Mer de Noms

Verkaufsrang: 43140 (Musik)
Artist: A Perfect Circle
Audio CD
EAN: 0724384925321
ListPrice:
Anzahl Medien: 1
Verlag: Virgin Usa (EMI)
UPC: 724384925321
Preis: EUR 10,54

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Product Description

MER DE NOMS

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Kundenrezensionen zu 'Mer de Noms'

Das hier ist NICHT Tool! (5. Juli 2006)

Das hier sind "A Perfect Circle", meine Lieben. Eine Allstarzusammenstellung von Musikern, die die Liebe zu verschrobenen, oft melancholischen und manchmal schlicht zynisch-resignierten Klängen zu verbinden scheint. Denn eben diese hören wir auf "Mer De Noms". Natürlich macht man zunächst vieles an der Stimme des Sängers fest, die man bisher nur aus dem Tool Kontext kannte. Man darf nun allerdings nicht den Fehler machen, von der Stimmfarbe und -führung, die bei Keenan stets irgendwo kurz vor oder schon kurz hinter dem Schritt zum Übermenschlichen liegt, an die Musik die gleichen Ansprüche zu stellen wie an Tool. Diese Erwartungshaltung scheint ein Grunddilemma von A Perfect Circle zu sein, der Beweis: Viele nennen die Band "Tool light". Für mich ist das Quatsch, denn "Mer De Noms" ist eigenständig und schräg genug und erinnert mich selten wirklich an Tool- eher an eine düstere, verzweifelte Version der Smashing Pumpkins komischerweise. Die Sache hier ist ausgereift und eigenständig, und wem verschrobene, sentimentale und doch manchmal hoffnungsschimmernde Nummern wie "The Hollow", "3 Libras" oder "Judith" da nicht als Beweis reichen, der soll halt weiter Tool hören.

Tool light.... (1. Februar 2006)

...und doch eben NICHT die Band von Tool-Mainman Maynard James Keenan, sondern die Billy Howerdels - seines Zeichens ehemaliger Gitarrentech bei so renomierten Acts wie den Smashing Pumpkins, Trent Reznor's Nine Inch Nails, U2 oder - ja, richtig - Tool. Genaugenommen soll das Mitwirken des Tool-Fronters auch nie geplant gewesen, sondern rein zufällig zustande gekommen sein, weil Mr. H. beim Komponieren eigentlich immer eine Frauenstimme im Kopf gehabt haben soll. Wie dem auch sei, die Tatsache, dass viele Leute APC für ein Nebenprojekt Keenans halten, hat den Verkäufen sicher nicht geschadet und der Truppe für einen Newcomer überdurchschnittlich viel - kostenlose - Promotion beschert, worüber Howerdel wohl kaum böse sein dürfte.
Sinn macht diese Zusammenarbeit aber auch musikalisch, da der Gesang Keenans sehr gut zu den hoch emotionalen, und nicht selten an seine Hauptband erinnernden, Songs passt. Die zum Teil sehr enthusiastischen Kritiken kann ich aber dennoch nicht ganz nachvollziehen. Sicher "Mer de Noms" ist kein schlechtes Album und für ein Debut sogar ziemlich stark, aber ich habe beim Hören immer das Gefühl, daß hier nichts Echt ist. Alles wirkt auf mich kalkuliert und konstruiert, viel zu glatt, viel zu perfekt - Emotionen vom Reisbrett, wenn man so will. Schlicht ein typisches Produkt unserer Zeit, in der sich eine CD wie die
andere anhört, auch wenn nicht auf Teufel komm raus abgekupftert wird.
Kann man über dieses Manko hinweghören, wozu ich - auch nach inzwischen gut 20 Durchläufen - nicht uneingeschränkt in der Lage bin, gibt es neben einigen schönen, wenn auch nicht allzu spektakulären, Melodien auch ein paar coole Riffs und interessante Soundspielereien zu entdecken. Toolatics werden die Scheibe sicher ungehört ihrer Sammlung einverleiben, alle anderen sollten vielleicht vorab in den Opener "The Hollow", das wirklich großartige "Rose", "Magdalena" oder die ruhigen "Orestes" und "Brena" reinhören. Im Übrigen denke ich, dass die Songs mit der Stimme einer Anneke von Giersbergen (The Gathering) tatsächlich noch gewinnen würden.

Ein Meer von Mythen (17. August 2005)

Tool-Fans werden durch Keenans Neben-(oder doch Haupt-?)Projekt auf ihre Kosten kommen, wenn sie vor allem die melodische Seite seiner Musik schätzen. A Perfect Circle kommt in weiten Teilen aber viel offener, sanfter, melodischer - und kommerzieller daher als Keenans ,Werkzeug'. Das erste Werk des Rock-Projekts überrascht nicht völlig, wartet aber mit musikalischer Raffinesse und einem Sound auf, der vielem von dem, was sich derzeit auf dem Markt tummelt, um Längen voraus ist.
,The Hollow', ,Orestes', ,Sleeping Beauty' oder ,Renholder' könnten gar gestandene Hippies von den Qualitäten der Band überzeugen. Da die Musik bei APC Billy Howerdels Aufgabe ist und Keenan vor allem Texte und Gesang beisteuert, klingen die Unterschiede zu Tool nicht erzwungen, sondern ergeben sich aus der Sache. Textlich schwelgt Keenan weiter in tiefsinnigen Grübeleien, immer um allgemein gültige Aussagen bemüht - darunter macht er es einfach nicht. Wer schwermetallene Ausbrüche mag, wird vor allem an ,Judith' oder ,3 Libras' Gefallen finden. Richtig fies wie Tool wird diese Zusammenstellung von Musikern allerdings nie.
Die Platte ist zunächst als Instrumentalmusik geplant gewesen, die Zusammenarbeit zwischen Howerdel und Keenan hat daraus ein Konzeptwerk über Mythen und Archetypen werden lassen, das schon jetzt ein intellektueller Meilenstein der neueren Rockmusik ist.

TOLL (15. März 2005)

Der Kauf der CD war eher ein Experiment, da ich kaum etwas über sie wußte. Ich kannte zwar Keenan und auch Tool, und obwohl ich Tool sehr schätze und die Musik alles enthält, was mir eigentlich gefällt, kommt sie an mich irgendwie nicht heran. Die Antwort fand ich nun im 1. Album von APC. Selten übertrifft ein Sideproject die Hauptband, doch hier ist es der Fall. Zum einen haben wir hier eine Starbesetzung von Musikern aus den Kreisen um Queens of the Stone Age, eben Tool, Zwan, Primus etc, zum anderen ist die Musik im Gegensatz zu Tool nicht ständig auf einer Ebene verhaftet und erzeugt jede Menge Stimmungswechsel. Alle Musiker beweisen ihr Können einwandfrei. Zwar finde ich die Verteilung der Musikerrollen etwas eigenartig (Troy spielt lediglich das Solo am Ende eines Stücks und Paz greift zum Bass ebenfalls nur einmal), doch die wirken sich auf die Qualität keineswegs aus.

Für Leute, die Tool nicht 100%ig überzeugt hier die perfekte Lösung.

Formvollendeter Rock in einzigartigen Gefühlswelten (13. März 2005)

A Perfect Circle sind zwar bis dato noch ein "Nebenprojekt", doch nicht nur seinen Aussagen entnimmt man es Billy Howerdel, dass er es wirklich ernst meint und mit aller Leidenschaft komponiert und textet. Mittlerweile hat sich das Ensemble etabliert, wenn auch die Band nun ganz andere Gesichter beinhält als noch zu Zeiten dieses Debuts. Doch damals wie heute verstehen die Musiker natürlich ihr Handwerk, und ein hervorragend anmutender Maynard James Keenan setzt mit seinem gefühlsorientierten und stimmungsunterschiedlichen Gesang dem Ganzen noch die Krone auf. Eigentlich würde ich sagen, dass dies das bemerkenswerteste Album das Star-Truppe darstellt, ist doch der Nachfolger zu unkonstant und eMOTIVe zu uneigenständig und zu zielgerichtet und dadurch wenig frei in den Ideen (aber trotzdem sehr lobenswert!). Mer de Noms jedenfalls erscheint aufgrund des breiten musikalischen Spektrums sehr abwechslungsreich und stellt viele Referenznummern in diesem Genre.
Anfänglich wirkt das ganz mit "The Hollow" noch etwas unscheinbar, der Song ist wirklich gut anzuhören, alles richtig gemacht, aber er stellt noch nicht das Außergewöhnliche dar, wozu APC im Stande sind. Man kann sagen, es ist einfach ein schöner Rock-Song, wird er doch von "Magdalena" in Sachen Atmosphäre und Tiefe gleich mehrfach überrundet. Das nämlich hat eine wirklich eindrucksvoll bedrückende Grundstimmung zu bieten und wird durch den Gesang zur Vollendung gebracht.

"I'd sell my soul, my self esteem, a dollar at a time
For just one taste of you, my Magdalena"

Mit "Rose" wartet der nächste düstere Song über Liebe, ebenfalls einer der härteren des Albums, allerdings nicht annähernd so brachial wie "Judith", welcher sich textlich wie musikalisch durch seinen direkten kämpferischen Unterton vom Rest ein Stück abhebt und damit (zumindest unter den lauteren Liedern) der Beste ist.

"You're such an inspiration for the ways that I'll never ever choose to be
Oh so many ways for me to show you how the savior has abandoned you
FUCK YOUR GOD, your Lord and your Christ
HE DID THIS, took all you had and
LEFT YOU THIS WAY, still you pray, you never stray
NEVER TASTE OF THE FRUIT you never thought to question why"

Danach geht es erstmal sehr ruhig zu, "Orestes" ist eine eher konventionelle Rockhymne, während "3 Libras" etwas trauriger und tragisch anmutet, während "Sleeping Beauty" den erotischen Bogen fast schon ins Kitschige biegt, aber so ist es gerade noch recht und gut! "Thomas" fällt wenig auf trotz dichter mystischer Stimmung und heiterem Refrain. "Renholdër" wirkt ebenfalls sehr mystisch, kommt auch ohne Rockelemente und fast ohne Gesang aus und klingt insgesamt mehr wie ein Zwischenstück anstelle eines eigenständigen Liedes, obgleich sehr sehr ansprechend. Das ist auch der komplett entgegengesetzte wie gegensätzliche Song "Thinking Of You", bei dem die typischen Töne dunklen elektronischen und fast industriellen Klängen weichen, um dann im wohlgelaunten Refrain wieder etwas bekannter zu erscheinen. Die liebliche Balade "Breña" weiß auf wundervolle Weise zu berühren, das Outro "Over" hingegen nicht ganz so stark, nochmals ein sehr experimenteller Song, der aber trotzdem einen trüben Schlusspunkt beschreibt.

"Metaphor for a missing moment, pull me into your perfect circle"

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