Aus der Amazon.de-Redaktion
Für den Film "More" des Franzosen Barbet Schroeder komponierten Pink Floyd 1969 den Soundtrack. Seit spätestens 1966 ein Geheimtip des Londoner Undergrounds, waren die vier Engländer gerade im Begriff einen Siegeszug anzutreten, der Ihnen unter anderem einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde neben vielen anderen Superlativen und Abermillionen verkaufter Alben bescherte. Dennoch nahmen sie sich die Zeit dieses ausgezeichnete Stück Musik einzuspielen, das letztlich, ohne die damals gewohnten, teilweise extremen Kompositionen von Pink Floyd, Platz zehn der britischen LP-Charts erreichte.Psychodelic-Rock ist hier immer noch zu hören, aber nur teilweise und wesentlich greifbarer, man könnte sagen kommerzieller, bis auf den herausragenden "Nile Song", für damalige Begriffe unerhört, heute unter anderem von Voivod, einer Formation aus dem härteren Lager, gecovert ohne groß bearbeitet zu werden - ein großartiger Drescher. Überdies sind einige exquisite Instrumentalstücke vertreten, die einfach zeitlos gute Musik beinhalten und die Vielfalt und den Ideenreichtum bezeugen, die Pink Floyd irgendwann einmal besaßen.
Ein für die Combo ungewöhnliches Album mit einigen herausragenden Kompositionen, abwechslungsreich bis unzusammenhängend, von Hardcore über Blues bis Synthie-Pop, für jeden etwas dabei, ohne flach zu wirken, einfach gute Musik. --Felix von Vietsch
Kundenrezensionen zu 'More'
Bei weitem kein Klassiker aber allemal schön!!! (4. Februar 2008)
More (1969),Pink Floyds 1.Soundtrack zum gleichnamigen Film,und die 1.Einspielung komplett ohne Syd Barrett wurde quasi nur nebenbei auf den Markt geschmissen und in Windeseile aufgenommen.Klassiker sucht man vergeblich und die Songs werden schon seit Ewigkeiten nicht mehr live gespielt.Dennoch lohnt sich der Kauf.Das meiste sind zarte akustische Balladen von Roger Waters.Paradebesispiel hierfür:Der Opener "Cirrus minor" der mit Vogelgezwitscher beginnt,und mit traumhaft schönen Harmonien und melancholischer Stimmung überzeugt.Auf"The Nile Song" und "Ibiza bar" geben Pink Floyd sich beinahe schon als Heavy Metal Band,mit stark verzerrter Gitarre und sehr rockigem Gesang Gilmours.Bei den Instrumentals "Main theme" und bes."Quicksilver" war Gilmour die treibende Kraft,der bis zum Stehkragen voll mit Dope diese Traumsequenzen schrieb."Green is the colour" ist ein Beispiel für die kurze pastorale Periode Pink Floyds,die nur kurz Ende der 60 er Anfang der 70 er aufblühte.Der Gesamteindruck:Ein abwechslungsreiches melodiöses und allemal interessantes Album,das sich nicht verstecken muss.Viel Licht und etwas Schatten (20. Oktober 2007)
"More" enthält einige der schönsten Lieder, die Pink Floyd je gespielt haben - und ist als CD trotzdem unbefriedigend. Die Highlights sind mit eher lästigem Füllmaterial (mehr Geräuschkulisse für Filmszenen als Nummern zum Anhören) gekoppelt, was das Durchhören der CD erschwert. Durch die (aus Sicht des Hörers, der den Film nicht kennt) eher wirre Reihenfolge der Songs ensteht auch kein abgerundeter Klangbogen - sondern mehr ein musikalischer Fleckerlteppich."More" bietet sich geradezu dazu an, die schönen Lieder auszuwählen und mit anderen CD's der frühen Pink Floyd (zB. Relics) zu kombinieren und sich damit selbst neue Zusammenstellungen zu brennen.
Wenn man Pink Floyd mag, sollte man sich "More" nicht entgehen lassen !
Weit unterschätztes Psychedelic Album. (17. September 2007)
TagIch möchte hier in meiner Rezension nicht näher auf Verpackung etc. eingehen weil ich sowieso nur die LP Besitze ,sondern nur über die Musik schreiben.
Um die Pointe vorneweg zu nehmen: Ich finde das Album Toll und es ist eines meiner Lieblingsalben.
Erstmal zur entstehung:
Barbet Schroeder ,ein Pariser Filmregisseur hatte Pink Floyd das Angebot gemacht,für seinen Film "More" die Musik zu schreiben. Pink Floyd nahm das Angebot sofort an weil es sie schon immer reizte Filmmusik zu machen. Nach nur acht Tagen Studioarbeit waren die Aufnahmen fertig und bei der übergabe an Schroeder war er begeistert und auch die Plattenfirma war von der Platte Begeistert, so sollte für sie ein Pink Floyd Album klingen. Green Is The Colour und Cymbaline waren von Pink Floyd sehr oft gespielte Songs auf Konzerten, die Lieder wurden ausgeweitet und verändert. Cymbaline hatte teils eine spiellänge von etwa 20 minuten und wurde durch eine kurze pause in der Gilmour möglist Laut herumläuft getrennt. Beide Songs erhielten Soloeinlagen und das Intro von Cymbaline wurde nicht mehr mit der Gitarre gespielt sondern von Rick Wright mit der Orgel.
Das Ganze Album ist recht abwechslungsreich , es gibt sehr ruhige Lieder ("Green is The Colour" "Cymbaline"), sehr düstere ("Crying Song" "Cirrus Minor") aber auch sehr rockige (z.b. "Ibiza Bar" "The Nile Song"). Ein kleiner Abstecher bietet "More Blues" das auch schon sehr bluesig ist und zeigt, dass Pink Floyd doch sehr vom Blues geprägt ist. Das Album ist sehr Psychedelisch wenn mans so nennen will, es gibt durchwegs viele Experimentielle Teile. Das Album ist perfekt um mal mit dem Fahrrad durch die Landschaft zu fahren und mal genau zuhören, die Musik verschmilzt förmlich mit der Landschaft. Ein unvergessliches Erlebnis. Das ist auch etwas was für mich die Musik Von Pink Floyd ausmacht.
Fazit:
Wer die frühen Alben von Pink Floyd mag und nicht den "The Wall" Sound möchte sollte zugreifen. Leider Ist More Immer noch ein geheimtipp jedoch Lohnt es sich dieses Album mal näher anzuschauen.
Ich Hoffe die Rezension hat ein wenig bei der Kaufentscheidung geholfen.
mfg Jonas
Psychedelic-Perle, nicht ganz rund (22. November 2005)
Anno '69 erfüllten die übrig gebliebenen Jungs der alten Barrett-Mannschaft ihre ersten Filmmusikauftrag - und das innerhalb weniger Tage. Die Songs hatten sie wohl zum Teil schon in der Schublade, die rein filmtechnischen Soundtrack-Stücke wie ,Up the Khyber' oder ,A Spanish Piece' waren das Ergebnis reiner Spontaneität.Der Film ist vergessen (ich selbst habe ihn noch nie gesehen) und handelt von einem Hippie-Pärchen auf Ibiza, das via Drogen fern der Heimat auszuflippen versucht. Das reichlich zeitbedingte Thema wurde von der Musik klar überlebt, obwohl die Verwirklichung des Soundtracks nur kurze Zeit in Anspruch nahm. Lieder wie ,Cirrus Minor' (,In a churchyard by a river, lazing in the haze of midday...') ,Crying Song' und ,Green Is The Colour' sind für Floyd-Fans unvermeidliche Requisiten der persönlichen Lebensbewältigung, das Hauptthema ,Main Theme' eines der Meisterstücke der Intregation von Elektronik und Pop - genial gruselig, wie die melodischen Ereignisse hier die elektronischen Klänge überlagern! Nebenbei nimmt das Ding noch Hits wie ,Popcorn' vorweg, ohne jemals dafür Dank bekommen zu haben.
Die Platte enthält keinen einzigen Hit, ist aber selbst einer. Die Rechnung: Mittelmeer-Atmosphäre mal Psychedelic mal Pop geht absolut auf. Was mich davon abhält, dem Werk 5 Punkte zu geben, ist die schludrige Produktion. Die Jungs haben ziemlich viele Spielfehler auf dem Band gelassen, die heutzutage unverzeihlich wären. Doch vielleicht gibt gerade das der Platte die unwiderstehliche Atmosphäre, wer weiß? Ich will jedenfalls nicht ohne sie sein, weil sie mir wunderbar über depressive Zeiten hinweg helfen kann. Wer fantastische, abgedrehte Musik à la Radiohead mag und die Sechziger nicht verachtet, sollte sie unbedingt mal anhören. Vielleicht steht dann bald eine weitere Perle im Schrank.






