Aus der Amazon.de-Redaktion
Oh, was für ein Cover. Da vergeht einem glatt die Lust, sich noch die Platte anzuhören. Sind Spiegel seit Look At Yourself von Uriah Heep nicht verboten? Und der hier hängt noch in einem rustikalen Rahmen, hinter dem eine weinrote Tapete mit altertümlichen Motiven klebt. Dann nennt sich die Band auch noch Bright Eyes und gibt Songs solche Titel wie "A Scale, A Mirror And Those Indifferent Clocks...". Uff! Ist der erste Schreck verflogen, stellt sich so langsam Aufmerksamkeit ein, denn hinter Bright Eyes steckt mit Conner Oberst ein ausgeschlafener Singer/Songwriter. Der junge Mann mit einem Milchbubi-Gesicht hat Fevers And Mirrors im zarten Alter von nicht einmal zwanzig Jahren geschrieben und ist überwiegend das einzige Mitglied von Bright Eyes.Schon mit vierzehn gründete Conner in Omaha/Nebraska seine erste Band Commander Venus, die nach den beiden Platten Do You Feel At Home? und Uneventful Vacation 1998 auseinanderbrach. Conner hatte sich schon zu der Zeit den Ruf eines Wunderkindes erspielt und dieses Album hier untermauert diese Behauptung. Conners leicht folkige Gitarrensongs, die sich mal zurückziehen, zart klingen und dann ausbrechen, leben von seinen teilweise non-fiktiven Geschichten. Er scheint immer wieder seine Zeit in einer sehr strengen katholischen Privatschule verarbeiten zu müssen. Wo Altersgenossen zum Fußball gehen, sich für Mädchen und Autos begeistern, da singt Oberst traurige, fast depressive und zerrissene Songs, deren Tragik und Traurigkeit von großer Schönheit sind. --Sven Niechziol
Kundenrezensionen zu 'Fevers & Mirrors'
Etwas Besonderes (27. November 2006)
Meiner Meinung nach nimmt "Fevers and Mirrors" eine ganz besondere Stellung in dem Werk von Bright Eyes ein... es ist ein sehr, sehr depressives Album, bei dem es einem manchmal ganz anders wird (was Conor Oberst da mit seiner Stimme macht ist schlichtweg unglaublich), die Texte sind sehr lyrisch, symbolgeladen, emotional.Ich denke, dass sich Bright Eyes musikalisch weiterentwickelt haben, die Stücke sind auf eine gewisse Art ausgereifter als auf der "Letting Off The Happiness". Auch kann ich behaupten, dass ich jedes einzelne Stück auf diesem Album liebe (was z.B. auf das Album davor, "Letting Off..." und jenes danach "Lifted Or The Story Is In The Soil Keep Your Ear To The Ground" nicht zutrifft). Um meine trotzdem ganz persönlichen Lieblinge zu nennen, so empfehle ich Track 3 "The Calendar Hung Itself" und Track 8 "Haligh Haligh A Lie Haligh".
Ich wiederhole hiermit zwar nur das, was klügere Menschen schon vor mir beschwört haben, aber mit diesem Album offenbart sich euch eines der größten Songwritertalente der Gegenwart!
Momente der Melancholie (20. März 2005)
Eine ganz große Platte ist das. Übertrifft das hochgelobte "Lifted" sogar noch. Ein wunderschönes Intro geht über in das zerbrechliche "a spindle". Das ruhigste Stück der Platte. Conor Oberst zelebriert die Traurigkeit, und das mit gerade mal 20 Jahren. Alleine am Klavier bei "When the curious girl", von einer Harfe begleitet bei "Sunrise, sunset", oder als große Hymne "Something vague". Und dabei gehe ich jetzt nur auf die Musik ein. Einen ganz anderen Glanzpunkt setzten die großartigen Texte des jungen Amerikaners. Tieftrauriges, wie "Arienette" oder "the movement of a hand" beeinhalten wunderschöne Textzeilen - so fleht er besagte Arienette an, doch bei ihm zu bleiben, bis die Wölfe verschwunden sind.Es ist eine großartige Platte voller wunderschöner Melodien. Und außerdem diesem Lied "an attempt to tip the scales", das eigentlich ein Riesenhit hätte werden sollen.
KEIN Britpop! (8. Januar 2005)
Besitze das Album nun schon geraume Zeit, ebenso wie auch "Letting of the Happiness", "Lifted" und die "Collection of songs" und ich höre alle Alben auch nach etwa 2 Jahren noch nahezu täglich. In bestimmten Phasen auch mal 2 Tage lang am Stück. Die Kritik an Conors Stimmchen lass ich mir ja noch gefallen, denn die ist durchaus Geschmackssache. Ebenso wie die recht einfach gehaltene, schlecht abgemischte, dadurch aber sehr authentische Musik. Das muss nicht jedem gefallen und so soll das ja auch sein. Conors Texte...In ihnen findet man sich wieder. Selten fiel mir das gefühlsmäßige Verstehen der englischen Sprache so einfach. Er benutzt eine einfache, bildhafte, wunderbar poetische Sprache, die sich einem nicht verschließt, sondern die erfasst werden will.Was ich aber unbedingt klarstellen möchte und was eigentlich auch Grund für das Schreiben dieser Rezension war: Conor ist KEIN Britpop. Wie man auf diesen Gedanken kommen kann, ist mir auch nach 2 Jahren mit dieser Musik völlig unklar. Man mag es Folk nennen, vielleicht auch irgendwie Emo (ohne den Punk ;-)), aber ganz sicher ist es kein Britpop.
Zur CD kann ich soviel nicht sagen, da ich alle Alben von Bright Eyes liebe und mit 5 Sternen bewerten würde. Es ist einfach unglaublich traurige, authentische Musik, die einem Tränen in die Augen treibt, gleichzeitig aber immer die Hoffnung am Leben erhält, alles könnt nur halb so schlimm sein. Schließlich hat man einen Freund, der einen versteht, dem es ähnlich geht. Der daraus Großes geschaffen hat. Der seine Krisen sinnvoll umgesetzt hat, bewiesen hat, dass das geht. Ein Leben ohne Bright Eyes kann ich mir, grad in depressiven Momenten, aber durchaus auch dann, wenn ich gut drauf bin, nur noch sehr schlecht vorstellen. Tanzbar ist Bright Eyes wohl aber nicht. Soll man auch gar nicht, schließlich ist man mit Zuhören beschäftigt.
Nun ja, allen die Conor für sich entdecken und sei es auch erst mit seinen neuen 2 Alben gratuliere ich und ich wünsche ihnen viel Vergnügen mit dieser Musik.
Weiß nich weiß nich (20. März 2004)
Also a) steh ich nich so auf Britpop (ja ich weiß, daß der Typ Amerikaner ist), b) die Stimme vom hochgelobten Connor Oberst ist soooo.... schrecklich "JUNG" !?!? (und - Entschuldigung - auf ungebührliche weil nicht erklärbare Art "HYSTERISCH") Und dann macht es immer "Pling, plang, plong" - auf mystisch - und es ist überhaupt nicht mystisch. Ich kann dieses Machwerk nicht so abnehmen, obwohl es mir unangenehm ist, hier den Musik-TÜV zu mimen. Dieses Zittern in der Stimme, weiß nich weiß nich...Wenn er wild wird, gefällt er mir andererseits GUT !!! (Lied Nr. 6). Lied Nr. 7 ist auch nicht schlecht, sogar eigentlich gut, trotzdem weiß ich einfach nich.... Aber na ja, Lied Nr. 8 hat auch einen netten Refrain, und dann diese unsägliche Britpop-Einlage !... Also - 3 Sterne. Fertig.
Großartig!! (26. Juni 2003)
Ruhige, zumeist traurige Songs, größtenteils gespielt mit Akkustikgitarre, gesungen von einem 20-jährigen voller Weltschmerz! Es hört sich an als hätte man im Wohnzimmer aufgenommen, als würde er für einen seiner Freunde singen! Unglaublich gefühlvolle und wunderschöne Musik inklusive emotionaler texte, gesungen von einer unglaublich zarten und emotionsgeladenen Stimme!!"..da singt Oberst traurige, fast depressive und zerrissene Songs, deren Tragik und Traurigkeit von großer Schönheit sind!.."
Anspieltipps: Something Vague
Centre Of The World
Attempt To Tip The Scale




