Aus der Amazon.de-Redaktion
Will Oldham ist Bonnie "Prince" Billy. Bekannt wurde der amerikanische Sänger/Songschreiber durch seine Band Palace in den Variationen Brothers / Songs / Music. Egal, unter welchem Namen er firmierte, niemals gab es etwas zu Lachen. Vielleicht sollte sich Oldham mal mit Bill Callahan alias Smog zusammentun, um heraus zu finden, wessen Seele über die tieferen Abgründe verfügt. Smog klingt manisch depressiv, unnahbar, Oldham dagegen einsam aber nicht ganz hoffnungslos, eher wie jemand, der sich seiner Situation eines zweifelnden aber nicht verzweifelten Menschen bewusst ist. In wieweit Songtexte und Sänger aber eine Einheit bilden, mögen Psychotherapeuten beurteilen. I See A Darkness lässt jedenfalls jegliche Fröhlichkeit außen vor. Das ergreifenden Album wird geprägt durch Oldhams leicht gequälte und wehmütige Stimme und einer Musik zwischen sparsamen Akustik-Gitarren, getragenen Pianopassagen, Klageliedern und einem Hauch Westcoast-Folk. Nur der zickige Song "Madeleine-Mary" bricht aus der desperaten Atmosphäre aus, der es sich zu entziehen schwer fällt. Wenn Oldham in "Raining In Darling" "...o it don't rain anymore / I go outdoors / where it's fun to be..." singt, dann strahlt Licht in die Dunkelheit wie die Gewissheit, dass man Einsamkeit doch teilen kann. --Sven NiechziolKundenrezensionen zu 'I See a Darkness'
Große Gefühle (6. April 2007)
Das ist (vielleicht) das beste, traurigste, hoffnungsvollste, zerbrechlichste, rauhste, melodiöseste, einfach wunderschönste Singer-Songwriter-Altfolk-Alben aller Zeiten - auf einer Stufe mit Springsteens wegweisendem Album NEBRASKA. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Und wer bisher nur Johnny Cashs Interpretation von "I see a darkness" kennt (und die ist ja wahrlich schon hervorragend), muss einfach mal das Original hören: es geht nämlich tatsächlich noch besser!I see a darkness (21. Oktober 2006)
Tiefer Bass, ein Piano. Eine Stimme, so hoffnungsvoll wie die Farbe Gelb. Einer der ernstesten Musiker die ich kenne. Todtraurige Melodien die immer wieder einen Schimmer Hoffnung in sich tragen so auch die Lyrics. Düster, perfekt arrangiert und vor allem nie zuviel. Wenig Instrumente, ein Song, "Black" sogar nur eine akustische Gitarre. Durch seine Bands, Slint und Palace wurde er bekannt. Und auch dort erkennt man Wurzeln. Der bitterböse Song, aus lyrischer Sicht: "DEATH to everyone" hat schon bekannte Rock-Elemente. In "Madeleine Mary" wird dann fast schon gerockt. Die Stimme hat einen sehr markanten Hinterton. Unverwechselbar. Unwechselbar.Ich weiss gar nicht was ich noch schreiben könnte, ausser: KAUFEN!
Muss man auf jeden Fall mal gehört haben.
Will Oldham auf seinem Zenith:Sadcore-Songwriter Meisterwerk (13. August 2004)
Auf "I See A Darkness" ist Will Oldham sein wohl prägnantestes und wohl vielseitigstes Album gelungen.Düster, poetisch und balladesk reihen sich Juwel an Juwel.
Lo-Fi Country Pop "Minor Place" zu Nick-Cave-gebührenden schweren Pianoballaden wie "I See A Darkness".
Oder feinster Folk mit mehrstimmigen Gesang wie
"Nomadic Revery (All Around)". Die persönliche Note stimmt bei allen Songs. Wer gerne charismatische, liebevoll gemachte Musik hört, darf dieses Album nicht verpassen.
Hervorragande Poesie mit viel Doppeldeutungen und das Händchen für die richtigen Harmonien, ob auf der Gitarre gezupft, mit reduzierter Band gekonnt begleitet oder durch Klavier und geschmacklich arrangierten bluesig bis progressiven Gitarren in Szene gesetzt..und diese göttliche Stimme! Zeitloser, melancholischer Country/Folk voller Weltschmerz, aber ohne pathetisch und selbstmitleidig zu wirken, eher erhaben und aus der Feder eines reifen Mannes.
Alles zusammen ein wahrer Hörgenuss.
Will Oldham ist einer der talentiersten Singer/Songwriter der Neuzeit und mit seiner ersten Veröffentlichung unter dem Künstlernamen Bonnie Prince Billy, "I See A Darkness", bringt er gesammelte Einflüsse und langjährige Erfahrungen von vielen Independent-Releases endgültig zu einem Meisterwerk, das den Grad von Indie zu Rock meistert, ohne dabei an Originellität zu verlieren
Sicherlich eines der besten Alben der 90er Jahre.
Medizin (6. März 2004)
für alle ! Vor 10 Jahren habe ich mir mit vielen Mühen Palace Brothers LP's beschafft, weil ich die Musik geliebt habe. Habe kaum zu hoffen gewagt, daß das Output von Will Oldham so immens ist, und hätte mir niemals vorstellen können, daß er so viel BESSER wird. Palace Brothers, - music etc. war absichtlich nachlässig gespielt, gesungen, produziert, was den ganz eigenen Charme dieser Platten ausmachte. Auf lange Sicht wird das zur bloßen Attitüde. Oldfham ist ernsthafter und berührender als jemals zuvor. Die Sachen sind gut produziert, was der Seele der Musik entgegen aller Befürchtung überhaupt nicht schadet, im Gegenteil. Der schwülstig-zynische Bombast ist verschwunden, es entschält sich ein reines Ich. Übrigens kann ich bei "trauriger" Musik niemals die Einschätzung teilen, depressive Menschen sollten das nicht hören. Im Gegenteil. Traurige Menschen fühlen sich in dieser Musik sicher verstanden, also auch besser, also auch weniger selbstmordgefähredet. Traurige aller Länder, vereinigt Euch, es gibt keinen Grund, sich umzubringen. Wir reisen unterirdisch, wie bei Jules Verne, zum Mittelpunkt der Erde. Das hat seine eigene Schönheit. Die besten Lieder finde ichNr. 2 (All Around ) und Black, Nr. 10. Das singe ich den ganzen Tag im Büro. Möchte noch wärmstens empfehlen: Cat Power (die leider bei ihrem Konzert in Frankfurt nach 3 Liedern besoffen neben/unter dem Klavier so langsam Zuflucht suchte) und Loq und Alaisdair Roberts.
This Cold Heart Of Mine (30. Dezember 2003)
Im Grunde kann man Klassiker immer erst sehr spät küren, in der Flut von Musikveröffentlichungen im Indie/Alternative Bereich wird das sowieso im schwerer. Mein Anwärter auf einen Klassiker der auch noch in 25 Jahren gilt, ist diese Platte hier und mit ihr der Ausnahme - Songwriter Bonnie "Prince" Billy, besser bekannt als Will Oldham.Diese Platte wiegt schwer, das will ich vorweg sagen. Es ist für mich eine Veröffentlichung, die seinesgleichen sucht und vielleicht nur alle Jubeljahre einmal erscheint. Für diese Platte müsste Amazon sogar den 6ten Stern als Bewertung einführen - mir ist 5 Sterne einfach zu wenig, es klingt doch zu gewöhnlich, gibt man doch im Grunde viel zu oft an alles was gut gefällt diese Wertung.
Will Oldhams Output ist enorm. Unter einer Handvoll Pseudonymen erscheint seit Jahren Platte über Platte. Gefallen tun sie mir inzwischen alle, doch diese hier hat mich ganz besonders berührt.
Will Oldhams zerbrechlicher Gesang untermalt von seinen spröden, traurigen Akustikweisen mit diesem countryesken Einfluss und seinen melancholischen Texten zeichnet alle seine Platten aus. Trotz aller Traurigkeit liegt den Liedern sehr viel Hoffnung inne, strömt Ruhe aus und vermittelt ein seltsames Gefühl von Geborgenheit. Die Platte und der Hörer gegen den Rest der Welt, wenigstens hat man ja noch sich.
Es ist Musik für Zeiten voller Rückzug und Introversion. Die totale. Wenn man rein gar nichts mehr mit draußen zu tun haben will, nur noch nach Hause kommt um sich einzuschließen, wegzuballern und zu entfliehen. Winter muss es sein, kalt und dunkel. Dann ist dies der optimale Soundtrack.
Für mich hat es lange gedauert, Will Oldham schätzen zu lernen. Früher habe ich es als Hippiemüll bezeichnet. Mann, lag ich daneben!
Das erste was ich darüber erfuhr war irgendeine Legende, zur Zeit der Palace Music Platte. Es wären die kompletten SLINT ohne Sänger dafür mit einem Kauz namens Will Oldham. Jemand der sich bei Interviews gerne mal unter Tische verkriecht oder nicht redet, einen Nervenzusammenbruch bekommt, raus zu seinem Truck rennt und immer wieder ums Haus fährt. Diese Legenden machten die Musik schon sehr interessant, nur mal eben so anhören und gut finden funktioniert nur bedingt. Sobald man sich aber auf diese ganz besondere Hillbilly Terrassen Style Musik eingelassen hat, ist es zu spät. Selbst Johnny Cash konnte sich dem nicht entziehen, er coverte den Titeltrack auf seinen American recordings mit Oldham im Duett. Wer dabei der Meister war lässt sich nur schwerlich sagen.
Das bezeichnenste Zitat zu Mr. Oldham kommt von ihm selbst: "The only thing i know how to give is music." Das kann ich nur unterstreichen!






