Der scharlachrote Buchstabe

Verkaufsrang: 9003 (Video)
Actor: Demi Moore
Actor: Gary Oldman
Actor: Robert Duvall
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Autor: Nathaniel Hawthorne
Binding: Videokassette
Director: Roland Joffé
EAN: 4012050013288
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Format: Widescreen
Label: VCL
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: VCL
Verlag: VCL
Erscheinungsdatum: 3. Juni 1997
Spielzeit: 130
Studio: VCL
TheatricalReleaseDate: 13. Oktober 1995
von: Demi Moore (Hauptdarsteller), Gary Oldman (Hauptdarsteller), John Barry (Komponist)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Nathaniel Hawthornes 1850 zum ersten Mal erschienener Roman Der scharlachrote Buchstabe ist einer der großen Klassiker der amerikanischen Literatur, vielleicht nicht ganz so berühmt wie Melvilles Moby Dick, aber für das Bild von den USA und ihren Wurzeln ähnlich prägend. Deshalb hat er immer einen besonderen Reiz auf Filmemacher in der ganzen Welt ausgeübt, obwohl er sich eigentlich einer Adaption für das Kino entzieht. Es passiert sehr wenig, die Handlungen und Konflikte sind fast ganz ins Innere der Figuren verlegt. Der Film muss also Bilder finden für das, was nur in der Vorstellung des Lesers existiert. Darin liegt natürlich auch eine Freiheit, die Roland Joffé mit seiner 1995 entstandenen Verfilmung ausgiebig nutzt.

Demi Moore spielt die junge, leidenschaftliche Hester Prynne, die 1666 alleine in dem neuenglischen New Jerusalem ankommt. Als es heißt, dass ihr Mann getötet wurde, lässt sie sich auf eine Affäre mit dem Geistlichen Dimmesdale (Gary Oldman) ein. Sie wird schwanger und von der puritanischen Gemeinde mit dem scharlachroten Buchstaben als Ehebrecherin "gebrandmarkt". Schließlich kommt ihr verschwundener Mann (Robert Duvall) doch noch an, und die Tragödie nimmt ihren Lauf.

Roland Joffés Der scharlachrote Buchstabe ist eine 90er Jahre Hollywood-Glamour-Version des klassischen Romans. An die Stelle von Hawthornes Strenge, mit der er die bigotten Auswüchse des Puritanismus entlarvt, tritt eine leicht schwüle, zeitgemäße Erotik. Demi Moores Hester, die so stark und selbstbewusst ist wie ihre Darstellerin, und Gary Oldmans Dimmesdale, der hier einfach ein Schwächling und kein verlogener Scheinheiliger ist, haben hier nichts Tragisches, sie werden zu melodramatischen Charakteren, die trotz allem eine Zukunft besitzen. Natürlich ist das Kitsch und hat mit Hawthorne eigentlich nichts mehr zu tun, aber wenn man sich auf Joffés Willen zu großem Kino einlässt, ist es Kitsch, der viel Spaß machen kann. --Sascha Westphal

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Der scharlachrote Buchstabe'

Das Schönste sind seine Haare... aber sonst??! (9. April 2008)

Vorweg: Ich bin ein riesen Fan von Gary Oldman - meiner Meinung nach ist er einer der besten Schauspieler die ich kenne... aber hier ist es selbst ihm nicht gelungen, einen Film mit einem grottenschlechten Drehbuch und eine grauenvollen Regiearbeit noch zu retten.
Kein Wunder, dass der Film die goldene Himbeere in der Kategorie "schlechtestes Remake" bekommen hat - für schlechtestes Drehbuch hätte es die aber auch noch verdient (war ja auch nominiert...)

Hat der Regisseur nicht begriffen, dass es hier um Schuld, Sühne und den Umgang damit geht? Um eine starke Frau und einen ehrfürchtigen Geistlichen, der an seiner eigenen Feigheit zerbricht? Dabei hat der Film eine wundervolle Besetzung mit Gary Oldman und Demi Moore in den Hauptrollen - doch was nutzt es, wenn jede Szene zwar für sich genommen großartig gespielt ist, die Szenen zusammengenommen jedoch zerfallen und eine Charakterdarstellung bzw. -entwicklung gar nicht mehr zulassen.

Da ist Reverend Dimmesdale einmal der hilfsbereite, charmante Helfer, dann der beeindruckend pathetische und innige Priester der an das Gute glaubt und eine reine Seele bewahren will - nur um dann 10 Minuten später von lauter Geilheit (anders kann man das doch nicht nennen) getrieben seine Liebe zu Hester zu gestehen (die ebenso geil schon die ganze Zeit darauf gewartet hat), dann kurz was von "sind wir vom Weg abgekommen" faselt nur um ihr "nein" gleich als absolute Wahrheit zu interpretieren und in der Scheune über sie herzufallen.
Warum er dann a) mit ihr nicht flieht (denn bitteschön welchen Grund haben die beiden denn schon, dort zu bleiben?? Wenn er doch schon sagt "wir können hierfür gehängt werden"...) b) bis zum Letzten wartet, c) nicht zu ihr steht (nur weil sie sagt: nein, lass es bleiben?????), sich dann in einem winzigen Moment mal kurz die Hände blutig reibt um zu zeigen dass ihm das alles doch nahe geht und schließlich wieder die Klappe hält, dann auf einmal doch gehängt werden will (Feigheit? Lieber soll sie zugucken wie er stirbt, als dass er es andersrum ertragen muss, oder wie?) und schließlich wie ein Glücksritter-Dandy mal eben mit ihr auf die Kutsche springt und doch davonfährt bleibt ein Rätsel - vor allem wenn man bedenkt, dass ebendieser Charakter im Buch das Schweigen nicht aushält und so daran zerbricht, dass er letztendlich an der eigenen Schuld stirbt.

Aber hach, ist es nicht schön, dass Demi Moore im 17. Jahrhundert aussieht wie von der Beautyfarm entsprungen? Und das selbst noch nach monatelangem Eingesperrtsein in einem dunklen und feuchten Gefängnis und nach einer Geburt? Wie man bei derartig harter Feldarbeit so wunderschön manikürte Fingernägel bewahren kann wie in besagter Scheunen-Liebesszene möchte ich gern wissen.

Traurig, dass ein Film so schlecht gestrickt ist, dass gerade diese Details so spöttisch auffallen.
Für Leute die gerne mal Garys attraktiven nackten Hintern sehen wollen lohnen sich die ersten 20 Minuten, aber dann bleiben nur noch seine Haare als "awwww-Faktor"... und peinliche Momente, wenn er sich albern Tinte auf die Stirn schmiert... und vielleicht noch Demi Moores elfenhafter Blick. Emotionen darf man hier jedenfalls nicht erwarten, außer man ist bereit, sie sich einprügeln zu lassen.

2 Sterne - einer weil Gary gar so niedlich aussieht und einer dafür, dass man wenigstens auf billige und schlechte Computereffekte verzichtet hat.

Für Oldman- und Moore-Fans ok, aber für Leute die eindringliche Filme mit Gefühl mögen definitiv die falsche Wahl. Hexenjagd ist um 1000% besser!

wunderschön, wenn auch nicht dem Buche treu (10. Juli 2006)

Der Scharlachrote Buchstabe mit Oldman und Moore zeigt zweifelsohne neue Blickwinkel auf, die das Buch von Hawthorne gänzlich verschweigt oder nur kurz darauf eingeht und beim Namen nennt, z.B. die tiefgründige Liebe der Zwei Leidenden, welche überdeutlich in dem Film zu Tage tritt. Mit den wunderbaren Symbolen im Film, tut der Regisseur manchmal, wie etwa mit dem roten Vogel, zu viel des Guten, ebenso wie mit den unmissverständlichen Nahaufnahmen bei der Teich-szene des Pfarrers, was mit mehr Diskretion ebenso eindrucksvoll gewirkt hätte. Moores Schauspiel wird ihrer literarischen Vorlage vollkommen und noch mehr gerecht und die neu interpretierten Szenen im Gefängnis, die im Buch eher flach wirken, sind durch und durch eindrucksvoll. Oldman muss neben so einer Frau einfach etwas blasser wiken und gibt dennoch sein, damaliges, Bestes. Die Dialoge scheinen an vielen Stellen gestelzt und wirken eher peinlich, jedoch emfinde ich dieses Werk als Bereicherung und kann nur empfehlen durch die Bildgewaltigkeit die eine scheinbare Reise in eine andere Welt ermöglicht, sich anzusehen und erst anschließend das Buch zu lesen, um ener Entäuschung zu entgehen, da ich persönlich auf den großen Show-down gewartet habe, wenn der Pfarrer seine gebrandmarkte Brust entblöst, was dem Film eine noch geisterhaftere Marke verliehen hätte. Auch tritt der scharlachrote Buchstabe allgemein eher in den Hintergrund, aber durch die hervorrragend herausgearbeitetn Gefühle, ist dieser Film dennoch 3 Sterne allemal wert. Die DVD hingegen ist ein Witz, weder die englische Originalsprache, noch weiteres Interessantes vorhanden, lediglich kurze Biogarphien. Trotzdem, klasse Film

Peinlich! (28. April 2002)

Wenn das eine Adaption von Nathaniel Hawthornes 'The Scarlet Letter' sein soll, dann... dann weiss ich auch nicht weiter. Bei Hollywoods Versuch, einen der symbolisch staerksten Romane Amerikas zu verfilmen, ist eine kitschige Liebesgeschichte herausgekommen. Meiner Meinung nach eine fuerchterliche Blamage. Diese Geschichte ist voll von Symbolen, die in der Verfilmung noch nicht einmal ansatzweise erwaehnt wurden; statt dessen bekommt man Sachen zu sehen, die hier gar nichts zu suchen haben. Noch ein Minus: die Schauspieler und die Dialoge wirken wie aus einer Soap-Opera entsprungen.
Hm... man lese das Buch, schaue dann den Film, dann muesste man mit mir uebereinstimmen.

Aufwühlende Love Story im Abenteuergewand (19. März 2001)

Die schöne und selbstbewußte Hester Prynne erregt bei ihrer Ankunft 1666 in der neuenglischen Siedlung New Jerusalem im Staate Massachusetts gleich aus mehreren Gründen den Unmut ihrer neuen Nachbarn. Sie trägt zuviel Spitze an ihrer Kleidung, sie ist ohne ihren Ehemann Roger Prynne angereist und sie gedenkt, allein in ihrem Haus zu wohnen. Als sie durch ihre neue Umgebung streift, sieht sie einen nackten Mann im See baden - es ist der Reverend Arthur Dimmesdale wie sie bei dem ersten Gottesdienst feststellt. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, und schon bald treffen sie sich zu heimlichen Rendeszvous. Doch ihre Liebe bleibt nicht ohne Folgen - Hester wird schwanger. Hester, die den Namen des Vaters nicht preisgibt, zieht sich nicht nur den Zorn der Gesellschaft zu. Fortan wird sie geächtet und muß ein rotes A (für Adultery = Ehebruch) auf ihrer Brust tragen.

Dann taucht plötzlich ihr totgeglaubter Ehemann auf. Wie der Satan persönlich verfolgt er seine Frau und schwört ewige Rache. Er will ihr sündiges Verhalten austreiben und bezichtigt ihre kleine Tochter Pearl der Hexerei. Nichts scheint Hester und ihre Tochter jetzt vor dem Galgen bewahren zu können, da kündigt sich ein Indianeraufstand an ...

Roland Joffé legte mit der Klassikerverfilmung 'Der scharlachrote Buchstabe' (1850) von Nathaniel Hawthorne eine sehr freie Filmadaption vor, die das tragische Drama um Ehebruch und Prüderie in eine Love Story mit Happy End ummünzte.

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