalte? Williams arbeitete später bei JFK und Nixon mit Stone zusammen. Diese Filmmusiken waren schon mehr als duster. Sie gehören zu Williams besten Werken und Der Soldat James Ryan zeigt die gleiche Zuruckhaltung. --Marc WeidenbaumKundenrezensionen zu 'Der Soldat James Ryan (Saving Private Ryan)'
Kein Williams, wie ich ihn kenne!!! (29. August 2008)
Ich besitze nun mehr als 21 John Williams Soundtracks und kenne mich daher mit dem Stil von ihm und überhaupt sein Schaffen aus. "Saving private Ryan" gefällt mir von allen am wenigsten. Ganz ohne Zweifel wählt Williams einen Stil (für ihn sehr ungewöhnlich, aber dennoch, wie gewöhnlich, klassisch), den nicht jeder Komponist gewählt hätte. Die Musik ist majestätisch, stolz und traurig zugleich. Das muss man ihm lassen. Dennoch zeugt die Musik, meiner Meinung nach, nicht gerade von viel Kreativität. Die Harmoniefolgen sind recht einfach, manchmal brummelt die Musik nur vor sich hin. Sie passt zum Film, ja, und sie ist auch klassisch, was ich persönlich sehr schön finde. Aber zufriedenstellend ist sie auch nicht.Oft baut sich die Melodie nur auf einem Ton auf und geht mal auf und ab. Das ist nicht der Williams, wie ich ihn kenne.
Für alle, die etwas Ruhiges suchen, vielleicht auch etwas zum Einschlafen. Für den ist dieser Soundtrack bestens geeignet.
Angemessen; Stolz und Traurig zugleich (13. Mai 2006)
Eigentlich bin ich kein Fan von ruhiger musik. doch dieses werk von John Williams hat mich fasziniert. Haette er einen anderen musikstil gewaehlt, haette der film eine total andere bedeutung bekommen. Die musik spiegelt den Film wieder: der stolz einer truppe soldaten, die einen einzelnen Soldaten, den sie nicht kennen in der normandy finden und nach hause bringen sollen, auch wenn sie dabei umkommen. Stolz und traurig zugleich. Anstatt wilde symphonien ueber den kampfesrausch zu schreiben, hat er etwas ruhiges, nostalgisches geschrieben, bei dem man beim hoeren einen von soldaten besetzten strand sieht, tausende soldaten, bei denen der einzelne nicht zaehlt, sondern nur die masse. ich gebe dieser cd gerne alle 5 sterne, denn sie strahlt eine allumfassende ruhe aus, die man nur selten erlebt und die einen sofort fasziniert. viel wirkungsvoller als ein tosendes symphonie orchester, dass in einem andauernden crescendo kein ende findet.Tjaja (16. März 2006)
Wenn Man bedenkt, dass ein Score in erster Linie dem Film dient und nicht als Eigenständige Sinfonie auf den Markt gebracht wird, ist die Kritik nicht angemessen. der Score ist eben genau auf den Film abgestimmt und dient zur Emotionalen Ausreizung des Publikums! Obwohl viele große Filmmusiken auch so geschrieben und umgesetzt werden dass sie als eigenständiges "Nebenprodukt" eines Filmes auf dem Markt existieren können und dann sogar in manchen Fällen bekannter werden als der Film, dem sie eigentlich dienen sollen, wurde hier ganz bewust darauf verzichtet.Warum, vermag ich nicht zu beantworten. Zur selben zeit kam auch ein anderer Soundtrack (Der schmale Grad,Hans Zimmer) heraus und ist eben so spezifisch für seinen Film und typisch Hans Zimmer-like.
John Williams verzicht auf ein Hauptthema... (10. Oktober 2002)
...wie in ET und Superman u.ä. ist verständlich hat man den FIlm gesehen. Für viele langweilig, jedoch immer passend zu den im Film gezeigten Bildern kann man diesen Score empfehlen, jedoch nur für Leute, die nicht nur auf Actionscore stehen oder die sich beim Anhören gerne die Filmbilder durch den Kopf gehen lassen. Seine ruhigen Partituren machen diesen Soundtrack einzigartig und das Stück "Omaha Beach", dass das Anfangsgemetzel untermalt, steht "Journey To The Line" von Hans Zimmer aus dem "The Thin Red Line" in nichts nach.Schlaftablette (7. September 2002)
So leid es mir tut, aber dieser Score ist eine Schlaftablette par excellence.Mag sein, das Williams mit seiner Musik einen starken Kontrast zum Geschehen im Film erschaffen hat, aber das ist noch keine Entschuldigung dafür, das man sich nach spätestens 15 Minuten die Frage stellt, ob eigentlich alle Stücke gleich sind, oder ob sich auch irgendwann einmal etwas ändert. Das ewige gleiche Thema wird in jedem Stück immer wieder verwendet.
Gegen einige ruhigere Stücke ist weiß Gott nichts einzuwenden, aber muss man wirklich eine ganze CD damit füllen ?
Williams hat hier entweder einen schweren Durchhänger, oder einfach keine Lust gehabt. Anders kann ich mir nicht erklären, das egal welches Stück ich anwähle, sich ständig alles gleich anhört und wiederholt. Da ist man von Williams aber wesentlich besseres gewöhnt. Man schaue sich nur mal als Vergleich die Scores zu den Star Wars Filmen an. Natürlich gab es auch da immer wieder Passagen, die wiederholt wurden, aber da wenigstens in anderen Tempi, und passend zur Situation im Film.
Ok, SPR hat ein ganz anderes Thema als Star Wars, aber muss die Musik deswegen so einfältig sein ?
Mag sein, das Williams hier "zurückhaltend" sein wollte, aber man kann es auch übertreiben.
Der Vergleich mit Samuel Barbers "Adagio for Strings" (übrigens ein sehr melancholisches, trauriges Stück), das man bei Platoon hört ist hier weniger angebracht, denn Barber ist kein Filmkomponist, und hat dieses Stück auch nicht extra für Platoon geschrieben. Genauso wenig wie Wagner den "Walkürenritt" für Apocalypse Now! geschrieben hat. Hier hat einfach der Regisseur die passende, bereits vorhandene Musik ausgewählt.
Fazit: Hier hat Williams 1A Schrott abgeliefert. Hätte er eine facettenreichere Musik, die dem Film angepasst ist komponiert, wäre meine Bewertung sicherlich höher ausgefallen.
Aber wie bei allem im Leben, kann man es nie jedem Recht machen :-)






