Todesspiel

Verkaufsrang: 5873 (Video)
Actor: Hans Brenner
Actor: Manfred Zapatka
Actor: Dieter Mann
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: Videokassette
Director: Dr. Heinrich Breloer
EAN: 4019236002548
Format: Vollbild
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Arthaus/Kinowelt Home Entertainment
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Arthaus/Kinowelt Home Entertainment
Verlag: Arthaus/Kinowelt Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 1. September 1997
Spielzeit: 180
Studio: Arthaus/Kinowelt Home Entertainment
TheatricalReleaseDate: 1997
von: Hans Brenner (Hauptdarsteller), Manfred Zapatka (Hauptdarsteller), Hans-Peter Ströer (Komponist)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Am 5. September 1977 wird Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF entführt. Im Kugelhagel der Terroristen sterben alle vier Begleiter Schleyers. Der Industrielle soll im Austausch gegen die in Stammheim inhaftierten Genossen freikommen. Die Bundesregierung unter Helmut Schmidt beschließt, nicht auf die Erpressung durch die RAF einzugehen. Der Staat nimmt die Kriegserklärung an. Das Todesspiel beginnt.

Das zu Recht viel gelobte zweiteilige Dokudrama von Heinrich Breloer, (Wehner – Die unerzählte Geschichte, Die Staatskanzlei), verwebt Spielszenen, Interviews und Archivmaterialien zu einer einzigartigen Studie über die dunkelsten Wochen der westdeutschen Nachkriegsgeschichte. Das Springen zwischen Inszeniertem und Dokumentarischem wirkt niemals angestrengt oder irritierend, sondern verifiziert und bereichert das Vorgestellte. Breloer erzeugt so eine Spannung und bedrückende Nähe, die mit einem Spielfilm nur schwer zu erreichen wäre. Tatsächlich kommt bei der fast dreistündigen Tragödie niemals Langeweile auf.

Während der erste Teil die Entführung Schleyers nachzeichnet, konzentriert sich der zweite Teil auf die Entführung der Lufthansamaschine "Landshut nach Mogadischu. Die Naivität und Brutalität der Terroristen erschrecken ebenso wie die Skrupellosigkeit des staatlichen Krisenstabs. Die unkontrollierbare Gewaltspirale des Krieges überrennt alle Beteiligten. Schnell wird eine Einordnung nach Gut und Böse, richtig und falsch, auch für den Zuschauer unmöglich. Todesspiel stellt sich gegen die gefährliche Illusion, Gerechtigkeit sei mit Waffengewalt zu erzwingen. --Peter Kuhn

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Todesspiel'

Beklemmende Doku (7. Oktober 2008)

Darstellerisch gibt es sicherlich bessere Umsetzungen der Ereignisse im Herbst 1977. Besonders die Charaktere der weiblichen Terroristinnen sind den Schauspielerinnen durchgehend hölzern geraten. Auch die Darstellergruppe in Stammheim weiß zu keiner Zeit zu überzeugen. Doch während Sebastian Koch als Andreas Baader vollkommen fehlbesetzt ist, spielt Hans Brenner als Hans Martin Schleyer mit einer fulminanten Leistung alle an die Wand.

Dennoch erscheint die Mischung aus Kammerspiel, Orinialaufnahmen und Interviews äußerst reizvoll und hinterlässt beim Betrachter in der Summe ein beklemmendes Gefühl. Bedrücken tun vor allem die eingestreuten Interviews mit Angehörigen, Polizisten und Politikern, die die menschliche Seite und die tiefe Betroffenheit hinter den Ereignissen beleuchten.

Der Film wirkt insgesamt gut recherschiert, detailgenau und bietet so eine sehr gute visuelle Ergänzung zu den literarischen Veröffentlichungen, wie z.B. Austs "Der Baader-Meinhof-Komplex", und ist somit Geschichtsunterricht der angenehmeren Art. Man sollte ihn allerdings eher als Dokumentation und nicht als abendfüllenden Spielfilm sehen.

Alles in Allem also ein Volltreffer! Und der trotz der mageren Darstellerleistungen erhält der Film von mir 5 Sterne!

Man sollte sich übrigens die 30 Minuten Interview mit Helmut Schmidt im Bonusmaterial nicht entgehen lassen. Hier spricht ein Staatsmann, der sich der Tragweite seiner Entscheidungen bewusst ist, der nichts beschönigt und zu allem, was er damals zu verantworten hatte, auch heute noch steht. Rhetorisch messerscharf.

Eindringlicher Geschichtsunterricht (18. April 2008)

In der DDR, in der ich aufwuchs, wurde das Thema RAF weitesgehend (und wie mittlerweile bekannt ist, wohl auch aus guten Gründen) totgeschwiegen. Und somit war dieser Film auch eine Art Geschichtsunterricht für mich, da mir nicht alle Einzelheiten des "Deutschen Herbsts" 1977 bekannt waren.

Heinrich Breloers zurecht mit Preisen überhäufter Zweiteiler mischt auf eindrucksvolle Weise Spielszenen mit den Hauptprotagonisten zum Teil verblüffend ähnlich sehenden Schauspielern mit Aussagen von Zeitzeugen. Beschäftigt sich der erste Teil "Volksgefängnis" mit der Entführung Hanns Martin Schleyers vom 05. September 1977 bis zum Moment der Kaperung der Lufthansa-Maschine "Landshut" durch palästinensische Terroristen, schildert der zweite Teil "Entführt die Landshut" das mehrtägige Martyrium der Passagiere, die erfolgreiche Stürmung des Flugzeugs durch die GSG 9 sowie die anschließende Ermordung Schleyers und den Selbstmord der in Stuttgart-Stammheim einsitzenden RAF-Führungsspitze.

Gerade die Kombination der Spielszenen mit den Augenzeugenaussagen macht "Todesspiel" so eindringlich und wirksam. Hinzu kommen großartige darstellerische Leistungen, von denen sicherlich diejenige Hans Brenners als Hanns Martin Schleyer besonders hervorzuheben ist.

Einen Punkt Abzug für das dürftige Bonusmaterial, die Thematik hätte sich für weiterführende Informationen bestens geeignet. Nach dem neuesten Stand der historischen Forschung sind wohl einige Szenen (so beispielsweise die Ermordung Schleyers) etwas anders abgelaufen als im Film dargestellt, dies muß Heinrich Breloer aber aufgrund der 1997 vorliegenden Quellenlage nachgesehen werden.

Dokument und Drama in einem: grossartig! (13. September 2007)

Auch zehn Jahren nach der Erstausstrahlng noch immer ein aussergewöhnlich fesselndes Dokudrama über der deutsche Herbst. Heinrich Breloer hat sein Film in 1997 gedreht um den zwanzigsten Jahrestag dieser blutigen Episode in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu markieren.
Der Film fesselt und beeindrückt von der ersten bis zur letzten Minute.
Die dramatisierten Teilen werden abgewechselt mit Originalfernsehbildern aus 1977 und gesprächen mit Zeitzeugen. Unter diesen letzten sind de verantwortlichen beider Seiten, z.B. der damalige Bundeskanzler Schmidt, der damalige Bundesinnenminister Zimmermann, und Horst Herold vom BKA aber auch einige ehemalige Terroristen kommen zu Wort.
Breloer lasst auch die Opfer zu Wort kommen: die Familien der entführten und getöteten. Diese Fragmente sind besonders beeindrückend.

Nochmals: ungeheuer fesselnd und, wenn man dieses Wort benützen darf, (es handelt sich ja immerhin um ernste Sachen und nicht um irgendeine Ludlumgeschichte) sehr spannend, auch wenn man weiss wie das Ganze ausgegangen ist.
Der Film ist nuanziert und neutral, in anderen Worten, Breloer versucht zu schildern damals passiert ist, spricht aber keine Urteile aus über gut oder böse.
Noch etwas: in den dramatisierten Teilen gibt es auffallend gute schauspielerische Leistungen. Ins besondere hervorragend sind Manfred Zapatka als Helmut Schmidt und ganz und gar ausgezeichnet is der Bayrische Schauspieler Martin Brenner, der Arbeitgeberpräsident Schleyer überzeugend und menschlich darstellt. Brenner ist sehr zu Recht ausgiebig gepriesen für seine Darstellung, er hat, wie Ich meine, auch noch einen Preis bekommen. Er war einer seiner letzten Auftritte: in 1998 starb er mit 59 Jahren wenige Monate nach der Erstausstrahlung des Films.

Der Film ist sehr empfehlenswert. Wir sind ja immer noch nicht fertig mit dieser Episode. Und der Terrorismus ist leider aktueller wie nie.....

Dieser Film trifft sehr genau die Stimmung damals (12. August 2007)

1977 im 3. Semester in Bonn habe ich den "Deutschen Herbst" schon sehr bewußt erlebt.
Dieser Film (Dokumentation und Spielfilm) ist mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht:
Die Original- Einblendungen vom Tag der Entführung, die Berichte vom Tatort in Köln waren für mich gradezu ein "Flashback 30 Jahre zurück".
Die Spielszenen mit dem damals üblichen Jeans und Rollkragenpulli- Outfit, die damalige sehr massiv wirkende Benz S-Klasse, Polizisten teilweise ohne Kugelschutzweste, aber mit MP im Anschlag, eine andauernd gereizte Stimmung: so war es.
Der Herbst 1977 markiert das Ende der Aufbruchstimmung von 1967/ 69, der Brandt- Heinemann Ära. Die BRD war erwachsen geworden, auch wenn, wer nur von "BRD" anstelle Bundesrepublik sprach, schon als linkslastig galt, wurde doch dahinter eine Gleichstellung BRD- DDR vermutet.

Super Mischung aus Doku Film und Interview (28. Juni 2007)

Als die zweite Generation den Job der Ersten übernimmt, beginnt der Kampf zwischen Staat und RAF sich zuzuspitzen. 1977 war der Vietnam Krieg vorbei und längst vergessen. Die zweite RAF Generation hatte sich zum Hauptziel die Befreiung der Ersten ( Baader, Enslin, u.s.w. ) gemacht.
Brigitte Mohnhaupt übernahm das Steuer der RAF. Man versuchte durch Entführung von Hanns Martin Schleyer die BRD zu erweichen. 43 Tage war Schleyer Gefangener der RAF bis zuletzt hoffte man auf die Freilassung.
Nicht nur die eigene Familie auch die RAF wollte daß, das gut ausgeht.
Als dann auch noch die Palestinenser ein Flugzeug entführten wurde der Druck verstärkt. Obwohl Baader nicht wirklich zu der Entführung stand weil es um Unschuldige Deutsche Urlauber ging. Auch das war eine Wende, die auch eine Spaltung in den inneren Reihen der RAF auslöste. Der Film erzählt sehr genau was sich damals zugetragen hat. Die Interviews von Politikern, damals und heute erzählen auch einiges. Helmut Schmidt war bereit seine eigenen Leute und genauso Unschuldige Menschen zu opfern um seine Macht und Härte zu demonstrieren, was letztendlich Schleyer und weiteren das Leben kostete. Man kann von glück sagen daß es den Deutschen Touristen nicht das Leben gekostet hat. Die mutige Stewardess die bis zu letzt die Nerven behalten hat und warscheinlich damit auch viel dazu beigetragen hat daß da nicht mehr passierte, bewundere ich immer wieder wenn ich an die Situation in dem Film denke. Todesspiel ist der Richtige Titel dieses Doku-Films plus Interview, denn das hat die Deutsche Regierung aus dieser Situation gemacht. Mich wundert es immer wieder das Leute wie Helmut Schmidt dann noch weiterhin in der Politik sitzen, denn der und weitere Andere so genannte Spitzepolitiker hätten spätestens hier schon bei mir einen Platzverweis bekommen und zwar für immer. Überzogene Härte und null gefühl, weder für Menschen noch für Situationen, das zeichnet Politiker aus. Was aus dem Film ganz klar heraus zu lesen ist. Wenn die RAF Schleyer hätte wirklich töten wollen, hätten sie in nicht von einer Wohnung in die andere gebracht und 43 Tage gefangen gehalten ist doch wohl klar. Politiker lernen eben nichts dazu man hat schon ganz bewußt die Situationen eskalieren lassen, und das erkennt man in dem Film ziemlich genau. Ich bin mir sogar gar nicht sicher ob Helmut Schmidt nicht sogar wollte das Schleyer stirbt, denn durch die Entführung kam auch noch Schleyers Vergangenheit ( SS Führer, Nsdap Mitglied überzeugter Nazi ) ans Tageslicht, das war dann noch ein bitterer Beigeschmack, den Politiker nicht so gerne mögen. Sie sind ja eben Weltmeister im lügen und Vertuschen. Peinliche Fehler kommen dann noch dazu. Hoffentlich lernt das Volk daraus, und es kommt nie wieder zu solchen Situationen. Darum prüft genau wem man wählt.

dkb.de

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