Kundenrezensionen zu 'Pianese Nunzio - 14 im Mai'
Boylove & die Mafia (17. Juni 2006)
Der Spielfilm hat gleich zwei Themenschwerpunkte. Zum Einen geht es um einen päderastischen, schwulen und katholischen Geistlichen im italiänischen Neapel. Und zum Anderen um den Kampf gegen die dortige Mafia. Zwischen dem Geistlichen hat sich eine freundschaftliche und sexuelle Beziehung zu einem 13-jährigen Jungen entwickelt, die im Geheimen gelebt werden muss. Der Knabe Nunzio spielt seine Rolle als Freund des Geistlichen mit viel Gefühl und Überzeugung. Die Beziehung ist von beiden Partnern gewollt und wird als positiv dargestellt. Von sexuellem Missbrauch kann somit keine Rede sein und kommt auch so nicht beim Zuschauer rüber. Das Dilemma bei den Gesetzen und der Verteuflung in einer intolleranten Gesellschaft wird nur am Rande angesprochen. Denn der Geistliche(genannt Boylover) und sein junger Freund(genannt Boyfriend) spüren im sozialen Nah-Umfeld wenig von Ablehnung. Der Kampf des Geistlichen gegen die Mafia führt jedoch zum Zwangs-Outing des pädophilen Priesters. Die päderastische Beziehung endet jedoch in Freundschaft und gibt dem Film ein harmonisches Happy-End. Weil der Filminhalt im krassen Widerspruch zu den Sex-Skandalen in der katholischen Kirche steht sollte man sich diesen Film unbedingt ansehen. Die Storry vermittelt Freundschaft, Zärtlichkeit, Zuneigung und Liebe zwischen einem 13-jährigen Jungen und einem erwachsenen Mann, die vom Gesetz zwar verboten ist, aber trotzdem überall auf der Welt gelebt und paktiziert wird. Ein Beweis dafür, dass es solche Beziehungen gibt und bei Einvernehmlichkeit kein Schaden entsteht. "Vierzehn im Mai" - ein Meisterwerk italiänischer Filmkultur. Empehlensweit ! Ein Machwerk ohne Sinn und Verstand (9. Oktober 2003)
Beim Anschauen dieses Filmes habe ich mich bereits von Anfang an gefragt, was mir dieser (obendrein schlecht synchronisierte) Film eigentlich mitteilen möchte. Eigentlich während des gesamten Films stellen die Schauspieler direkt vor der Kamera die Fakten und Daten ihrer Figur vor, was vielleicht als genialer Kunstgriff gedacht war, aber voll daneben ging. Im Grunde sollte wohl dadurch die völlig konfuse Handlung erklärt werden. Außerdem frage ich mich, was für eine Moral dieser Film ausdrücken will. Es geht hier um einen Priester, der gegen Camorra und Mafia kämpft, und sich nebenbei ungeniert über seinen Schützling hermacht. Der Film will dies offenbar als harmlose Sache abtun, die es aber nicht ist. Dieses Neo-realistische Film-Machwerk kommt auch am Ende des Filmes nicht mit einer klaren Botschaft, die mitteilt, was eigentlich Sache war. Man ist am Ende des Filmes genauso schlau wie zu Beginn. Schade ums Geld und um die Zeit (1h, 15min).Schöner Film mit Abstrichen (4. Mai 2003)
Ein Film nicht für das grosse Publikum. Die Themen die angeschnitten werden sind brandheis, umso ruhiger ist die Dramaturgie. Abstriche erhält die DVD bei der deutschen Synchronisation - die ist wahrlich ein Skandal. Ansonsten ist der Film besonders Leuten zu empfehlen, die mit offenen Augen durchs Leben gehen. Jedoch vorsicht - der Film könnte bei ihnen Wut auf gewisse Mechanismen in unserer Gesellschaft auslösen.Dieser Film ist ein Skandal (23. August 2001)
"Sozial engagiert" ist dieser Film genannt worden, "sozial blind" ist da wohl das zutreffendere Prädikat. "Die gute Absicht", die von einem anderen unterstellt wird, erschließt sich mir in keinem Augenblick. Nicht primär vom Kampf gegen das organisierte Verbrechen handelt dieser Film - er handelt von der sexuellen Ausbeutung eines Jungen durch einen Erwachsenen, der seine emotionale und soziale Abhängigkeit ausnutzt. Der Priester ist kein Homosexueller - die wehren sich zu Recht gegen dieses Urteil - er ist ein Kinderschänder. Das milde Licht, in das der Film diesen Mißbrauch taucht, ist mit künstlerischer Freiheit nicht zu entschuldigen. Die unerträgliche Verknüpfung des Kreuzweges am Ende des Films mit dem Verhör des Jungen ist der traurige Höhepunkt. Das "heroische" Bekenntnis des aufrechten Pfarrers eine Farce. Absicht des Filmemachers? Ich enthalte mich eines Urteils - fällen Sie es selber. Der Film ist kein Zeugnis der Tolleranz, denn die verdient der sexuelle Missbrauch von Kindern nie.Wahnsinnig schön (6. Februar 2001)
Filme dieser Art werden viel zu wenig gezeigt. Oder es gibt entschieden zu wenig davon. Diese Filme müssen optisch weitaus mehr ins Detail gehen.Es wird praktisch keine "Action" gezeigt bei dem Thema, worum es hier geht. Aber sonst ist dieser Film, wie auch einige andere, wahnsinnig schön. Am schönsten: NUNZIOÄhnliche Produkte zu 'Pianese Nunzio - 14 im Mai'