Aus der Amazon.de-Redaktion
Um ihrem bombastischen 1995er Album Exit Planet Dust einen würdigen Nachfolger an die Seite zu stellen, haben die Chemical Brothers ihre bombastischen Beats noch mal genau abgestimmt und ein grundsolides Popalbum abgeliefert. Dig Your Own Hole versteht es, den Geist wie auch die Materie des Rock & Roll und des Techno zu verbinden. Singles wie "Block Rockin' Beats", "Elektrobank" und "Setting Sun" (mit Vocals von Oasis-Sänger Noel Gallagher) mögen das Pompöse und die Aura der Rockmusik fehlen, aber das machen sie hundertfach wett: mit echten und gesampelten Gitarren, die sich mit Sirenen und verzerrten Hip-Hop-Drums ein Gefecht liefern. Dieses Album trieft vor schierem Enthusiasmus und purer Energie; es erweckt eine Überschwenglichkeit, die vielen gefallen wird, da Dig Your Own Hole ein Black in Black für die späten 90er-Jahre werden konnte. Techno fürs Stadion. --Matthew CorwineKundenrezensionen zu 'Dig Your Own Hole'
Big Beat in Perfektion (23. September 2008)
Funk & Groove goes Big Beat - geht nicht? Aber hallo! Die chemischen Brüder schaffen es funk geladene und groovende Elemente mit fetten Bässen, satten Drums und abgefahrenen Synthies so homogen zu inszenieren als wäre es ganz selbstverständlich. Damit beschreibe ich aber nur ein Segment des vor Abwechslung und musikalischer Vielfalt strotzenden Werkes, welches ich eben am imposantesten finde.Daher ist für mich "Block Rockin' Beats" mit seinem funky Gitarrenlauf auch der Knaller des Albums. "Don't Stop The Rock" hingegen bietet technoiden Flächensound, unterstützt mit analogen Drumsamples, bei "Lost in the K-Hole" wiederum groovt die Gitarre lässig mit Chill-Out Synthies. So liefert jedes Stück einen ganz individuellen Beitrag ohne aus dem Gesamtkonzept zu fallen oder irgendwie deplaziert zu wirken. Faszinierend ist vor allem die Verschmelzung von digitalem- und analogem Sampling (wobei das anloge meistens auch durch digitale Filter und andere Verzerrer gejagt wurde, aber die Herkunft hörbar bleibt), das nie gegensätzlich klingt, sondern sich wunderbar ergänzt. Gast Vocals von Noel Gallagher (Oasis) und Beth Orton runden das Chemical Paket als Sahnehäubchen ab.
Insgesamt ist es laut, gelegentlich sehr laut und dementsprechend vor Energie strotzend. Die Verschnaufpausen kommen erst zum Ende des Albums. Durch ein teilweise schier unglaubliches Detailreichtum der einzelnen Songs, geht man immer wieder auf Entdeckungsreise. Was die Jungs an Samples für ein einziges Lied verheizen, reicht bei anderen für eine halbes Album, ganz im Ernst. Allerdings kann man sich von diesen exzessiven Samplemonstern, die bei einigen Tracks auf ohrenbetäubenden Frequenzen liegen, auch erschlagen fühlen, da es für den einen oder anderen sicherlich überladen, aufdringlich oder konfus klingen mag. Für mich nicht (oder nur punktuell), würde dies dennoch als Kritikpunkt nachvollziehen können. An experimentellen Werken scheiden sich oft die Meinungen. Einige werden sicher die Geradlinigkeit des Vorgängers vermissen. Für mich haben die Chemicals Brothers nach ihrem Debüt den zweiten Meilenstein in Folge gesetzt - Respekt.
Experimental Space Out (18. November 2005)
Da haben sie es wirklich krachen lassen, die Chemicals, der einzige halbwegs radiotaugliche Track auf dem Album ist der Opener "Block Rockin' Beats" (eventuell auch noch "Where Do I Begin", wäre da nicht der etwas eigenartige Schluss), welcher grandiose Beats liefert, die nicht nur einmal von anderen Artists recycelt wurden.Ansonsten wird der Zuhörer durch einen seeeeehr experimentellen Cocktail der elektronischen Musik gejagt. Schrille Abmischungen, die teilweise im Ohr weh tun, eigenartige Loops mit doch sehr interessanten Ansätzen, große Gastmusiker, schrille (teils sehr verstörte) Synths und krasse Stilwechsel definieren "Dig Your Own Hole".
Fast noch interessanter sind die jeweiligen Videos (Block Rockin' Beats, Setting Sun, Elektrobank), die im gewohnten Chemical Style total durchgedreht und kreativ sind.
Alles in allem ein tolles Album, welches zwar nicht gerade in jedem Freundeskreis Stimmung erzeugen kann, jedoch mit zu jenem Zeitpunkt komplett neuen Ansätzen den Markt stürmte und dafür auf alle Fälle Respekt verdient.
Gitarren- und Computer-Rock - das funktioniert tatsächlich! (20. März 2004)
Rockmusik, in der Computer eingesetzt werden? Prodigy und die Nine Inch Nails haben das respektabel hin bekommen. Nur sind Prodigy schon ziemlich nervige Prolls. Und NIN sind doch eher depressive Abrißunternehmer, denn eine gute Band.Die Chemicals Brother aber kann man auch dann mögen, wenn man die 20 bereits überschritten hat; sonst eher Gitarren-Rock hört und sich auch in nicht-uniformierter Kleidung wohl fühlt.
Ein wenig Toleranz und Zeit um die Ohren an diese etwas andere Musik zu gewöhnen braucht es aber schon. Und dann rocken die Chemical Brothers genau so gut wie Metallica oder Limp Bizkit.
Um konservative Rockfans anzulocken gibt es noch zwei gelungene Gastauftritte, bei „Setting Sun" singt Noel Gallagher von Oasis mit und bei „Where do I begin" umschmeichelt die süße Beth Orton des Hörers Ohr.
Anspieltipps: Block rockin' beats, Piku, The private psychedelic reel
Ins eigene Loch gefallen (30. Mai 2002)
"Dig your own hole" ist eine Scheibe die ich nicht zurückgeben werde. Aber nicht weil sie durchweg toll oder gar genial ist, sondern weil eben auch ein paar nette und ein gutes Stück drauf sind. Die "Block rockin' beats" sowie das Titelstück gehören zu ersteren und bei "Where do I begin" kommt wohl meine Vorliebe für die Stimme Beth Ortons wieder durch.Den Rest jedoch würde ich, wüßte ich es nicht besser, nicht den Chemical Brothers zuordnen, sondern einer mittelmäßigen Krawalltruppe.
Mir fehlen hier leider die Melodien und originellen Ideen aus den anderen Scheiben. Nicht daß es keine kruden Geräusche und sonstigen Samples gäbe, aber sie sind so verhackstückt und ohne Zusammenhang gemischt, daß mir der Großteil der Titel eher Kopfschmerzen als Spaß bereitete. Wer's allerdings primär laut und basslastig liebt, dem wird viel geboten.
Schade darum, aber immerhin haben sich die Chemicals nicht im wahrsten Sinne des Wortes ein Loch gegraben aus dem sie nicht wieder rauskamen, sondern auf "Come with us" mit einem neuen Stil auch wieder zu alter Qualität gefunden.





