Verkaufsrang: 4024 (Video)
Actor: Curd Jürgens
Actor: Viktor de Kowa
Actor: Karl John
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Autor: Carl Zuckmayer
Binding: Videokassette
Director: Helmut Käutner
EAN: 4006680001050
Format: PAL
Label: Kinowelt Home Entertainment GmbH
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Kinowelt Home Entertainment GmbH
Verlag: Kinowelt Home Entertainment GmbH
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 1999
Spielzeit: 110
Studio: Kinowelt Home Entertainment GmbH
TheatricalReleaseDate: 1955
von: Curd Jürgens (Hauptdarsteller), Viktor de Kowa (Hauptdarsteller)
Preis: EUR 15,90
Kundenrezensionen zu 'Des Teufels General'
Über die große Versuchung von Macht und Karriere (26. April 2008)
Carl Zuckmayer hat mit Des Teufels General eines der ehrlichsten, objektivsten Werke über die Verstrickungen des Einzelnen in den Nationalsozialismus geschrieben. Das Thema ist so zeitlos, das es heute noch so aktuell ist, wie 1945, als es geschrieben wurde. Wie würde ich mich verhalten, wenn sich mir, nach einer langen Phase der Erfolglosigkeit und der fehlenden Perspektive, plötzlich ungeahnte Möglichkeiten eröffnen würden? Der Preis dafür wäre, dem Teufel meine Seele zu verkaufen. Die Handlung basiert auf der Lebensgeschichte von Ernst Udet, der im Ersten Weltkrieg, gemeinsam mit Hermann Göring, im legendären Geschwader vom "Roten Baron" Manfred von Richthofen geflogen ist. Vor seiner Karriere im 3. Reich verdingte sich der leidenschaftliche Pilot Udet als Kunstflieger bei Flugshows in den USA. Udet lebte für die Fliegerei. Deshalb ist es für den Leser gut nachvollziehbar, als er an zentraler Stelle in Des Teufels General sein Dilemma auf den Punkt bringt: in den USA bot sich ihm keine bessere Chance, als ein Clown der Lüfte zu sein, im faschistischen Deutschland aber konnte er maßgeblich am Aufbau und der Leitung der deutschen Luftwaffe beteiligt sein.Zuckmayers Stück ist voller nachdenklicher, geistreicher und humorvoller Szenen. Ernst Udet war ein Lebemann und großer Unterhalter. In der Verfilmung glänzt Curt Jürgens als Harras (so heißt Udet in dieser Geschichte). Jürgens hat so viel Charisma, daß einem die Figur des Luftwaffengenerals ans Herz wächst und man ihm am Ende nachtrauert.
Ernst Udet, der "Teufelsgeneral", war kein Heiliger, aber eben auch kein Scheinheiliger. Seine Geschichte lehrt, daß vom Dritten Reich eine enorme Anziehungskraft ausging, der viele Menschen erlegen sind.
Carl Zuckmayer gibt in Des Teufels General einem Mitläufer des Nationalsozialismus ein menschliches Gesicht. Weil der Zuschauer sich selbst in diesem Menschen wiederfinden kann, trägt diese Geschichte mehr zum Verständnis und zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (und jeder anderen totalitären Herrschaft) bei, als es bei unzähligen anderen Werken zu diesem Thema der Fall ist. Die Nationalsozialisten haben sich die Macht nicht erschlichen, sondern wurden demokratisch gewählt. Zuckmeyer verdeutlicht, warum dem so war. Nicht alle Deutschen waren überzeugte Nazis. Aber auch nur wenige waren wie Oskar Schindler. Die Mehrheit ähnelte wahrscheinlich "Des Teufels General".
Leider gekürzt und wo ist der Stereo Ton? (5. April 2008)
Möchte darauf hinweisen, das der Ton im Kino in Stereo war. Es wäre interessant einmal diese Fassung mit richtigem Ton und ungekürzt zu veröffentlichen. Quelle imdb Sound Mix: Klangfilm-Stereocord sowie Werberatschlag des Verleihers.Eine Schande, wie man hier mit alten Filmklassikern umgeht. Genau wie beim
"Hauptmann von Köpenick" mit Rühmann, der noch dazu in Breitwand gedreht wurde, auch mit stereo Ton.
Der Film selbst bekommt 5 Sterne, wegen der Kürzung und des Tones nur 4
Schade... (18. Juni 2007)
...daß man sich nicht näher an die Vorlage Zuckmayers gehalten hat. Besetzung ist gut, Jürgens als Harras einzigartig; aber ich muß sagen, doch zu zahm gespielt. Warum der Testflug mit Oderbruch? Das paßt nicht. Das Kennenlernen von Diddo - total geändert. Und eine der wichtigsten Aussagen des Stückes wurde total aussen vorgelassen: "sollte ich ein Ziel haben, dann ist es das, mich nicht selbst anspucken zu müssen, nichtmal bei Gegenwind". Jürgens hätte es besser gekonnt, ich war jedenfalls von dieser Verfilmung schwer enttäuscht.Der beste Film den ich je gesehen habe... (21. Februar 2007)
Ich bin ein großer Curd Jürgens - Fan.Ich bewundere seine Ausstrahlung seine Mimik und seine großen Auftritte.
Ich habe jeden Film von ihm auf DVD (die momentan erhältlich sind).
Ich finde das "des Teufels General" seine beste schaupielerische Leistung ausstrahlt, und das man keinen Augenblick im Laufes des Filmes seine gespielte Rolle anzweilfelt (man denkt "Jürgens" ist "Harras" und kein Anderer. Die Handlung ist exzellent gestrickt und umgesetzt - eben typisch Käutner. Leider ist der Film bis jetzt nur in einer gekürzten Fassung auf DVD erhältlich. Das ist eine Frechheit da es nicht einmal am cover steht.
Der 1915 in Deutschland geborene, 193cm große und Blauäugige "normannische Kleiderschrank" (so nannte ihn Eva Bartok, mit der er sogar einmal verheiratet war), war für mich der größte deutsche (später österreichische) Schauspieler nach Hans Albers (den er in den Schatten stellt).
Ein Mensch der leider viel zu früh starb und eine große Lücke in Film und Theater hinterließ. (aber auch als Mensch an sich).
Er war ja ein großer freund rauschender Partys, Alkohol und des Nikotins.
Leider schaffte er es nicht mehr ein großen Abgang im Film hinzulegen (siehe: "Killer sind immer unterwegs (Teheran 43 - sein letzter Filmauftritt.
Also dieser Film sollte ihnen mindestens den Preis wert sein wenn nicht das 1000-fache.
Stimmige Dramaturgie & sehr gutes Schauspiel (4. Februar 2007)
Kein Theaterstück prägte die deutsche Nachkriegsliteratur so wie Carl Zuckmayers "Des Teufels General". Was seinerzeit zunächst noch auf Kritik, dann später aber zum stets umjubelten Kassenerfolg wurde, war die Geschichte eines Lebemanns, eines guten Generals, der um der Karriere willen den Pakt mit dem Teufel eingegangen war. Was Zuckmayer meisterhaft schildert, das ist die Lebenswirklichkeit im Dritten Reich, was misslingt, das ist das Erstellen eines Denkmals für den deutschen Widerstand in Form des Ingenieurs Oderbruch, der aus purer Verzweifelung selbst den Kameradenmord in Kauf nimmt (und daher kaum zur Identifikation mit den Widerstandskämpfern taugt).9 Jahre nach der Premiere, mittlerweile schreiben wir das Jahr 1955, kommt der Film zum Drama in die Kinos. Der große Regisseur Helmut Käutner schnappte sich den Lebemann Curd Jürgens als idealtypischen Harras und fügte weitere große Namen, etwa Viktor de Kowa als dessen Antagonisten Schmidt-Lausitz hinzu.
Der Film ist unter dramaturgischen, technischen und schauspielerischen Kriterien absolut gelungen. Er verdient daher berechtigterweise fünf Sterne. Curd Jürgens glänzt in der Rolle des vitalen Gutmenschen und Viktor de Kowa vermag es - anders als in der Bühnenfassung - Schmidt-Lausitz so etwas wie Charakter (wenn auch einen schleimigen und widerwärtigen) zu geben. Es sei auch Karl John als stolzer, unbeirrter, aber letztlich verlorener Oderbruch hervorgehoben.
Nun kommt dennoch ein Aber: Der Film erschien zu einer Zeit, als die letzten Kriegsgefangenen aus Russland heimkehrten. Die Ära der Restauration regierte, das heißt, die Vergangenheit wollte man möglichst verdrängen, stattdessen beherrschten neo-biedermeierliche Heile-Welt-Filmchen die Kinos. Mit der Rückkehr der Soldaten wurde zwar das NS-Regime noch einmal ein Thema, aber Käutner opfert leider Passagen, die zu einer individuellen Auseinandersetzung mit dem Regime hätten beitragen können und eine - noch immer notwendige - Aufarbeitung der Geschehnisse ermöglicht hätten. Schuld ist kaum ein Thema im Film, denn der eigentliche Bösewicht ist Schmidt-Lausitz, daran lässt Käutner nie einen Zweifel aufkommen. Auch Oderbruchs enorm hartes Agieren, das in der Bühnenfassung letztlich den unbedingten Glauben zum Ausdruck brachte, das NS-Regime müsse untergehen, bevor etwas Neues, Besseres entstehen könne, wird im Film umgedeutet. Oderbruch ist ein Einzelkämpfer, die Abstürze der Piloten werden auf eine hinzugefügte Figur abgewälzt. Selbst das dämonische Pützchen wird im Film zur Kindfrau, die noch eine Läuterung erfährt.
Fazit: Alles in allem ein Film ganz nach dem Geschmack der Zielgruppe, die eine betonte Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit nicht wollte. Der Film vereinfacht, reduziert, aber im Gegenzug funktioniert er etwas besser als die Urfassung des Stücks, die Zuckmayer 1963 zurückzog, um sie 1966 verändert - vermutlich auch durch den Film inspiriert - erneut herauszubringen. Dennoch garantiert der Film Schauspielkunst und Unterhaltung auf hohem Niveau und enthält einige der typisch Zuckmayer'schen Elemente, etwa dessen Gespür für Echtheit der Figuren, Vitalität und Sprachkomik. Ohne Zweifel, Käutners "Des Teufels General" ist ein Klassiker des deutschen Kinos, der seinen Rang nicht zu Unrecht behauptet.

