Kanzler: Der Visionär - Willy Brandt

Verkaufsrang: 11677 (Video)
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Binding: Videokassette
Director: Ingo Helm
EAN: 0743216655137
Format: PAL
Label: Ufa Video
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Ufa Video
Verlag: Ufa Video
Erscheinungsdatum: 31. Mai 1999
Spielzeit: 45
Studio: Ufa Video
TheatricalReleaseDate: 1999
UPC: 743216655137

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Professor Guido Knopp, der Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte, und sein Kollege Ingo Helm stellen den ersten sozialdemokratischen Kanzler nach dem 2. Weltkrieg vor. Zu Beginn lassen sie Willy Brandt als Regierenden Bürgermeister von Berlin selbst zu Wort kommen: "Es würde der größte Augenblick in meinem Leben sein, wenn ich zusammen mit meinen Mitbürgern in Berlin durch das Brandenburger Tor gehen könnte!" Der Visionär ist bei der Wiedervereinigung glücklich.

Geboren wurde Brandt 1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm. Mit 19 Jahren floh er aus Nazideutschland nach Norwegen, wo er sich den Namen Willy Brandt zulegte. Nach seiner Rückkehr machte er in der SPD Karriere. Den Wahlkampf 1969 führte Brandt im Stil seines Vorbilds Kennedy. Familienleben fand hauptsächlich vor laufender Kamera statt. Dennoch beschrieb ihn sein Freund Egon Bahr: "Das ist ein Kanzler, der bleibt Mensch. Beides zusammen war das Faszinierende."

1970 bewegte Brandts Kniefall im Warschauer Ghetto die Welt. Für seine Politik der Versöhnung erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. Von Kritik blieb Brandt deswegen nicht verschont. Eindrücklich spürt der Film Spannungen auf. Peter Brandt, der gegen den Vater rebellierende Sohn, wurde während der 68er-Demonstrationen kurzzeitig festgenommen. Politisch und persönlich bedeutete der Misstrauensantrag 1972 eine schwere Krise. Vermutlich konnte er nur durch Bestechungen abgewandt werden. Nur zögernd äußern sich die damaligen Strippenzieher. Trotz erneutem Wahlsieg war Brandt geschwächt. Sein innenpolitisches Konzept "Mehr Demokratie wagen" half ihm wenig. Herbert Wehner riet Brandt 1974 im Zuge der Affäre um den Kanzleramtsspion Guillaume und angesichts seiner angeblichen Frauengeschichten zum Rücktritt.

All dies vermochte sein Ansehen im In- und Ausland nicht dauerhaft zu schädigen. Obwohl das Video kritisch und sachlich recherchiert und um Ausgewogenheit bemüht ist, weckt es Sympathien für diesen Mann, der mit seiner Ostpolitik entscheidend zur Überwindung des Kalten Krieges beigetragen hat. --Larissa Carina Seelbach

dkb.de