Aus der Amazon.de-Redaktion
Anfang der 90er Jahre waren sie zu einem weltweiten Phänomen der Musikszene geworden, in letzter Zeit aber traten sie etwas kürzer, zogen sich von der vordersten Front der Tourneen, der Radiosendungen und vom Presserummel zurück. Und da diesem neuen Werk mit seinen sehr verschiedenartigen dreizehn Songs ein Knüller wie "Alive" oder "Better Man" fehlt, wird es ihm auch nicht gelingen, Pearl Jam wieder in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Binaural bringt Jams mit einem solch grandiosen Können, dass man an The Who erinnert wird, wenn Pearl Jam lässig und mit rauher Stimme sich durch das Zwei-Minuten-Eröffnungsstück "Breakerfall" hindurchlärmt, um dann zu einem weiteren kurzen Rave-up, "God's Dice", überzugehen.Dann aber wechseln die lauten Gitarrenpassagen im Stil von MC5, mit denen PJ ihr siebtes Album beginnen (und hier zum ersten Mal den früheren Soundgarden-Schlagzeuger Matt Cameron präsentieren) und wandeln sich in das nervös angespannte "Evacuation" und "Light Years" im gemäßigten Tempo. In dem kargen, traurigen "Nothing as It Seems" (mit Text und Musik des Bassisten Jeff Ament), bei "Thin Air" und bei dem gut aufgelegten "Parting Ways" spürt man die romantische Rückbesinnung auf sich selbst. Eddie Vedders prägnantes, von Ukulelemusik begleitetes "Soon Forget" klingt wie eine rührende Nebenbemerkung, "Insignificance" kommt herumtollend daher und "Of the Girl" hat einen Touch von Nahem Osten –- sie sind alle bemerkenswert.
Es ist tatsächlich eine starke Besetzung, aber Binaural schafft es letztlich doch nicht mehr, bis in die Höhen empor zu steigen, die diese Gruppe mit so vielen Talenten einst erklimmen konnte. --Katherine Turman
Kundenrezensionen zu 'Binaural [Vinyl] [Vinyl LP]'
Ein Erlebnis (20. März 2008)
Binaural, ein unglaublich schönes Album einer unglaublich guten Band. Ich besitze Binaural schon seit langem, bin jedoch vor kurzem erst (weil ich Binaural bei Wikipedia nachschlagen wollte) auf die binaurale Aufnahmemethode gestoßen und hab mir das Album mit Kopfhörern angehört. Die Kombination aus räumlicher Aufnahme und dieser genialen Musik macht Binaural zur einem ganz besonderen Meisterwerk das in keiner Sammlung fehlen sollte, egal ob man Pearl Jam Fan ist oder nicht.Binaural - Der Name ist Programm (25. Februar 2006)
Binaural ist der Titel dieses wundervollen Pearl Jam Albums aus dem Jahr 2000. Über dessen Qualität sagt meine Bewertung schon alles aus. Binaural ist aber auch ein anderer Begriff für das Verfahren der Kunstkopfstereophonie. Dieses Verfahren wurde bei einigen Tracks dieses Albums bei der Aufnahme angewandt. Hierzu wird ein künstlicher Kopf verwendet, der an den "Ohren" jeweils ein Mikrophon trägt. Der Effekt ist der, dass man bei der Wiedergabe ein unglaufblich räumliches Klangbild hat, da der Kunstkopf ja genau da "gehört" hat, wo wir später hören.Das funktioniert allerdings so richtig nur mit Kopfhörern. Also, Kopfhörer auf, CD rein, Augen schließen und es geht los!
Anspieltipp: RIVAL (sehr räumlich wirkende Aufnahme)
Kein Feuerwerk, aber auch kein Rohrkrepierer (6. Februar 2006)
Ihrem Quasi-Meisterwerk, dem Album "Yield", ließen Pearl Jam das noch etwas schwerer zugängliche "Binaural" folgen. Wenn diese Band so etwas wie einen Grundsatz hat, dann ist es doch der, Songs die schlicht und einfach nicht zur Grundstimmung eines Albums passen, gnadenlos auszumustern. Welche Juwelen es deshalb nicht auf die Studioalben geschafft haben, kann jeder mit der Raritätensammlung "Lost Dogs" nachvollziehen. Aber genau das ist auch die Schwäche von Binaural (hier eventuell sogar etwas mehr, als bei den anderen Alben): Es sticht eigentlich kein einziger Song wirklich hervor. Auf Ten hatten wir "Alive", auf "Vs." hatten wir "Daughter", die nächsten beiden lasse ich aus, da das auch sehr homogene Alben sind. Bei "Yield" -ganz entschieden- "Given to Fly" und auf "Riot Act" eventuell "I am Mine". Eigentlich hätte ich sogar für jedes Album zwei Songs nennen können, die nicht unbedingt in das Gesamtkonzept passen. Bei "Binaural" aber passt alles so perfekt zusammen, dass nach ausgiebigen Hören irgendwann einzelne Songs 'untergehen'. "Evacuation" zb. wirkt ein wenig blass (ist sowieso eher 'dahingedrescht'), weil die vorangegangen "Breakerfall" und "God's Dice" sich zu wenig voneinander abheben. "Soon Forget" ist eine nette Idee, aber hätte ich ihn nicht unbedingt vor dem ebenfalls eher ruhigen Closer "Parting Ways" platziert. Genauso wenig das angebracht-luftige, aber auch aus heißer Luft zu bestehen scheinende "Thin Air" nach dem genialen "Nothing as it seems (oder: PJ goes Pink Floyd)". Ausserdem wird der Refrain von "Light Years" nach einer gewissen Zeit langweilig. Trotzdem nicht umsonst die erste Singleauskopplung.Aber mal ehrlich, wenn ich schon auf ein derart schwaches Argument wie 'übermäßige Homogenität' und ein paar schwächere Songs zurückgreifen muss, um diese Platte gegenüber meinem PJ-Lieblingsalbum "Yield" irgendwie abzuwerten, dann kann "Binaural" doch eigentlich auch nicht schlecht sein, oder...? ;-)
Daher verkünde ich: Jeder, der sich auch nur ein wenig für diese Band begeistern kann, sollte dieses Album haben.
Auferstanden zur Vielfalt im Detail (24. August 2005)
,Binaural' wurde von der Kritik als eine Art Auferstehung der Band gefeiert. Dabei sind die Unterschiede zum zwiespältig bewerteten ,Yield' nicht so gravierend, dass so eine Reaktion gerechtfertigt wäre. Hier wie dort gibt es gutes Gitarrenhandwerk, klasse Songs, tiefsinnige Texte und eine Menge Abwechslung.Was,Binaural' unterscheidet, sind die Details. Es gibt zwar wie immer die harten Rocker wie ,Breakerfall', ,Evacuation' und ,Grievance', die aber eher unter soliden PJ-Standard abgelegt werden dürfen. Doch die CD bietet auch interessante Balladen und Midtempo-Songs wie ,Light Years', ,Thin Air' und ,Nothing As It Seems'. Die Nähe zu Pink Floyd ist vor allem beim zuletzt genannten Track nicht ganz zu verleugnen, doch PJ sind zu eigenständig, um flach zu kopieren. Bei ,Rival' grunzt ein Schwein im Hintergrund, in ,Soon Forget' versucht sich Eddie Vedder überzeugend allein an der Ukulele, und in ,Parting Ways' mischen sich Streicher ein - eine absolute Neuerung bei PJ.
Selten war die Band so abwechslungsreich wie hier, ihr Zusammenspiel ist gut und frei wie eh und je, die Songs von hoher Einprägsamkeit, ohne wirklich poppig zu werden. Trotzdem gab es keinen wirklichen Hit, ,Thin Air' konnte sich durch die von Hip Hop und Girl/Boy-Groups beherrschten Charts nicht durchsetzen. Ist vielleicht auch besser so - dann gehören sie ganz uns, den Fans.
Tolle CD! (3. Januar 2005)
Hi,"Binaural" ist meiner Meinung nach eine der besten Pearl Jam CD's die es gibt. Ein perfekter Mix aus ruhigen und lauten Liedern.
Gleich beim ersten Hören hab ich mir gedacht, dass das eine gute CD sein wird und es hat sich bestätigt.
Meine Lieblingssongs sind:
god's dice
thin air
light years
insignificance
grievance
rival
parting ways
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