Die Macht der Bilder - Leni Riefenstahl

Verkaufsrang: 22606 (Video)
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: Videokassette
Director: Ray Müller
EAN: 4014363085235
Label: VPS
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: VPS
Verlag: VPS
Spielzeit: 181
Studio: VPS
TheatricalReleaseDate: Juni 1994
Preis: EUR 19,85

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Dieser international preisgekrönte Dokumentarfilm stellt in seinen über drei Stunden Laufzeit die Lebens- und Wirkungsgeschichte einer der umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Filmgeschichte dar. Leni Riefenstahl drehte in den dreißiger Jahren Filme über die NSDAP-Parteitage (Triumph des Willens) und die Olympischen Spiele (Olympia: Fest der Völker und Olympia: Fest der Schönheit) im nationalsozialistischen Deutschland. Diese Zusammenarbeit mit dem Nazi-Regime und die persönliche Bewunderung Adolf Hitlers brachte sie nach dem Zweiten Weltkrieg in Verruf. Sie drehte keine Filme mehr, sondern schuf faszinierende Fotoreportagen über die Nuba von Kau, einem Eingeborenenstamm in Afrika, sowie über die Flora und Fauna der Unterwasserwelt.

Nicht zu bestreiten ist Riefenstahls Können in Bezug auf Bildaufbau und Filmmontage. Ihre Filmsprache -- wenn auch in fraglichem Zusammenhang entwickelt und eingesetzt -- ist von optischer Brillanz und einer Eindruckskraft, derer man sich kaum erwehren kann. Sicherlich muss ihr Werk stets innerhalb der Zeitgeschichte betrachtet werden. Noch heute wird sie genannt, wenn es um die Darstellung von Menschenmassen als Ornament oder heldenhafte Verklärung von Einzelpersonen im Film geht, wenn auch zumeist als Beispiel einer Kunst, die zu Machtzwecken missbraucht wurde.

Regisseur Ray Müller begleitet in seiner Dokumentation die nahezu 90-jährige Leni Riefenstahl zu den Schauplätzen ihres Lebens: in die Bergwelt der Alpen, wo sie als Darstellerin neben Luis Trenker ihre Filmkarriere begann und in die Babelsberger Filmstudios, wo sie die großen Stars und Regisseure der UFA kennen lernte. Nach Nürnberg und Berlin, den Schauplätzen der politischen und sportlichen Ereignisse, die sie im Bild festhielt, und schließlich nach Afrika und an die Meeresküsten, die sie selbst als Taucherin erforschte. --Alexander Röder

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Die Macht der Bilder - Leni Riefenstahl'

Resozialisierung selbstgemacht (29. September 2007)

Wer der Schönheit wegen über Leichen geht, wird wenigstens ein bißchen Leichengeruch annehmen müssen. So ist es auch mit Leni Riefenstahl. Die technische Brillianz und Ästhetik, die Riefenstahl entwickelt hat, hat bis heute große Wirkung gehabt: zumeist in der Werbung, Zb. in Calvin Kleins Werbung mit nackten Männerkörpern usw. Riefenstahls Ästhetik ist ja nicht etwa neu oder revolutionär, sondern überaus konventionell. Das, was sowieso allgemein als "schön" empfunden wird, reproduziert sie lediglich. Erst sind es die makellosen Körper der Olympioniken, dann - sozusagen als ihre Nazi-Rehabilitierung - die schwarzen Nuba (also ein besonders großgewachsenes Volk, keine Pygmäen zb.), später Korallen (wer findet die schon hässlich?). Große Künstler aber erweitern den Horizont und die ästhetische, geistige Wahrnehmung. Sie malen wie von Gogh "häßliche" Bilder, die erst später den meisten ihre Schönheit offenbaren, sie fotografieren Menschen, die nicht den Schönheitsidealen entsprechen und zeigen doch deren innere Schönheit. Die Macht der Bilder zeigt, wie "Schönheit" auch Konformität bedeutet und Stagnation.

Dass Riefenstahl mit 101 Jahren ihr letztes Projekt, einen Penthysilea-Film zu drehen aufgab, als ein Münchner Antiquar davon hörte und plötzlich eine edel gebundene Penthysilea-Ausgabe mit Riefenstahls handschriftlicher Widmung an den lieben Führer anbot - beweist, dass sie selbst nie ihre eigene Geschichte reflektiert hat. Dass sie durch Alice Schwarzer zur verfolgten Feministin erklärt wurde, hat eher etwas damit zu tun, dass die mit der Diktatur verstrickten Männer wie Heinz Rühmann ihre Karrriere etwas nahtloser und mit unschuldigerem Gestus fortsetzen konnten.

bewegter Bilder-Bogen (26. Oktober 2006)

Diese preisgekrönte Dokumentation bietet viel Interessantes uns Wissenswertes über das Leben und Wirken von Leni Riefenstahl. Von ihren Anfängen als Tänzerin, ihrer Mitwirkung in Abenteuer- und Berg(Stumm-)Filmen bis hin zu eigenen Regiearbeiten und Fotodokumentationen über z. B. die Nuba und Unterwasserwelten. Riefenstahl erklärt selbst, wie sie sich nach und nach das Medium Film technisch erschloss und eine eigene Ästhetik, eine eigene Bildsprache, entwickelte. Die Regisseurin Riefenstahl, die sich stetig weiterentwickelte, stelle ihr Talent schließlich den Nazis zur Verfügung. Interessant ist in diesem Zusammenhang z. B. die von Ray Müller durch filmische Einspielungen erzeugte Konfrontation Riefenstahls mit Neo-Nazis.

Auch cineastisch bietet die Doku viel Interessantes, wenn Riefenstahl beispielsweise über Marlene Dietrich und Josef von Sternberg berichtet. Sie beobachtete die Dreharbeiten zu Filmen wie "Der blaue Engel" und "Metropolis" und erzählt von ihren Erlebnissen ...und wer wusste schon, dass sich Leni Riefenstahl mit blonder Perücke einst als Gretchen für Murnaus "Faust"-Stummfilm beworben hatte...?!

Einfach gut! (30. Oktober 2002)

Eine äußerst bemerkenswerte Dokumentation über das Leben und Wirken von Leni Riefenstahl. An manchen Stellen kann man spüren, auf welch dünnem Eis sich Ray Müller bei der Zusammenarbeit mit Leni Riefenstahl bewegt. Eine "kritischere" Auseinandersetzung wäre bei einer Zusammenarbeit mit ihr sicher nicht möglich gewesen.

Man bekommt einen sehr ausführlichen Einblick in das Schaffen von Leni Riefenstahl, angefangen von frühen Tanzaufnahmen bis hin ihrem Unterwasserfilm, der leider noch nicht erhältlich ist.

Das, was dieser Film an kritischen Fragen aufgrund der Zusammenarbeit mit Riefenstahl vermeiden muß, kann man sich in der Knopp-Reihe "Hitlers Frauen" zu Gemüte führen.

Ersteklasse Biograhie von einer Frau (29. August 2002)

Dieser Film hat mich schon lange interresiert alls ich ihn dann gekauft habe war ich PLATT von diesen Meisterhaften Film von ein Frau die in Ihrem Leben schon sehr viel durch gemacht hat aber auch ist es schön das man ein 90 Jährige Frau überreden kann noch da zu sprechen und ihr Leben auf deutsch gesagt noch mal zu erleben .Das finde ich wunderbar
Tschüß
A.Kirchner

Gut gemachtes Portrait (22. August 2002)

Dieses lange Video halte ich - neben der Autobiographie - das interessanteste über die Künstlerin. Der Regisseur geht wohlwollend wie kritisch mit der Frau um, die er als über Neunzigjährige besuchte und - z.B. nach Berlin und ihrem Haus - begleitete.
- Natürlich nimmt die Stellungnahme und Darstellung von Teilen des "Triumpf des Willens" etlichen Raum ein. Interessant sind die Schilderungen des Drehs und der Intrigen / Streitigkeiten. Übrigens sollte ursprünglich der Kommunist Walter Ruttmann ("Berlin Sinfonie einer Großstadt") den Film drehen; weil sein Stil nicht gefiel, sollte ihn die Riefenstahl weitermachen. Riefenstahl nimmt auch zu den üblichen Vorwürfen Stellung, ob das Gesagte allerdings ihre Gegner besänftigt?
- Zum Glück geht die Reportage auch auf ihre Filme vor 1933 ein, die z.T. schwer zu bekommen sind. Es werden Originalausschnitte gezeigt.
- Sehr ausführlich wird die Olympiade geschildert, auch die letzten Jahrzehnte aus Afrika und Unterwasser kommen nicht zu kurz.

Da in den letzten Jahrzehnten die Öffentlichkeit kaum Gedanken oder Notiz über Leni Riefenstahl gemacht hatte - erst die letzten paar Jahre - sollte man sich möglichst unparteiisch über sie informieren. Dafür ist dieser Film meiner Ansicht als Einstieg sehr geeignet, eher als ihre (interessanten) Memoiren oder der Anti-Riefenstahl Film "Hitlers Frauen".

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