Kundenrezensionen zu 'Armenian Fantasies'
Farbenreiche Polyphonie (5. September 2007)
Die Musik des Mittelmeerraumes besitzt für mich von jeher etwas sonderbar Archaisches. Die Klangbilder des armenischen Duduk-Spielers Djivan Gasparyan erzeugen eine fast mystische Atmosphäre. Ihrer einzigartigen Dichte kann sich der aufgeschlossene Hörer nur schwerlich entziehen. Ruhig sich entwickelnde Melodiebögen verästeln sich zu einer weit ausufernden, farbenreichenden Polyphonie unsagbar schöner Phrasierungen und herb-süßer Mixturen. Gasparyan beherrscht sein Instrument mit perfekter Atemkontrolle. Sein internationaler Erfolg kann nicht einen Moment überraschen. Nur Ignoranten dürfte die große Bedeutung des Armeniers noch nicht aufgegangen sein, denn liebevoller kann man wohl nicht Musik machen.Die mystische Stimme Armeniens (10. Juli 2003)
Mit diesen Worten beginnt die Einleitung zu dieser CD. Wird hier zuviel versprochen, oder gar falsche Erwartungen geweckt...?Djivan Gasparyan, der als lebende Legende Armeniens gilt und bisher als einziger Musiker mit dem Titel "Künstler des armenischen Volkes" ausgezeichnet wurde, stellte eigens für die Aufnahmen dieses Albums ein neues Ensemble aus hochkarätigen Musikern zusammen. Er bereitete zwei große kaukasische Suiten vor, denen aus den musikalischen Wünschen (des Produzenten) eine dritte folgte, und ganz spontan noch eine vierte "aus dem Bauch heraus".
teilweise aus der Feder berühmter Musiker des 18. und 19. Jhd. stammen, aber auch ein zeitgenössische Komposition sowie eine berühmte armenische Ballade fanden hier ihren Einzug.
"Kamantcha Blues" besteht aus "Mugham Chargia", einer Instrumentalimprovisation auf mehreren traditionellen Instrumenten.
In den "Armenian Romances" werden, wie schon in der ersten Suite, eine Reihe populärer Liebeslieder integriert, die häufig von einer melancholischen Stimmung charakterisiert werden.
Die letzte Suite "Lyric Melodies & Dances for Women" verbindet Liebeslieder mit einem abschließenden Reigen, der nur von Frauen getanzt wird.
Die Qualität der Aufnahmen ist ebenso erstklassig wie die Musik selbst.
Das waren die reinen Fakten zur Musik. Den Eindruck, den sie auf mich gemacht hat, kann ich nicht beschreiben. Wer ihn nachempfinden möchte, muss diese Musik einfach selbst gehört haben.
Das beiliegende Heftchen ist sehr informativ und ausführlich. Nach einer Einführung in das Land und seiner alten Musikkultur folgt der Auszug aus einem Interview mit dem Produzenten, der schon eine sehr schöne Einstimmung auf das musikalische Erlebnis gibt. Den Musikern und ihren Instrumenten sind mehrere Seiten gewidmet, ebenso wie den einzelnen Stücken. Abgerundet wird dieses hervorragend gestaltete Booklet von einigen stimmungsvollen Fotos. Wie man es von echter Weltmusik erwartet sind alle Informationen nicht nur in einer Sprache vorhanden, sondern auf Deutsch, Französisch und Englisch.
Mich wundert die der Beschreibung beigefügte Bezeichnung "Maxi-CD" (auf der Amazon-Detailseite). Die CD enthält zwar nur vier Stücke, hat aber doch eine Gesamtspieldauer von zirka einer Stunde. Hier wäre vielleicht eine weiter gehende Indizierung der Titel wünschenswert gewesen.
Fazit: ein Meisterwerk. Die Eingangsfrage ist eindeutig mit einem klaren NEIN zu beantworten.






