Kundenrezensionen zu 'Mystery White Boy'
Außerirdisch (14. Dezember 2007)
Jeff Buckleys Musik ist schwierig, bizarr und wirklich gewöhnungsbedürftig. Sein Sound ist weit entfernt von den ausgetretenen Pfaden der kommerziellen Industrie angesiedelt und damit wirklich ein Problem. Diese Musik wurde nicht zum Konsumieren im eigentlichen Sinn geschaffen, sie setzt einen Bewusstseinszustand voraus, der nicht alltäglich ist (zumindest bei mir!). Das tragische hierbei ist, das dieser Zustand weder durch den Konsum von Alkoholika noch durch irgendwelcher anderer natürlicher Substanzen erreicht werden kann. Ich kann ihn also nicht willentlich herbeiführen. Ich lege also an 2 von 365 Tagen Jeff Buckley in den CD-Spieler und inhaliere quasi seine Musik mit unbeschreiblicher Inbrunst, wohlwissend, das er mir an den restlichen 363 Tagen einfach nur auf die Nerven gehen würde!Jeff Buckley ist ein musikalisches Genie, der mit seinem Vater Tim Buckley mehr gemein hat als die unverkennbare Stimme und den frühen Wechsel in einen anderen Bewusstseinszustand. An 2 Tagen im Jahr bin ich davon überzeugt, dass außerirdische Lebensformen unter uns weilen! Mystery White Boy ist ein Beweis! 5 Sterne gibt es also nur 2 mal im Jahr!
Melancholie in ihrer schönsten Form (31. Juli 2003)
Seit etwa zwei Jahren bin ich nun Fan von Jeff Buckleys Musik.Und glücklicherweise bin ich noch kein einziges Mal von dieser Musik müde geworden. Ich hoffe sehr, es wird noch ewig so weiter gehen. Mystery White Boy ist eine Zusammenstellung von Live-Songs. Dynamisch, sensibel, und absolut temperamentvoll. Die Songs sind mitreißend, wenn man sich auf sie einlässt. Denn bei Jeff Buckley braucht es denke ich schon eine gewisse Zeit, bis man sich in die Musik hinein gefunden hat.
Einer der erstaunlichsten ist für mich der erste Song, "Dream Brother". Es beginnt alles ganz langsam, orientalisch angehaucht und steigert sich dann immer mehr und mehr. Vom Flüstern zum Schreien. Total ausgeartet.
Sehr schön finde ich auch Nummer 5, "What will you say". Auch so ein Song, der ruhig beginnt und sich dann bald in immer offensichtlicherer Verzweiflung steigert. Ich vermute ja, der Song handelt ein wenig von Jeffs Vater Tim Buckley. Nur eine Vermutung.
Da uns ja von Jeff Buckley nichts weiter bleibt als seine Musik, haben wir keine andere Wahl, als die großen Kopfhörer aus dem Schrank zu nehmen, die Augen zu schließen, uns vorzustellen, wir wären jetzt dort, in diesem Club, um in dieser wunderschönen Melancholie zu versinken...
Wenn ich diese CD höre, dann denke ich immer wieder nur: "DAS ist es." Jeff Buckley verausgabt sich so sehr, steckt seine ganze Energie nur in diese Musik - und das ist deutlich zu hören. Wundervoll. Traurig-schön.




