Mitternacht im Garten von Gut und Böse

Verkaufsrang: 5550 (Video)
Actor: Kevin Spacey
Actor: John Cusack
Actor: Jack Thompson
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Autor: John Berendt
Binding: Videokassette
Director: Clint Eastwood
EAN: 4012878117519
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Format: Surround Sound
Format: Widescreen
Label: Warner Home Video
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Warner Home Video
Verlag: Warner Home Video
Erscheinungsdatum: 8. März 2001
Spielzeit: 149
Studio: Warner Home Video
TheatricalReleaseDate: 21. November 1997
von: Kevin Spacey (Hauptdarsteller), John Cusack (Hauptdarsteller), Lennie Niehaus (Komponist)
Preis: EUR 4,90

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Diejenigen, die John Behrendts gleichnamigen Bestsellerroman gelesen haben (auf Deutsch auch unter dem Titel Mitternacht im Garten der Lüste erschienen) mussten über diese Verfilmung wenigstens ein wenig enttäuscht sein. Doch auch wenn die Meinungen seitens der Kritiker und des Publikums sehr unterschiedlich waren, gibt es doch vieles, was man Clint Eastwood und seiner Herangehensweise an das Material zugute halten muss. Natürlich werden die Leser die dichte Atmosphäre und die gesellschaftlichen Details vermissen, die Berendt in seine Erzählung über die Stadt Savannah packte. Der Film kann nur an der Oberfläche all der Geschichte, der Tradition und der Wohlstands-Dekadenz des Staates Georgia bleiben, die das Fundament von Behrendts auf Fakten basierendem Krimihandlung bilden. Dennoch schafft es Eastwood, das Hauptaugenmerk auf die wundervollen Exzentriker Savannahs zu richten, ganz besonders auf jenen homosexuellen Antiquitätenhändler (herausragend gespielt von Kevin Spacey, Die üblichen Verdächtigen, American Beauty), der seinen Freund und angeblichen Liebhaber (Jude Law, Gattaca, eXistenZ) umgebracht hat, oder vielleicht auch nicht. John Cusack (Grosse Pointe Blank, Con Air) spielt den Journalisten des Magazins "Town & Country", der, kaum in Savannah angekommen, dort wesentlich mehr erlebt, als er erwartet hat -- unter anderem die legendäre Drag Queen der Stadt, Lady Chablis (die sich im Film selbst spielt). John Lee Hancocks geschickte Drehbuchbearbeitung der Vorlage bringt Behrendts Romanfiguren durch eine Vielzahl farbiger Dialoge zu sprühendem Leben. Die amerikanische DVD-Edition ist ähnlich ausgestattet wie jene von L.A. Confidential und enthält eine Dokumentation über die Dreharbeiten mit dem Titel "The Real People in the Garden", sowie eine interaktive Tour zu den Sehenswürdigkeiten von Savannah, wozu auch deren berühmteste (oder berüchtigste) Einwohner zählen. --Jeff Shannon

dkb.de

Amazon.de DVD-Bewertung

Enttäuschenderweise ist von dem hervorragenden Bonusmaterial der amerikanischen DVD in der deutschen Ausgabe nichts übrig geblieben. Und als sei dies nicht tragisch genug: Die auf der Rückseite der Verpackung angekündigte "Soundtrack-Präsentation" und den Kinotrailer sucht man ebenso vergebens. Immerhin gibt es eine reiche Anzahl von Bild-Text-Tafeln, die ausführliche biografische und filmografische Daten zu den acht Hauptdarstellern, dem Produzenten, dem Drehbuchautor, dem Autor, der Romanvorlage und dem Regisseur geben. Weiterhin gibt es einiges an Information über die Hintergründe der Besetzung, den Dreh in Savannah und über die Stadt selbst. Deren großem musikalischen Sohn, Johnny Mercer -- der in Mitternacht im Garten von Gut und Böse keine unwesentliche Rolle spielt -- sind Tafeln zu Leben und Werk sowie dessen Oscar-Erfolgen gewidmet.

Zur Ehre näherer Information kommt auch einer der heimlichen Stars des Films: die Bulldogge Uga. Einiges über die Drehbuchbearbeitung des Romans schließt die Materialien ab. Der englische Originalton und die Synchronisationen in Deutsch und Spanisch sind in Dolby Digital 5.1, es gibt 19 Untertitelversionen quer durch Europa sowie spezielle deutsche, englische und italienische Fassungen für Hörgeschädigte. --Alexander Röder

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Mitternacht im Garten von Gut und Böse'

Unterschätztes Meisterwerk von Regisseur Clint Eastwood (8. Januar 2008)

Das erstaunliche an Clint Eastwoods Regiearbeiten ist: Keiner seiner Filme verrät eine typische Handschrift, so wie etwa ein Scorsese-Film immer ein Scorsese-Film ist (oder ein Coppola oder ein Peckinpah). Eastwood sagt dazu: Die Filme entwickeln sich beim Drehen, sie sind so unterschiedlich, wie die Geschichten, die erzählt werden. So erinnert "Mitternacht.." eher an den großen Gatsby, als an Eastwoods Western. Wunderbar gefilmt, vor einer tollen Kulisse, mit exzellenten Schauspielern: Die Eastwood meisterhaft führt. John Cusack spielt hier seine womöglich beste Rolle, Eastwoods alter Kumpel Geoffrey Lewis darf als Spinner namens Luther Driggers seine ganze Exzentrik freisetzen, Kevin Spacey als reicher Gentleman-Schwuler ist eher fein gezeichnet und wird nicht in Klischees erstickt. Der Macho Eastwood hat erst spät filmisch zu Homosexuellen Stellung genommen, er tut dies hier ohne die abwertend-überhebliche Attitüde, die manche von ihm erwarten würden. Lediglich in den Gesten und Blicken der Saaldiener und Polizisten von Savannah ist zu erahnen, dass sie diese spezielle Facette ihrer schillernden Stadt nicht als bereichernd empfinden. Genau beobachtet, mit sehr spannenden und intelligenten Dialogen im Drehbuch von John Lee Hancock: Sicher eine von Eastwoods besten Arbeiten, und dabei noch immer 155 Minuten perfekte Kino-Unterhaltung (so lang ist laut IMDB das Original, die DVD ist 6 Minuten kürzer). Ich habe mich keine Minute lang gelangweilt.

Athmosphärisch dicht (16. September 2007)

Clint Eastwood zaubert hier einen Film auf die Leinwand in dem man die Hitze und schwüle von Savannah und seinem Sumpf spüren kann.
Das ganze ist mit ein paar herrlich exotischen Charaktern angereichert und wird mit John Cusack und Kevin Spacey gekrönt.
Zwar fehlen der Story die überraschenden Wendungen, aber als Mileu- und charakterstudie ist der Film absolut empfehlenswert.

man erwartet mehr (28. August 2007)

bekommt eigentlich weniger und ist trotzdem nicht enttäuscht. das liegt vor allem an der atmosphäre, die clint eastwood geschaffen hat, und an den grossartigen schauspielern.

ich kenne das buch nicht, aber so wie der film aufgebaut ist, hätte ich mir eine überraschende wendung erwartet - irgendetwas nach der art, dass kelso bewusst hineingelegt wird oder so. letztendlich gibt es eigentlich keinen krimi sondern eine milieu- und charakterstudie. und beides ist ausgesprochen gut gelungen.

bin sehr zufriden mit mir, dass ich mir den film gekauft habe.

versucht viel - schafft gar nichts (29. November 2006)

Die Filmumsetzung eines erfolgreichen Bestsellers, der seinerseits auf einer wahren Geschichte beruht, zwei geniale Hauptdarsteller, ein renommierter Regisseur und ein stimmungsvolles Setting – theoretisch sollte bei „Midnight in the Garden of Good and Evil“ nicht mehr viel schief gehen können.
Leider beweist der Film das Gegenteil. Die unsinnige Story, welche verzweifelt versucht eine philosophische Tiefe zu suggerieren, wurde au 2.5 Stunden Laufzeit ausgestreckt, in denen sie den Zuschauer langweilt und verwirrt und schliesslich unbefriedigt zurücklässt.
Andauernd werden neue, völlig unnötige und zusätzlich verwirrende Nebencharaktere und Schauplätze eingeführt. So gibt es etwa minutenlange Szenen bei Bridge-Partys oder einem Debütantinnen-Ball, welche zu überhaupt keinem inhaltlichen Fortschritt beitragen, sondern nur Platz für weitere bemühte Dialoge bietet.
Erst die letzten 20 Minuten des Filmes lassen dann ein wenig Spannung erkennen, die sich mit dem blöden Ende aber ebenso schnell verflüchtigt, wie sie aufgekommen ist.
Gefühle sucht man vergebens. Humor? – Fehlanzeige. Action? – Hier nicht!
Auch die Atmosphäre ist im Vergleich zu anderen Eastwood-Filmen erschreckend dünn geraten und wirkt aufgesetzt. Gleiches gilt für das Verhalten, der allzu oft unglaubwürdigen Charaktere. Immerhin setzten die Schauspieler ihre Rollen ganz passabel um, ohne allerding die Güte ihrer sonstigen Darstellungen zu erreichen.
Kevin Spacey spielt die Rolle des herablassenden Neuadligen ziemlich gut, wirkt jedoch vor allem zu Beginn zu forciert und stereotyp. Im Laufe des Films steigert sich jedoch sein Charakter, wird vielschichtiger und realistischer konturiert.
Auch John Cusack kann nicht wirklich begeistern, liefert aber eine solide Leistung ab.
Einziger wirklicher Positivpunkt des Films sind die schönen Aufnahmen und die tolle Jazzmusik.

Eastwood im schwülen Sommer Savannahs (12. Dezember 2005)

Doch das schlimmste für den Zuschauer ist die Erkenntnis, dass die Ereignisse auf einer wahren Begebenheit beruhen (was Jim Williams im Film zu der wunderbaren Äußerung treibt: "Wahre Geschichte - und geschmackvoll böse, findest du nicht?")!

Die gesamte Handlung basiert auf Tatsachen und wurde von John Berendt mit einem ordentlichen Schuss Südstaaten-Flair und ausgeklügelten Personenbeschreibungen zu einem spannenden Roman zusammengefasst.

An diesem Punkt setzt Clint Eastwood an. Die Story ist banal, eine Kriminalgeschichte. Nach der legendären Weihnachtsparty wird Billy Carl Henson tot aufgefunden - der arme Stricherjunge wurde vom exzentrischen Millionär Jim Williams erschossen. Dieser ist außer sich, stammelt von Notwehr. Der gesamte Film schildet die Aufklärung dieses Kriminalfalls.

Ein genialer Schachzug gelingt Eastwood mit der Erschaffung des im Buch nicht enthaltenen Charakters John Kelso (John Cusack in einer Paraderolle). Kelso ist Reporter und Schriftsteller aus New York und wird von Jim Williams eingeladen, als erster Reporter überhaupt von dessen legendärer Weihnachtsparty zu berichten. Williams selbst outet sich als großer Fan von Kelsos bisher einzigem Roman! Als Kelso die Stadt kennen lernt und von der grotesken Atmosphäre berührt wird, packt ihn das Schriftsteller-Gen - und nach der denkwürdigen Mord-Nacht bietet er sich an, den Fall aufzuklären - wenn er als Dank dafür ein Buch über die Geschichte schreiben darf. Williams willigt ein, und fortan befindet sich John Kelso mitten in den Abgründen der Stadt Savannah. Er wird vermischt in einen Strudel von Wahnsinn und Lüge, der gleichzeitig für die Bewohner des Dorfes völlig normal zu sein scheint.

Die Figur John Kelso ist bewusst darauf angelegt, dass der Zuschauer sich mit ihr identifiziert. Kelso reagiert mit völligem Unverständnis auf den tiefen Aberglauben und die abstruse Art der Südstaatler, mit Problemen fertig zu werden. Und im Verlauf der Untersuchungen muss er sich vielleicht eingestehen, dass seine Suche nach Wahrheit nicht immer der beste Weg ist, mit dem Leben fertig zu werden. "Die Wahrheit liegt im Auge der Betrachters!" spricht Williams im Zenit der Handlung und gibt damit offensichtlich die Nachricht des Film wieder: Warum in Wahrheit leben wenn man mit der Lüge und dem Irrglauben besser lebt?

Es bleibt die Frage, warum gerade Clint Eastwood diesen Film gedreht hat. Vielleicht wäre die Handlungen wirklich in den Händen eines David Lynch besser aufgehoben gewesen. Das gute an Eastwood ist aber, dass er absoluter Experte für Charakterisierungen und Atmosphäre ist. Die Personen sind selbst bei kleinesten Auftritten scharf gezeichnet und werden durch die hervorragenden Schauspieler noch klarer (einzige Ausnahme ist Eastwoods Tochter Alison, die ihre Figur nie wirklich in den Griff bekommt). Am besten ist aber (wie in fast jedem Eastwood-Film) die Atmosphäre gelungen! Bereits beim Vorspann, wenn die Kamera über einen See schwenkt und eine winterliche Südstaaten-Landschaft preis gibt, wird man von der grotesken Stimmung gefangen, die der Film transportieren soll. Dazu passend wird der Film mit sehr ruhiger Musik untermalt. Die ganze Atmosphäre wirkt unwirklich und tot! Und Minerva wird nicht müde zu erwähnen, dass Savannah die "Stadt der Toten" und "tiefstes Voodoo-Land"! Eine Belehrung für alle, die das Voodoo-Land in Schwarzafrika gesucht haben: Voodoo-Land ist da, wo Voodoo als wahr ist. Und wenn die Wahrheit im Auge des Betrachters liegt, dann ist Savannah wirklich das Voodoo-Land Nr. 1!

dkb.de

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