Verkaufsrang: 34716 (Video)
Actor: Alessandro Gassman
Actor: Francesca D'Aloja
Actor: Mehmet Gunsur
Actor: Halil Ergun
Actor: Francesca D'Aloia
Binding: Videokassette
Director: Ferzan Ozpetek
EAN: 5024165905210
Format: PAL
Format: Untertitelt
Format: Import
Label: Ica Projects Ltd.
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Ica Projects Ltd.
Anzahl Medien: 1
NumberOfItems: 1
Verlag: Ica Projects Ltd.
Erscheinungsdatum: 10. April 2000
Spielzeit: 96
Studio: Ica Projects Ltd.
TheatricalReleaseDate: 25. November 1998
von: Alessandro Gassman (Hauptdarsteller), Francesca D'Aloja (Hauptdarsteller)
Aus der Amazon.de-Redaktion
Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte lang war Italien gerade für Nord- und Mitteleuropäer ein Land der Sehnsucht, ein romantisches Reich, in dem das Leben anderen Gesetzen unterworfen ist und einem anderen Fluss der Zeit folgt. Doch davon kann heute nicht mehr die Rede sein. Italien ist längst Teil der ganzen völlig unromantischen westlichen Welt. Der Blick der Sehnsucht geht auch von dort aus weiter in andere Richtungen, zum Beispiel nach Istanbul. In Ferzan Ozpeteks Debüt Hamam - Das türkische Bad wird die Metropole an der Schwelle zum Orient zur magischen Stadt, die zwei italienische Yuppies, den Innenarchitekten Francesco (Alessandro Gassman) und seine Frau Marta (Francesca D'Aloja), völlig verzaubert.Francesco erbt das Haus seiner vor langer Zeit in die Türkei ausgewanderten Tante und reist nur nach Istanbul, um die Sache so schnell wie möglich zu regeln, den Besitz zu verkaufen und wieder zurückzukehren. Aber der Orient entwickelt einen mächtigen Sog für den zunächst ziemlich widerlichen Karrieristen. Er eröffnet ihm den Blick auf eine Welt mit anderen Werten, die langsam sein Leben übernehmen. Er entschließt sich das Haus der Tante, ein ehemals prunkvolles Dampfbad, zu renovieren -- Istanbul als verwunschenes Reich, in dem geheime, nicht einmal erahnte Sehnsüchte Gestalt annehmen.
Hamam ist eine Liebeserklärung an das alte, noch nicht ganz ins 20. Jahrhundert eingetretene Istanbul mit all seinen langsam versinkenden Traditionen. Die Art, in der Ferzan Ozpeteks Film diese eigene Welt romantisiert, stellt sein Debüt in eine Reihe mit Thomas Manns Der Tod in Venedig und Wayne Wangs grandiosem Chinese Box. Immer geht es um Orte, an denen ab einem gewissen Zeitpunkt das Fremde zum Vertrauten wird. Dann verliert die Heimat ihren Reiz und eine Rückkehr scheint sinnlos. Es bleibt nur das Verweilen in der heimisch werdenden Fremde, bis zum Ende, das manchmal der Tod und manchmal ein neues Leben sein kann. --Sascha Westphal
Kundenrezensionen zu 'Hamam - The Turkish Bath [UK IMPORT]'
"Ein eigenartiger Wind... Fast schmeichelnd. Und er liebt mich." (27. August 2008)
Die italienisch-türkische Koproduktion erzählt von dem italienischen Innenarchitekten Francesco (Alessandro Gassmann, der Sohn von Vittorio), der von seiner nach Istanbul ausgewanderten Tante ein Hamam erbt. Zunächst möchte er so schnell wie möglich verkaufen, als er aber am Verhandlungstag von seinem Anwalt erfährt, dass die Käuferin, eine skrupellose Investorin, das ganze Viertel abreißen möchte, beschließt er, das Hamam zu renovieren und weiter zu betreiben. Herzlich von der Bedienstetenfamilie seiner Tante aufgenommen, verzögert er immer wieder seine Abreise, gerät, während er die Briefe seiner Tante liest, immer weiter in den Bann der Stadt und verliebt sich in den jungen Mehmet (Mehmet Gunsur). Als seine Frau ihn wegen der Scheidung aufsucht, findet sie einen vollkommen veränderten Mann vor: sie verliebt sich erneut.Ich denke, dass ich nicht zu viel spoilere, wenn ich verrate, dass das Istanbul-Abenteuer für Francesco schrecklich endet, was meines Erachtens allerdings nicht -wie manche anderen Rezensenten denken- mit seinem Coming Out zusammenhängt (obschon Homosexualität auch heute noch ein großes Tabuthema in der Türkei ist). Für mich ist in diesem Zusammenhang die Begegnung mit der Investorin von Bedeutung. Nie habe ich nach Henry Fondas Auftritt in "Spiel mir das Lied vom Tode" so eiskalte Augen gesehen. Gruselig. Für seine Frau Martha (Francesca d`Aloja) ändert sich alles. Auch sie wird vom "eigenartigen Wind" der Stadt betört.
Wenn es etwas kritisch anzumerken gibt, so ist es die Tatsache, dass sehr mit den europäischen Erwartungen zum Thema Hamam gespielt wird ("es lockern sich die Sitten" usw.). Das Hamam hatte lange Zeit v.a. eine soziale Bedeutung (der Patron lud, bevor die Wohnungen über fließendes Wasser verfügten, seine Arbeiter regelmäßig ins Hamam ein). Eine gewisse Vertrautheit unter Männern sollte nicht den Rückschluss zulassen, dies habe gleich etwas mit Sexualität zu tun.
Im Wesentlichen beschreibt der Film die Begnung eines europäischen Workaholic mit dem Orient. Innerhalb kurzer Zeit entschleunigt er sein Leben, erlernt eine neue Sprache, entdeckt neue Interessen und damit neue Seiten an sich selbst, auch eine neue Liebe. Relativ handlungsarm zeigt er einen jungen Mann, der zunehmend empfänglicher wird für den Hüzün, jene schwermütige Stimmung der Stadt, die sich in einer kühlen Brise am Abend verflüchtigt.
Die betörende Musik, oft im Herzschlag schneller als die zunehmend langsamere Handlung, sorgt für eine etwas bedrohliche Stimmung. Schade, dass Ferzan Ozpetek nicht die Stadt selbst als "Hauptdarstellerin" verpflichtet hat. Viel zu oft wird für meinen Geschmack abgeblendet. Mehr Außen- als Innenaufnahmen hätten diese Faszination wahrscheinlich noch verstärkt. Die Stimmung überträgt sich auch durch einen Klangteppich. Oft wird türkisch gesprochen, aber nur die wichtigsten Passagen sind untertitelt. So kann sich auch der Zuschauer diesem eigenartigen Gefühl einer faszinierenden Fremdheit überlassen.
Interessanterweise wird der Film von Pro Fun Media vertrieben, die damit werben, dass sie gerne Werbung in neutralen Umschlägen verschicken. Natürlich geht es in dem Film auch um Homosexualität, das ist aber nur ein Aspekt unter vielen. Letztlich gibt es nur eine (allerdings sehr erotische) Kussszene. Wer auf einen Film mit einschlägiger Theamtik hofft, dürfte enttäuscht werden. Dies ist ein Film für Melancholiker, gleich welcher sexuellen Orientierung, mit einem wunderbar poetischen Ende. Schön!
Der Film ist optional deutsch untertitelt. Format: 1: 1,66, beide Tonspuren DD 2.0. Als Extras gibt es mehrere Trailer, ein Kurzinterview mit dem türkischen Produzenten (knapp 4 min.), Informationstafeln zu den Hauptdarstellern, eine Bildergalerie, Linkhinweise.
Schöner Film auch über das "alte" Istanbul (16. Mai 2008)
Das Hamam ist ein Film, der eher ruhig und besinnlich ist, was nicht heißen soll, dass hier ein zwar atmosphärischer, sonst aber langatmiger Film zu erwarten wäre. Im Gegenteil, die Geschichte, besonders in der Beziehung des Paares in der Hauptrolle, ist von starken Konflikten geprägt und das Aufeinandertreffen zweier Kulturen tut hier sein übriges. Im Mittelpunkt steht die alte türkische Badekultur, die des Hamam, des Dampfbades. Der Film ist neben Beziehungsdrama vor allem auch ein Nachruf auf das Schwitzen in dieser besonderen Atmosphäre. Hier sehr schön dargestellt. Interessant ist bei diesem Film auch die Kulisse, des alten Stadtteils mit seinen Holzhäusern und der dörflichen Struktur. Besonders hervorheben möchte ich auch noch den Soundtrack, der mir sehr gut gefallen hat. Einfach mal ein schöner Film.Gesetz der Levante (31. Juli 2003)
Ich habe diesen Film mit einem zwiespältigen Gefühl gesehen.Die Reise des italienischen Protagonisten aus dem fast emanzipierten Italien nach dem nahen (doch so fernen ) vorderen
Orient, das plötzliche Stillstehen der Zeit: alles sehr schön. Das allmähliche Kennenlernen einer vor-modernen Gesellschaft. Dass dieser Film mit viel Liebe gedreht wurde, erscheint
mir offensichtlich. Die Dramaturgie folgt aber dem düsteren Gesetz des Mittelmeeres: die Beziehung der zwei jungen Männer ist echt, aber nicht lebbar, also wird ein Partner geopfert.
Dies altbekannte Schema wird eingehalten und das ist - trotz aller Schönheiten des Films - die eigentliche Enttäuschung.
![Hamam - The Turkish Bath [UK IMPORT]](http://ecx.images-amazon.com/images/I/41C1KERJRQL.jpg)




