Kundenrezensionen zu 'Bernstein: West Side Story (Gesamtaufnahme).'
Schreckliche Fehlbesetzung (14. März 2008)
Wie kann man nur mittelalterliche Opernsänger für so junge Paraderollen der Musical-Literatur besetzen? Unglaubwürdiger geht nicht mehr. Übertrieben, gekünstelt, falsches Timbre und furchtbare Akzente. Welcher Teufel hat den guten Bernstein denn da geritten, diese zweifellos zu recht bekannten Opernstars an sein geniales Musical heranzulassen und dann noch selber diese unglückliche Aufnahme selbst am Pult zu verantworten? Ist mir schleierhaft. Hände weg! Lieber unbekannte Künstler, die das Genre beherrschen und nicht klingen wie 40 Jahre zu alt für diese Rollen!Geniale Aufnahme (7. Februar 2004)
Wer jemals diese Aufnahme gehört hat, kommt nicht wieder von ihr los. Bei mir war es vor zwei Jahren, als ich das Video zu dieser Produktion mit Lenny the Legend am Pult sah und vor Begeisterung überschäumte. Was den guten Gesamteindruck, den fast alle Sänger hinterlassen, doch stört, ist die Darbietung von José Carreras als Tony, sowohl sein Akzent als auch seine übertrieben akzentuierte Art zu singen passen nicht wirklich gut in das Gesamtbild, vor allem bei dem Liebesduett "make of our hands one hand" stört die "Knödelei" doch sehr. (Zitat Bernstein während der Proben: "Hey, Carreras, haven`t you done your homework?")Aber davon sollte man sich nicht weiter stören lassen, der Komponist Bernstein und der Dirigent Bernstein sind in diesem Werk einfach nicht zu überbieten. Auch die Tatsache, dass hier kein eingespieltes Orchester, sondern ein zusammengewürfelter Haufen Musiker aus New York im Graben sitzen, stört keinesfalls, Bernstein führt diese zu orchestralen Höchstleistungen in Präzision und Balance. Herausragend!Das Original (10. Januar 2003)
Ich weiß, die Meinungen zu dieser Aufnahme aus dem Jahr 1984 sind geteilt: Für die einen stellt die Einspielung das Genialste dar, das Bernstein jemals abgeliefert hat, die anderen reiben sich an Unzulänglichkeiten wie zum Beispiel einem - man muss ja ehrlich bleiben - völlig überforderten José Carreras als Tony oder generell am Einsatz "klassischer" Sänger für die Hauptpartien. Ich selbst habe diese Aufnahme immer mit absoluter Begeisterung gehört. Carreras spanischer Akzent war mir völlig wurscht, und es hat mich auch nicht interessiert, was irgendwelche Klassik- oder Musicalpuristen von ihrem jeweiligen Standpunkt aus dazu sagten. Tatsache ist jedenfalls, dass diese West Side Story das "Originalste" ist, das wir überhaupt kriegen können. Schließlich hat hier der Komponist persönlich die Stabführung übernommen. Und der wird schon wissen, was für sein Werk angemessen ist. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die enorme Leistung jedes einzelnen Musikers, der hier mitgewirkt hat. Perfekt! Sänger sind ja schön und gut, aber ohne entsprechende Stütze aus dem Orchestergraben können die doch eigentlich einpacken.<Mein Klassiker (26. November 2002)
Die Lieblings-CD der ganzen Familie. Es ist immer wieder mitreissend, die hervorragende Einspielung unter der Leitung von Leonard Bernstein selbst aus dem Jahr 1985 zu hören. Mit seiner Energie und seinem Elan spornt er das hochkarätige Ensemble - unter ihnen Jose Carreras und Kiri te Kanawa - zu Höchstleistungen an. Wer einmal die Filmmitschnitte der Proben zu dieser Einspielung gesehen hat, den lassen diese Eindrücke nicht mehr los.Die West Side Story ist schnell erzählt. Zwei Jugendgangs, die amerikanischen "Jets" und die puertorikanischen "Sharks", geraten in einen Konflikt. Der "Jet" Tony verliebt sich in Maria, die Schwester von "Shark" Bernardo. Bei einer Messerstecherei kommt ein "Jet" um und Tony ersticht Marias Bruder Bernardo. Der Bandenkrieg eskaliert. Trotz ihrer Verzweiflung kann Maria Tony nicht verstossen. Als Tony - die falsche Informationen - bekommt, Maria sei aus Rache von den "Sharks" getötet worden, läuft er verzweifelt durch die Straßen und wird von "Shark" Chino erschossen.
Neben der musikalischen Leistung überzeugt bei dieser CD das Booklet mit der Geschichte der Entstehung der West Side Story, einer ausführlichen Besprechung des Werks zwischen Musical und Oper, einer Inhaltsangabe und einem Libretto in drei Sprachen.




