Cal [UK-Import]

Verkaufsrang: 4383 (Video)
Actor: John Lynch
Actor: Helen Mirren
Binding: Videokassette
Director: Pat O'Connor
EAN: 5014781141529
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Format: Import
Label: Warner Home Video
Languages:
Manufacturer: Warner Home Video
Anzahl Medien: 1
NumberOfItems: 1
Verlag: Warner Home Video
Erscheinungsdatum: 27. November 1995
Spielzeit: 99
Studio: Warner Home Video
TheatricalReleaseDate: 24. August 1984
von: John Lynch (Darsteller), Helen Mirren (Darsteller), Pat O'Connor (Regisseur)

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Kundenrezensionen zu 'Cal [UK-Import]'

Die Essenz des Nordirland-Konfliktes (23. Oktober 2004)

We have fed the heart on fantasies
The Heart's grown brutal from the fare
More substance in our enemies
Than in our love
-William Butler Yeats

Cal (John Lynch), ein intelligenter und zurückhaltender Jugendlicher, und sein Vater Shamie (Donal McCann) sind die einzige in einem Stadtviertel im County Ulster in Nordirland verbliebene katholische Familie. Viel mehr als seine größtenteils durch konfessionelle Ausgrenzung bedingte Arbeitslosigkeit, für die er sich vor seinem hart arbeitenden Vater schämt, belasten ihn die Ereignisse der etwa ein Jahr zurückliegenden Winternacht, in der er sich dazu anstiften ließ, sich als Fahrer am Mord eines hohen protestantischen Polizeibeamten durch die IRA zu beteiligen. Diese Schuld, potenziert durch die schwere Verletzung des greisen Vaters des Opfers, frisst den sensiblen Cal innerlich auf und er will nichts mehr mit der IRA-Mordmaschinerie zu tun haben.
Cals Erkenntnis, dass die katholische Bibliothekarin Marcella (Hellen Mirren), seine einzige Liebe und Hoffnung, die Witwe des Mordopfers ist, stürzt ihn in einen erdrückenden inneren Konflikt - dessen Ausgang ich hier aber nicht verraten werde!

Die Verfilmung des gleichnamigen großen Nordirland-Romans von Bernard MacLaverty aus dem Jahr 1983 ist ein ergreifender Film über die Angst, Schuld und sinnlose Gewalt, die den Religionskrieg in Nordirland charakterisieren. Die enormen Probleme des Friedensprozesses der letzten Zeit beweisen zudem, dass er in mittlerweile 20 Jahren kaum an Aktualität eingebüßt hat. Regisseur Pat O'Connors lässt ein besonderes Auge für Details erkennen, die viel mehr als Worte verdeutlichen, was das tägliche Leben mit dem Terror aus Menschen macht.

Cal und Marcella gehen auf einander zu und erlangen mit ihrer Verbindung eine, wenn auch nur vorübergehende Befreiung aus der Verzweiflung des sie umgebenden religiösen Wahns. Der Film stellt die Gefühle und Bedürfnisse der Protagonisten in den Vordergrund und legt viele menschliche Schwächen bloß. Am Ende verbleibt ein Schimmer von Hoffnung, dass durch individuelles Verantwortungsbewusstsein irgendwann eine Lösung des Konflikts möglich sein könnte.

Absolut daneben (24. Februar 2004)

Ehrlich gesagt hat mir der Film CAL überhaupt nicht gefallen! Sicher, es zeigt die vielen Probleme in Irland, aber die Beziehung zwischen Cal und Marcella???
Wann hat man denn gemerkt, dass sie was füreinander empfinden? Vor allem von Marcellas Seite! Außerdem finde ich diesen Film zu brutal. Die eckelhafteste Stelle ist, als Cal mit Marcella schläft und derweil an das Attentat auf Marcellas Mann denkt. Auch beim Ende des Films glaubt man nicht, dass MArcella Cal liebt, denn als sie ihn abführen bleibt sie völlig kalt und abweisend stehen und spricht kein Wort mehr mit ihm!

INTERESSANT, aber ... (29. April 2003)

an und für sich ein packendes Thema: Cal lebt in Nordirland. Als Katholik in der Minderheit. Der Film beschreibt ohne erhobenen Zeigefinger die Schwierigkeiten mit vielen Facetten: Arbeitslosigkeit, Armut, Tristesse, IRA, ... Dies ist auch recht gelungen. Einzig die Besetzung der Hauptdarsteller war ein Fehlgriff: Zum einen Helen Mirren als Marcella wirkt wie die Mutter von Cal. Laut Plot sollte es eine erotische Anziehung zwischen Cal und Marcella geben, die aber in keiner Sequenz wirklich rüberkommt.
Alles in allem aber ein recht interessanter Film !!! Trotzdem allemal sehenswert.

Ein gewagtes Rendezvous mit einem Film (6. Juli 2002)

Wer das Buch kennt und glaubt dadurch im Film keine Überraschungen mehr zu erleben, täuscht sich gewaltig. Vielmehr bietet der Roman eher eine vage Fabel für ein durchaus gelungenes Werk.
Kurz gesagt: Die Handlung spielt in einem Nordirland, in dem der Konflikt "Katholiken gegen Protestanten" gerade wieder tobt. Cal, ein junger Katholik, hilft bei einem Mordanschlag aus und tötet damit den Ehemann von Marcella, einer Protestantin, in die er sich später unsterblich verlieben soll.
Besonders positiv fallen zwei Dinge auf. Zum einen der Darsteller von Cal. Absolut authentisch haucht er dem schwierigen Charakter Leben ein. Man fühlt geradezu den Schmerz des Protagonisten. Hinzu kommt sein wildes, rebellisches Erscheinungsbild, was den Film vor allem für junge Leute interessant macht. Dennoch wird zu keiner Zeit sein Verhalten heroisiert. Eine interessante Gradwanderung, die allein durch die Besetzung der Hauptrolle fabelhaft gemeistert wurde. An der Stelle, wo Cal und Marcella mit einander schlafen, raubt der Darsteller durch sein langsames und unmotiviertes Ausziehen der Szene jeden erotischen Gehalt, was aber nicht weiter stört. Vielleicht lag's auch an der ziemlich prüden Dekade der Entstehungszeit.
Zum anderen ist die Filmmusik von Mark Knopfler ein besonderer Leckerbissen. Sie unterstreicht die düstere, aber auch typische Atmosphäre der Gegend.
Ohne der Handlung vorgreifen zu wollen, kann man sagen, dass das Ende dramaturgisch, sowie auch schauspielerisch das Highlight ist.
Die Besetzung der Marcella ist der einzige Schatten über dem Werk. Sie kommt nicht aus dem "Bildschirm" in die Köpfe der Menschen "gekrochen."
Insgesamt ist der Film aufgrund seiner komplizierten Thematik dennoch sehr unterhaltsam und spannend. Vielleicht sollte man sich gerade deshalb auf dieses ganz besondere Rendezvous mit einem Film einlassen.

dkb.de