Aus der Amazon.de-Redaktion
Drei Jahre hatten Kraftwerk in völliger Anonymität an Computerwelt gearbeitet, das 1981 erschien. Computer waren auf dem Vormarsch, eroberten den Alltag, veränderten die Welt. Mit selbstentwickeltem Instrumentarium und neuer Technologie verpackten Kraftwerk das Thema Globalisierung in amüsante Popsongs und Dance-Music.Im Titelstück vermitteln Code-Worte über Datenbanken Faszination und Horror der gläsernen Gesellschaft. Das lustige Liedchen "Taschenrechner" mit Casio- und Texas-Taschenrechner-Klängen gab es sogar als japanisch gesungene Version "Dentaku". Der elektronische Blues "Computerliebe" nahm Internet-Chats vorweg. Auf "Heimcomputer", bis heute am meisten gesampelt, kündigen die synkopierten Rhythmen Techno- und House-Music an. Und "It's More Fun To Compute" ironisierte wiederum das gewählte Thema. Weder kopflastig noch gefühlskalt hatten sie der Computermusik Seele eingehaucht.
Das Album gelangte in Deutschland auf Platz 7 und in England auf Platz 15. Ein Jahr später brach dort der wahre Kraftwerk-Boom aus, als die Alben Computerwelt, Mensch-Maschine und Trans Europa Express gleichzeitig in den Charts standen. --Ingeborg Schober
Kundenrezensionen zu 'Computerwelt (de)'
"...und wenn ich diese Taste drück, spielt er ein kleines Musik-Stück..." (21. Januar 2008)
Noch gut kann ich mich erinnern, wie ich diese Platte (damals auf Vinyl) zum ersten Mal im Schaufenster im Fachgeschäft der Kleinstadt stehen sah, in der ich meine kaufmännische Ausbildung machte, wo ich immer wieder gesagt bekam, welche wichtige Rolle "der Computer" in der Zukunft meiner Arbeit haben würde. Als ich genug Taschengeld zusammengespart hatte, konnte ich endlich diese neongelbe/schwarze und sehr auffällig ausschauende Platte erwerben und bekam von KRAFTWERK visionäre Erkenntnisse vermittelt, die in eine Richtung zielten, daß der Computer in Zukunft auch, aber nicht nur auf der Arbeit eine wichtige Rolle spielen wird. Und KRAFTWERK haben ALLES vorausgesehen: Dating per Computer ("Computerliebe"), Überwachung ("Computerwelt"), die Möglichkeit für jeden Menschen, am Rechner Musik zu produzieren ("Taschenrechner")und wie diese Geräte das Privatleben von uns allen verändern werden ("Heimcomputer"). Es war immer meine liebste Scheibe von KRAFTWERK, und lange Zeit dachte ich, damit stehe ich alleine da, aber inzwischen habe ich durch das Net herausgefunden, daß es vielen Leuten so geht, weil dieses Album visionär ist und auch die Musik gut und gern zehn Jahre ihrer Zeit voraus war, bevor sie von der Techno-Szene okkupiert, genommen und verändert wurde bzw. sich die Künstler der 90er-Jahre bis zum heutigen Tag inspirieren liessen. Wie alle anderen Alben der Band lässt sich "Computerwelt" gut an einem Stück anhören, da der musikalische und thematische Rahmen nicht verlassen wird. Ein Meilenstein...!Klassiker (4. Februar 2005)
Meilenstein und Wegbereiter der elektronisch-technischen Grooves, dies war sicherlich für die damalige Zeit, wo die Platte rauskam, die kompromissloseste und visionärste Version der elektronischen Musik, damit haben sie andere Pioniere der elektronischen Musik wie Gary Numan, Tangerine Dream, Klaus Schulze, Jean Michel Jarre, mehr fällt mir jetzt nicht ein, all diese überholt und weit hinter sich gelassen.und diese Platte wirkt heute noch, siehe Taschenrechner und Nummern.
Grosse Band, grosses Album (19. August 2003)
Kraftwerk-Alben (auch das neue grossartige "TDF Soundtracks")sind dazu da, komplett durchgehört zu werden, kaum einer Band gelingt es, einen so abwechslungsreichen "Flow" bei ihren "Produkten" herzustellen. Genauso ergeht es mir mit diesem wahrlich prophetischen Album, welches man gebannt vom ersten bis zum letzten Ton immer wieder durchhören kann (und muss)."Computerwelt" aus dem Jahr 1981 ist sicherlich einer der Höhepunkte im Back-Catalogue der Düsseldorfer "Mensch-Maschine", in vielen Internet-Polls und Fan-Umfragen wird es als "All-Time-Favourite" gehandelt. Kraftwerk nahmen Themen wie Computerisierung der internationalen Wirtschaftswelt und deren Datengebrauch bzw. -missbrauch ("Computerwelt", "Nummern")und das Chatten ("Computerliebe")vorweg, priessen den Spassfaktor am Computerspielen ("Heimcomputer/It's more fun to compute"), und lieferten eine selbstironische Abrechnung mit den Gegnern elektronischer Musik ("Taschenrechner") auf. Musikalisch legten sie, wie bereits auf ihren Vorgängeralben erneut wichtige Grundlagen für aktuelle Trends wie Hip Hop ("Nummern" wurde, genauso wie "Trans Europa Express", von "Afrika Bambaata" in seinem Song "Planet Rock" zitiert) und Detroit House, dem späteren Techno ("It's more fun to compute" gilt als Hauptinspirationsquelle der frühen US-Technoszene Mitte der 80er).
Davon abgesehn muss ich mich immer wieder wundern, wie "Kraftwerk" es schaffen , mit ihrer Musik Gefühle zu erzeugen, ein Kunststück, welches ihren vielen zahllosen Imitatoren nicht so recht gelingen mag: "Computerliebe" wurde zu recht als "Electronic Blues" bezeichnet, ein wunderschönes, warmherziges, humanes Lied mit schwärmerischen Melodien, "Computerwelt" wiederum ist Paranoia pur, die prophetischen Zeilen "Automat und Telespiel/leiten heut' die Zukunft ein/Computer für den Kleinbetrieb/Computer für das Eigenheim") lassen einem Schauer über den Rücken laufen, "Nummern" und "Taschenrechner" sind witzige, funkige Tracks und "Heimcomputer" und "It's more fun to compute" dürfte in jedem Techno-Club durchaus heute noch spielbar sein.
Grosse Band, grosses Album.
In der Kürze liegt die Würze... (12. Juli 2003)
Dieses Album ist mit seinen 34 min und paar zerquetschte das kürzeste von Kraftwerk. Aber eines der genialsten!!!!!! Wie Radioaktivität durchzieht ein Thema das komplette Album! Jedes Lied passt perfekt in das gesamte Gefüge!In den Jahren zwischen 1978 und 1981 war es ruhig um Kraftwerk geworden. Keine Konzerte, keine neuen Songs.... Doch damit meldeten sie sich mehr als beeindruckend zurück!
Das absolute Meisterstück (10. Dezember 2001)
Das war die absolute Revolution Anfang der 80 er.Leider ist dieses geniale Album auch das Genialste geblieben, da die Alben danach nicht mehr den Reiz hatten. Hoffentlich haben die beiden verbliebenden Kraftwerkler noch die Energie für ein neues Album.






