Aus der Amazon.de-Redaktion
Um uns die Wartezeit auf das "offizielle" Follow-Up zum 1996er Weltklasse-Album Odelay zu verkürzen, hat der liebe Onkel Beck mal eben ein kleines Meisterwerk eingeschoben. Nicht der angesagte Breakbeat-Sample-Hip-Pop-Lo-Fi-Künstler, sondern der schlitzohrige Folk-Country-Jungmeister ist hier am Werk mit wunderbaren Cyber-Country-Songs, wie "Cancelled Check", folkigen Pop-Balladen, wie "Cold Brains", und einer Retro-Exotica-Nummer namens "Tropicalia".Der Trip dauert keine Dreiviertelstunde, trotzdem entfaltet sich hier ein kompletter, schräger und wunderschöner Mikrokosmos voller Widersprüche. So werden ausgerechnet beim vermeintlich altmodischen "Bottle of Blues" die spacigsten Samples eingesetzt. Zu gleichen Teilen aus musikalischen Zitaten und neuen Songideen zusammengesetzt, ist Mutations ohne viel Spektakel ein großes "kleines" Album, das durch die behutsame Produktion von Nigel Goodrich (Radiohead: OK Computer) noch zusätzlich veredelt wurde. --Christian Arndt
Kundenrezensionen zu 'Mutations'
Oh du meine Güte! (13. April 2007)
was habe ich da bloß gekauft! Dies war meine Reaktion nach dem ersten mal Anhören der Platte. Lauter softe Balladen, dazu noch teilweise im Country-Stil, den ich ganz und gar verabscheue. Aber g u t e Musik gefällt einem selten beim erstem Mal hören. Songs, die einem sofort ins Ohr gehen sind meistens auch genauso schnell wieder draußen.Mit dieser Einstellung habe ich die Platte mehrfach angehört. Und siehe da! Die Songs haben den musikalischen Tiefgang, der heuzutage dem üblichen Mainstream gänzlich fehlt. Und nach kurzer Zeit gefielen mir wirklich alle(!) Stücke auf dieser CD. Und dies kann ich nur von sehr wenigen Alben der letzten 25 Jahren behaupten.
Fazit: Wunderschöne langsame Songs mit erfrischend verschiedenen Stilrichtungen. Allerdings ist dies meines Erachtens keine Platte, die einem sofort auf Anhieb gefällt. Man muß der Platte und sich etwas Zeit geben. Dies würde ich auch meinem Vorredner empfehlen.
Anspieltipps: "We live again", "Dead Melodies"
"Pleasures are seldom and few"
ZU SOFT (27. März 2007)
Ich persönlich finde diese CD von Beck zu langsam. Ist halt Geschmackssache. Ich besitze fast alle Beck-CDs, als ich mir diese bestellt habe, war ich enttäuscht. Mein Favorit ist "The Information", die Neue von Beck. Sehr abwechslungsreich und ein Hit nach dem anderen, was man von der "Mutation" nicht behaupten kann.Künstlerische Reifeprüfung mit Bravour bestanden! (6. Februar 2005)
Als sich Beck Mitte der Neunziger Jahre bereits als eine feste Popgröße etabliert hatte und alle Welt auf eine Art "Odelay 2"-Album wartete, beglückte er seine Fangemeinde mit einem Album, das so gar nicht den Erwartungen entsprach und das in kommerzieller Hinsicht den Vorgängeralben unterlegen war. Dass Verkaufszahlen jedoch selten den künstlerischen Wert einer LP widerspiegeln, bewahrheitet sich auch in diesem Falle: stilistisch vielfältig, wie das Album ist, zeigt sich hier Becks große kompositorische Meisterschaft. Affinitäten zu Country Music und Blues sind ebenso auszumachen wie die wilden elektronischen Samples der Vorgängeralben, abgefahrener Elektrorock gesellt sich zu zurückgelehntem Country-Folk-Sound, als wäre dies die normalste Sache der Welt. Überall webt er (teils sehr lustige) (elektro-)akustische Huldigungen und Zitate ein - dies aber, ohne stumpf zu kopieren sondern ganz im Gegenteil in musikalischen Kontexten, in denen man sie niemals erwartet hätte. Auch Becks gesangliche Qualitäten haben gegenüber der Vorjahre zugenommen und kommen in den getragenen Songs dieses Albums besonders zur Geltung.Für mich enthält dieses Album das beste Material, das er je (mit Hilfe Nigel Godrichs) produziert hat - es ist vom ersten bis zum letzten Track gerade auch wegen der zahlreichen eher getragenen Songs ein Hörgenuss erster Güte. Wer sich überlegt, dieses Album zuzulegen, sollte unbedingt die etwas teurere Version mit den Zusatztracks "Halo of Gold" und "Black Balloon" wählen, die ihr Geld in jedem Falle wert sind.






