Aus der Amazon.de-Redaktion
Katzenjammer und wüste Generatoren-Parties markieren den Beginn der Kyuss-Story. Denn bevor sich das Quartett aus Palm Springs, Kalifornien, nach einem Charakter des Spiels Dungeons & Dragons benannte, trug es den (lautmalerischen?) Namen Katzenjammer.1988 hatten Sänger John Garcia und Gitarrist Josh Homme diese Teenie-Band gegründet, die -- in Ermangelung einer lokalen Clubszene -- ihre Konzerte unter freiem Wüstenhimmel spielt. Der Strom kommt aus Generatoren, das Bier von zuhause und da der nächste Nachbar 10 Meilen entfernt wohnt, entwickeln Katzenjammer/Kyuss einen Sound, der vor allem eines ist: Laut.
Die tiefen, spiralförmig kreisenden Gitarren sowie die aus dem Unterbewußtsein fließenden Songstrukturen legen den Vergleich mit Black Sabbath nahe. Nach dem selbstproduzierten Debüt sowie dem nachfolgenden Wretch gehen Kyuss 1992 erstmals mit Produzent Chris Goss (Masters of Reality) ins Studio, der den Wüsten-Sound perfekt einzufangen vermag.
Der Verlust des Bewußtseins erhält den Vorzug vor der songschreiberischen Kontrolle über Harmoniefolgen oder Hooklines. "Wer etwas über uns erfahren will", sagt John Garcia, "muß sich einen Tag lang in die Wüste setzen und sein Hirn von der Sonne rösten lassen." Was die Nähe zu Black Sabbath betrifft, so sollte es noch Monate dauern, bis Gitarrist Josh Homme erstmals eine Platte von Ozzy & Co. auf seinen Plattenteller hievt... --Björn Döring
Kundenrezensionen zu 'Blues for the Red Sun'
Wie man Häuser zum Einsturz bringt (17. August 2008)
Mit Blues For The Red Sun! Kaum hatte ich die Platte aufgelegt, dachte ich, dass mein Zimmer aus allen Nähten platzt. Ich drehte den Regler auf und war für paarundvierzig Minuten erst mal weg. Danach: Umgedreht und gleich nochmal gehört. Alles in allem klingen die Lieder bis auf Capsize ähnlich:Unglaublich tief dröhnend und eingängig, sodass ich hier auch keine besonderen hervorheben möchte. Jedes an sich ist fantastisch und alle zusammen sind wirksamer Chloroform.Auftakt zu einem Meisterwerk (24. März 2008)
Was soll man zu diesem Album sagen? Auf das erste Hören werden einige verstört sein (ging mir nicht anders), doch lohnt es sich vielleicht mehr als bei jedem anderen Album mehrmals hinzuhören. Nach einigen Malen wird die Rafinesse deutlich und man kommt davon nicht mehr los.Stück für Stück lernt man die Tracks kennen und lernt jeden als seltenes Juwel der Stoner-Ära lieben.
Auf Blues for the Red Sun, fingen Kyuss an, ihren unverwechselbaren Sound zu kultivieren. Er erscheint noch etwas roher, als auf der (vielleicht noch besseren) Sky Valley, was aber nicht heißen soll, dass er schlechter wäre. Hier wird nur noch etwas mehr gerotzt und aus jeder Pore scheint der trockene Wüstensand zu quillen.
KAUFEN!!! Wer es nicht hat, hat was verpasst.
Die Wüste bebt (28. Januar 2007)
Nach Welcome To Sky Valley wollte ich mehr. Mehr von Stoner Rock, mehr von Kyuss. Anfangs fand ich das Album Blues For The Red Sun lange nicht so gut wie Sky Valley. Doch nach kurzer Zeit, wollte ich Sky Valley gar nicht mehr anhören. Dieses Album ist so rauh, so verdammt cool. Gleich der Opener "Thumb" ist ein Rocker, der seinesgleichen sucht. Aber es hört ja neinfach nicht auf. Immer wieder folgt ein noch geilerer Song. "Green Machine": ich liebe diesen Song. Und wie gesagt immer so weiter... mal n paar Instrumentalstücke oder kurze Zwischenklangcollagen (was für ein Wort?!) und dann wider ein Hit nach dem anderen ("Freedom Run", "Writhe"). John Garcia hat so eine geile Reibeisenstimme, dagegen wirkt (fast) jeder andere Sänger wie ein Grundschüler. Wer also auf "gechillten" Rock steht muss hier zugreifen. Und auch wenn bei den Aufnahmen die Mitglieder der Band zu 99,9% unter Drogeneinfluss standen (ich sag nur STONER-Rock), kann man diese CD durchaus auch ohne Drogen genießen.you've been burned by my lighter... (3. August 2006)
Einst Album des Monats im 'Metal Hammer' und heute ein Klassiker. Wahrscheinlich jenes Werk mit den schwersten Riffs seit Black Sabbaths 'Master of Reality'.Um es metaphorisch zu sagen: Die ersten vier Songs werfen dich in eine psychedelische Falle aus zähflüssigem Schleim, aus der es kein Entkommen gibt - die Liedtitel 'Molten Universe' oder' 50 Million Year Trip (Downside Up)' sind hierbei durchaus programmatisch zu verstehen, denn nur so kann diese Musik beschieben werden.
Die für Kyuss üblichen Instrumentals sind in einiger Anzahl enthalten (Apothecaries Weight, Molten Universe, Caterpillar March) und einige Kurzstücke (800, Capsized, Yeah) dienen zum Trennen der massiven Rockapparate. Highlights: alles. Absolute Highlights: 50 Mio year trip, Freedom run, Writhe.
'Blues for the red Sun' klingt etwas rauher/räudiger/ungeschliffener als seine Nachfolger, und stellt den ersten Schritt zur perfekten Kyuss-Scheibe 'circus' dar, was dennoch keine geringere Wertung als 5 für mich rechtfertigt.
Leider weiss ich nicht, welcher Gott der richtige ist, sonst würd ich den um eine Reunion anbeten.
Meskalin, zerfließende Universen und Rock´n´Roll (16. Februar 2006)
Hallo ihr Otto Normalverbraucher. Ihr wollt wissen was das ist, der Blues for the red sun? Ihr wollt wissen wie er sich anhört?Vergesst Beschreibungen, kauft ihn euch einfach. Aber Vorsicht!
Wenn ihr dieses Album zum ersten Mal in den Player geschoben habt, wird nichts mehr so sein wie zuvor. Ihr werdet eine tiefgreifende Veränderung erfahren, und eure größten Wünsche aber auch fürchterlichsten Ängste erfüllt bekommen. Denn dieses Album wurde nicht von Kyuss aufgenommen. Dieses Pseudonym erfand die Plattenfirma nur aus Sicherheitsgründen. In Wirklichkeit entstand dieses Album Anfang der Siebziger. Damals trafen sich Mitglieder von Black Sabbath, Led Zeppelin, Pink Floyd und den Doors in irgendeiner Wüste in Mexiko. Mitgebracht hatten sie Lastwägen voller Essen, Trinken, Musikinstrumenten und natürlich Drogen. Ihr Ziel: Ein Album aufzunehmen, das die Welt in ihren Grundfesten erschüttern und für immer verändern sollte. Nach 30 Tagen war diese Mission beendet, und sie nannten das Ergebnis Blues for the red sun. Leider wagte keine Plattenfirma, dieses höchst brisante und gefährliche Album zu veröffentlichen, so dass es bis 1992 in der Wüste verstaubte. Doch durch einen glücklichen Zufall können wir es seitdem in den Händen halten und wieder und wieder anhören. Und ich rate euch: Tut das! Denn in diesen Klängen liegt die Wahrheit.






