Winterschläfer

Verkaufsrang: 923 (Video)
Actor: Ulrich Matthes
Actor: Marie-Lou Sellem
Actor: Floriane Daniel
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Autor: Anne-Françoise Pyszora
Binding: Videokassette
Director: Tom Tykwer
EAN: 4012909084209
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Format: Widescreen
Label: AVU
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: AVU
Verlag: AVU
Erscheinungsdatum: 1. April 1999
Spielzeit: 117
Studio: AVU
TheatricalReleaseDate: 1997
von: Ulrich Matthes (Hauptdarsteller), Marie-Lou Sellem (Hauptdarsteller), Reinhold Heil (Komponist), Johnny Klimek (Komponist)
Preis: EUR 24,45

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Tom Tykwer ist ein grandioser Regisseur eines ganz von seinen Bildern und seinem Rhythmus lebenden Kinos. Er beherrscht das Handwerk perfekt und versteht es, es in einer Weise zu nutzen, die über alles handwerkliche hinausgeht. Nur kann diese im deutschen Kino der 90er Jahre einzigartige traumwandlerische Sicherheit im Umgang mit den filmischen Mitteln auch zu einem Problem werden, denn sie drängt alles andere leicht in den Hintergrund. Genau das ist bei Tykwers Debüt Die tödliche Maria und bei seinem geradezu überschwenglich aufgenommenen dritten Film Lola rennt passiert. In ihnen führt der Stil ein kaltes und letztlich selbstverliebtes Regiment. Nur bei Winterschläfer, dem dazwischen entstandenen und völlig zu Unrecht weitgehend übersehenen Film, ist Tom Tykwer visionärer Bilderschöpfer und passionierter, seine Figuren wirklich liebender Erzähler.

Fünf Menschen, fünf Schicksale in einem kleinen, verschneiten Bergdorf und Skifahrer-Paradies. Der egomanische Skilehrer Marco (Heino Ferch), René (Ulrich Matthes), der Kinovorführer ohne Kurzzeitgedächtnis, die sinnliche Übersetzerin Rebecca (Floriane Daniel), die in sich verschlossene Krankenschwester Laura (Marie-Lou Sellem) und der innerlich genauso wie finanziell zerstörte Bauer Theo (Josef Bierbichler), ihre Wege kreuzen sich, neue Konstellationen entstehen und bringen Bewegung, aber auch Zerstörung in eine im wahrsten Sinne eingefrorene Welt. Dabei wird ein Autounfall und eine eher unbewusste Fahrerflucht zum Katalysator der Ereignisse. Alles dreht sich schließlich um Vergangenheit und Schuld, Erinnern und Vergessen.

Wie Tykwer das inszeniert als Wechsel von langsamen, eleganten Kamerafahrten und wilder, den Taumel der Gefühle spiegelnder Handkamera-Direktheit, wie er jeder Figur eine Farbe zuordnet, die ihr Innerstes nach Außen kehrt, dafür gibt es im deutschen Kino keinen Vergleich. Erzählung und Erzähltes bilden eine perfekte Einheit, die etwas Hypnotisches hat; und jeder aus dem Ensemble versteht es, seiner Figur eine seltene Komplexität und Ambivalenz zu verleihen, die gerade in unseren heimischen Filmen selten geworden sind. --Sascha Westphal

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Winterschläfer'

Ein Meisterwerk filmischer Erzählkunst (10. Februar 2007)

Eine verwirrende Geschichte, eine verworrene Geschichte? Zumindest sind die einzelnen Fäden gut zusammengeführt, sie werden auch immer wieder - von Zeit zu Zeit - aufgegriffen und so entsteht langsam die gesamte Geschichte. Manche Dinge müssen sich zusätzlich im Kopf des Betrachters abspielen. Wir sind im Kino! Der Film heißt "Winterschläfer", warum eigentlich?
Bergwelt, Winter, Eis und Schnee. Weihnachten ist vorbei, Neujahr steht vor der Tür. Alle kehren zurück von den Familienfesttagen. Der Skilehrer zu seiner Geliebten, die im Hause ihrer Freundin, der Krankenschwester, wohnt. Die Krankenschwester kehrt von ihrer Familie zurück ebenso wie René, der Filmvorführer. Er kommt zufällig nach durchzechter Nacht am Haus der Krankenschwester vorbei und klaut einer alkoholisierten Laune folgend das Auto des Skilehrers, der gerade mit seiner Geliebten im Bett liegt. René wird auf der Landstraße mit Theo, dem Bauern zusammentreffen, der sein Pferd zum Tierarzt bringen muß. Theo ist abgelenkt, weil seine Buben mit dem Funkgerät den Vater zu erreichen versuchen, der Wagen muß demjenigen des betrunkenen Filmvorführers ausweichen, gerät ins Schleudern und kippt samt Anhänger um. Im Anhänger befindet sich nicht nur das Pferd, sondern auch die Tochter des Bauern, die ihr Pferd so gern zum Arzt gegen den Willen des Vaters begleiten wollte. Sie wird aus dem Anhänger herausgeschleudert und bleibt schwer verletzt liegen. René kommt von der Straße ab und wird vom Schnee aufgefangen läßt das Auto und den Unfallgegner zurück und entfernt sich verwirrt vom Unfallort. Theo sieht, im Auto liegend und stark benommen den Unfallgegner, genauer dessen auffällige Narbe am Kopf. René wird die Krankenschwester kennenlernen und wir erfahren, daß sein Kurzzeitgedächtnis seit einem Unfall nicht mehr funktioniert. Die Krankenschwester wird das kleine Mädchen im Krankenhaus betreuen, bis es doch stirbt. Theo wird den Mann mit der Narbe suchen und ihn in dem Skilehrer, der ja der Besitzer des Wagens war, finden. Der Skilehrer, ein Frauenheld, wird tödlich verunglücken, die Mutter seiner Geliebten stirbt und die Krankenschwester bekommt von René ein Kind.
Noch Fragen? Alles klar?
Das Leben ist hier keine Baustelle, sondern findet auf dem Lande statt. Vielleicht ist die Bilanz der Tochter Theos - drei gute Jahre von zehn - gar nicht so übel. Das Leben ist vielschichtig, und nicht schwarz-weiß, schon gar nicht der Schnee, der hat viele Farben und Gebirge sind sehr vielfältig. So ist das Leben. Der Film von Tom Tykwer ist ein kleines Meisterwerk der filmischen Erzählkunst.

Verborgene Könnerschaft (1. Dezember 2006)

Das erlebt man ja öfter. Da ist einer wirklich gut. Dann macht er etwas, was ihn berühmt werden lässt und dann muss er/sie mit dieser Erwartung fertig werden und seine Leistungen werden fragwürdiger. Sofort fallen mit die Brüder Taviani ein, die mit Padre Padrone einen grossen Film mit bleibendem Wert geschaffen hatten und dann nach Hollywood gingen oder auch Peter Weir, der in Australien grossartige Filme machte und dann nach Hollywood ging. Bei Tykwer ist dies auch so. Winterschläfer war ein grossartiger Film, aber es gibt ihn nicht einmal auf DVD. Die Winterlandschaft,untermalt mit Musik von Pärt ist schon hinreissend erfasst- ein unterkühltes Ambiente für eine fulminante Geschichte. Dann diese so unterschiedlichen Menschen, die miteinander verstrickt werden, ohne sich dieser Verbindungen wirklich genau bewusst zu sein. Nebem dem grandiosen Bierbichler, der sich in die Rache verbeisst,nachdem sein Kind aufgrund eines Unfalls gestorben ist, ein junger Ulrich Matthes als amnetischer Kinovorführer oder Marie Louise Sellem als eindrucksvolles Original. Die Geschichte entwickelt sich in ihrer eigenen Logik. Jedem das Seine, heisst hier: der, welcher es verdient, bekommt die Sanktion,obwohl er gar nicht schuld ist. Das Schicksal bestraft ihn quasi für eine Lebensschuld. Dies hatte hatte Tykwer in eindrucksvolle Bilder umgesetzt... dann kam "Lola rennt".....

Erfüllt alles (8. Januar 2005)

Ein Film, der einen mit seiner erzählerischen Leichtigkeit einfängt und einen mit einer Beiläufigkeit in das Geschehen zieht, die schon erahnen lässt, dass hier mehr eine Rolle spielt, als einem Bilder, Dialoge und Musik zeigen wollen. Die Bilder haben teilweise eine immense Wucht, ebenso wie die Musik, die besser nicht sein könnte. Die Schauspieler verleihen den Charakteren die passende Persönlichkeit, nichts wirkt unpassend, überzeichnet, hergesucht. Ein Film, der vor Ideen und künstlerischen Finessen nur so strotzt. Ich kann sagen, dass dies mit Abstand mein Lieblingsfilm ist, je öfter ich ihn sehe, umso fantastischer finde ich ihn. Es passt eigentlich nicht zu dem Film, dass man weint, aber irgendwie hat er selbst das geschafft beim letzten Mal, wo ich ihn gesehen habe. Es gibt immer Momente in Filmen, die einem sofort im Gedächtnis bleiben, weil einen etwas fasziniert hat, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist - bei diesem Film könnte ich wahnsinnig viele davon aufzählen! Alleine die eingangs erwähnte Leichtigkeit des Anfang ("Ich fahre früher") ist genial und ist neben Szenen wie der Silvesternacht, der Unterhaltung mit der drehenden Kamera, der Nacht im Sleepers, der Farben-Anpassung, des Bar-Spieles und der Foto-Merktechnik einfach alleine stehend beeindruckend, zusammen ergibt sich aber eine "schillernde Kugel".

Mächtig! (23. Dezember 2002)

Es gibt wenig Filme, die so ausdrucksstark sind wie "Winterschläfer". Alles an diesem Film ist mächtig, die Bilder (Alpenkulisse), die Kameraführung, bzw. die Schnitte und Szenenwechsel, die Geschichte und die schauspielerische Leistung der Protagonisten. Der Film kommt auf leisen Sohlen, baut aber gleichzeitig eine ungeheure Spannung auf. Die Luft knistert, zugleich herrscht aber eine sonderbare Art der Stille vor, die man wie die Ruhe vor dem Sturm wahrnimmt. Die Charakterzeichnung ist gelungen. Ein richtiger Winterfilm- wer aber einen Thriller mit Pistolengeballer und Action erwartet ist mit diesem Film schlecht beraten, dafür ist er zu künstlerisch.

Ein postmodernistisches muss (24. Mai 2001)

ein postmodernistischer Film, der mit den Erwartungen der Zuschauern spielt. Tykwer verwendet Steoretype Figuren, die sich in einem bayerischen Berglandschaft entfalten Sie handlen aber niemals erwatungsgemäss, weil eben alle Protagonisten etwas verbergen. Dies wird dann während des Films offengelegt, oder es verblebt im Narration des Films ungesagt.Der Zuschauer ist wegen des Narrations gezwungen selbst aktiv am beenden der Geschichte zeilzunehmen, was meiner Meinung nach ein absolutes vergnügen ist.

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