Aus der Amazon.de-Redaktion
Five Miles Out war die CD, mit der Mike Oldfield zum ersten Mal versuchte, in neue Gefilde vorzustoßen: die Single-Charts. Bis dato war Oldfield eher ein LP-Künstler, sein legendärer Ruf beruhte auf kompletten (Konzept-)Alben wie Tubular Bells oder Hergest Ride, die allein durch ihre schiere Länge nicht Radio-tauglich waren.Doch nun hatte Oldfield auf einmal einen Singlehit -- und sang auch noch: "Five Miles Out". Und doch gelang es ihm, diesen Singleerfolg in ein Gesamtkonzept zu integrieren. So wird das Haupt-Gitarrenthema von "Five Miles Out" in "Taurus 2" wieder aufgegriffen, der rote Faden ist wieder da. Dieses Album bereitete damit die Erfolge von Crisis und Discovery vor. --Peter Grosser
Kundenrezensionen zu 'Five Miles Out (Remastered)'
Ein Album aus einem Guß (21. März 2008)
Oldfields siebtes Album vereint dröhnenden Bombast mit minimalistischen Sounds, keltische Sphärenmusik mit Südsee-Flair, sowie verträumte Vocals mit drohend-apokalyptischen Ausbrüchen (siehe dazu der Titelsong). Nun findet man diese Gegensätze auf fast allen Alben Oldfields wieder, selten wurden sie aber so treffend integriert und ineinander verwoben wie auf "Five Miles Out".Oldfield selber bekannte einmal, er habe auf diesem Album die Schönheiten, aber auch die Gefahren des Fliegens aufzeigen wollen. Als begeisterter Hobby-Pilot ist er mit beiden Aspekten bestens vertraut. Andererseits läßt sich dieses Album trefflich genießen, auch ohne daß man die Hintergründe seines Entstehens kennt. Etwas Offenheit musikalischen Experimenten gegenüber ist allerdings notwendig, Stil-Puristen werden sich bei dieser Achterbahnfahrt nicht unbedingt zu Hause fühlen.
Fazit: Empfehlenswert!
Remastern zeigt of merkwürdige Effekte (23. Januar 2008)
Über die Musik ist schon alles geschrieben. Für mich Oldfield in Hochform, die LP machte mich damals endgültig zum Fan. Ich spielte sie schon so oft, daß mir irgendwann das Knistern und die zunehmenden Verzerrungen in den leisen Passagen auf die Nerven gingen. Ich kaufte mir in den frühen 90ern die CD - und war enttäuscht. Topfig, weniger Brillianz, fehlender Tiefbass...sie verschwand im Schrank. Zufällig geriet ich kürzlich an die "Remaster" Version und siehe da: Sie klingt exakt wie meine LP (hab schon einen guten Plattenspieler), nur eine Idee Tiefbass fehlt noch und das Knistern ;-)Bleibt nur die Frage, was man bei der ersten CD-Überspielung getrieben hat..irgendeine Mastertapekopie benutzt wahrscheinlich. Und für das "Digitally Remastered" Album doch noch die Originaltapes gefunden. So weit, so gut. Nur: Ist das nicht Betrug am Kunden? Hat der nicht ein Recht auf gute Qualität? Oder zumindest keine schlechtere, als bisher möglich war? Das ist nämlich sicher kein Einzelfall. Digitally Remastered, jaja.
Bleibt zum Glück noch die Musik. Die bleibt genial. Remastering hin oder her!
Mike haut noch mal auf die Pauke (2. Oktober 2007)
Nachdem auf "QE2" bereits vornehmlich kürzere Songs standen, geht Oldfield auf dem 1982 erschienenen "Five Miles Out" wieder einen Schritt zurück (zu "Platinum") und plaziert auf der A-Seite mit "Taurus II" ein monumentales Musikstück, dass sich nach meiner Meinung nicht vor den 70er-Klassikern zu verstecken braucht. Unterschied ist lediglich die wesentlich rockigere Instrumentierung, beinahe pausenlos lässt Mike hier seine E-Gitarre durch das eine oder andere Kabinettstückchen jaulen. Aufgepeppt wird das ganze durch spannungsreiche Keyboards, einen abwechslungsreichen und themenorientierten Aufbau und den absolut passend eingesetzten Gesang von Maggie Reilly. Und anders als beim Song-Vorgänger "Taurus 1" vom "QE2"-Album torpediert Mike hier seine guten Einfälle NICHT durch billige Drumcomputer-Beats. Nach 25 Minuten und einem klassisch aufbereiteten, bombastischen Finale könnte man eigentlich wieder von vorne anfangen, aber auch die B-Seite ist nicht zu verachten."Family Man" soll wohl die Hitsingle zum Album gewesen sein, hat aber nur wenig mit Songs wie "Moonlight Shadows" oder "To France" zu tun. Vielmehr zieht Oldfield hier die aus "Punk-a-Diddle" (auf "Platinum") gewonnenen Register und präsentiert eine staubtrocken groovende Rocknummer mit neckischen Melodien auf Gitarre und Synthies, während Maggie Reilly dem Text Leben einhaucht. Ganz anders geht es bei "Orabidoo" weiter, dass mit seinem sanften Percussion-Beginn, dem schleppenden Rhythmus und verfremdetem Gesang rings um die Fantasiewörter "Orabidoo, orabida" wieder die Prog-Richtung einschlägt. Auf dem Höhepunt folgt ein Overkill an Synthie-Soli, wobei immer wieder eine Melodie aus "Taurus II" verwendet wird. Mit ruhigen Akustik-Balladenklängen, wieder hervorragend von Maggie Reilly gesungen, endet der Song.
"Mount Teide" dient nur als Lückenbüßer und besteht aus symphonisch übereinandergeschichteten Percussion- und Keyboardsounds, kann die Gesamteindruck des Albums jedoch in keinster Weise trüben. Der Titelsong schließlich, erneut eine erfolgreiche Single, baut zu guter Letzt in wesentlichen Teilen und Melodien wieder auf "Taurus II" auf, wobei Oldfield auch eine ganze Armada and Klangeffekten und Verfremdungen auffährt, was den Song sehr eindrucksvoll macht.
Fazit: Oldfield hat nichts verlernt und präsentiert sich auf diesem Album in Hochform, nachdem "QE2" ganz und "Platinum" zumindest in Teilen geschwächelt hatten. Das folgende Album "Crises" darf eher als Abklatsch gesehen werden; ein "Orabidoo" gibt es dort nicht, und "Moonlight Shadow" klingt irgendwie dutzendfach trivialer als "Family Man".
Ein absoluter Höhenflug (17. Juni 2007)
Mike Oldfield hatte immer Höhenflüge - dieses Album gehört ohne Zweifel dazu. Nachdem ich seine Musik längere Zeit wenig gehört habe, stehen seine früheren Alben seit einigen Monaten bei mir wieder ganz oben - dieses ganz besonders. Da ist das tolle Taurus II mit dem sich durch das gesamte Stück ziehenden Thema und dazwischen verpacktem Rock und langsamen Balladen im Wechsel - rund 25 Minuten progressive Musik vom Feinsten. Family Man ist nett, war damals ja auch in den Charts und wurde sogar von anderen gecovert. Ich find's durchschnittlich. Aber dann: 13 Minuten Orabidoo - einfach fantastisch. Die Kadenz mit der von Maggie Reilly (was für eine Stimme!) gesungenen Hommage an Irland lässt mir bis heute immer noch eine Gänsehaut wachsen! Doch dann kommt mit Mount Teidi der absolute Höhepunkt nicht nur des Albums - es reiht sich im Progressive Rock Segment mühelos in solche ebenbürtigen Titel wie And You an I (Yes), Firth of Fifth (Genesis) oder Lucky Man (ELP) ein. Klar ist, welcher Ort Mike Oldfield zu dem Titel inspiriert hat - zurecht wie ich meine hat er sich selbst übertroffen. Der abschließende Titelsong rundet das Album ab - ein schönes rockiges Stück, zu dem ich immer sage, dass ist der Reprise von Taurus II in komprimierter und vokalisierter Form. Eine tolles Album in der Spitzengruppe von Incantations, QE2, Amarok & Co. Weiter so, Mike!Ein Höhepunkt .... (10. Mai 2006)
von vielen in der Karriere des Mike Oldfield. Seinerzeit hörte ich lediglich die letzten 30 Sekunden des Titelsongs "Five Miles Out" im Radio, worauf ich mir sofort das ganze Album zulegte (damals noch in Vinyl, dann auf CD und jetzt die neu aufgelegte remasterte CD). Einen Titel wie das 25 Minuten dauernde "Taurus 2" hatte ich bis dato niemals gehört, zog mich aber sofort in seinen Bann und ließ mich nicht mehr los. Damals wie heute fasziniert mich das Album immer wieder aufs neue, der Wechsel von märchenhaft verspielten Passagen und den rockigeren Klängen, das Variieren eine Themas, ist mehr als gelungen.Man sollte allerdings keinen Vergleich mit "Tubular Bells" oder anderen Frühwerken Oldfields ziehen und immer nur diese als "Meisterwerk" betiteln. Gerade in den späten 70ern und frühen 80ern befand sich Mike Oldfield meiner Meinung nach mit Alben wie eben "Five Miles Out", aber auch dem nachfolgenden "Crises" sowie "QE2" und "Platinum" auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Es waren immer noch Elemente seiner früheren Werke enthalten, aber seine Musik wurde durch die Annäherung an Pop- bzw. Rockmusik stets abwechslungsreicher und (für meine Ohren) interessanter. Mike Oldfield entwickelte sich zu dieser Zeit weiter, seine Musik wurde anders, aber sie war immer noch eindeutig Mike Oldfield.
Leider waren seine späteren Alben (zum Teil zu Recht) nicht mehr so erfolgreich, lediglich mit "Songs of the distant earth" legte Mike Oldfield in den 90ern noch ein sehr gutes Album nach.
Zu "Five Miles Out" kann nich nur sagen: Kaufen!






