Aus der Amazon.de-Redaktion
Es hat mal wieder gedauert mit dem neuen De-La-Soul-Album. Veröffentlichungswütig war das Trio aus Long Island/New York noch nie, aber vier Jahre sind mittlerweile vergangen, seit ihr cool und jazzig groovendes Werk Stakes Is High 1996 herauskam. Damals hatten sie mit Mos Def und Common zwei Gast-Rapper geladen, die später selber Stars geworden sind. Kelvin Mercer alias Posdnous, David Jolicoeur alias Dave (ex-Trugoy) und Vincent Mason alias Maseo selber waren immer in der ersten HipHop-Liga und dort Freidenker aber nie Trendsetter. Stile und Stars kamen und gingen, De La Soul blieben -- unantastbar und respektiert. So entwickelten sie sich zu einer Institution, die frei von Skandalen, Exzessen oder Großmäuligkeit blieb, dafür fast bescheiden an der eigenen musikalischen Expansion arbeitete. Diesem Anspruch werden De La Soul mit Art Official Intelligence: Mosaic Thump mal wieder gerecht. Der erste Teil einer geplanten Triologie überrascht mit einer selbst für die US-Band erstaunlichen Stilvielfalt. Die reicht von R&B mit Gast-Sängerin Chaka Khan auf "All Good" über eine recht ruppiges Meeting mit Busta Rhymes auf der brummenden Funk-Nummer "I.C. Yall" oder dem spartanischen "Squat!" mit den Beastie Boys Mike D. und AD Rock. Dem Album ist immer wieder anzumerken, dass De La Soul kein ausgetüfteltes Konzept verfolgen, sondern sich von Song zu Song vorarbeiten. Da bereitet das Zuhören richtig Freude. --Sven NiechziolKundenrezensionen zu 'Art Official Intelligence: Mosaic Thump'
Eigentlich 6 Sterne (26. Februar 2001)
Es gibt in jedem Musikgenre Gruppen und Künstler, die ihren Kollegen und der Zeit immer ein Stück voraus sind. Im HipHop stellen De La Soul sicherlich eine dieser Gruppen dar, die mit jeder neuen Scheibe die Musik ein wenig reformieren.Dabei wirken die drei New Yorker auf den ersten Blick wie ein Relikt aus früherer Zeit. 1988 haben sie die Welt erstmals mit ihren Beatz und Reimen verzaubert. 1988, eine Zeit als Tommy Boy zu den aufstrebenen Labels in den USA gehörte, eine Zeit, in der HipHop noch eine Randgruppenerscheinung war. Schon damals wurden sie von Kollegen, Fans und Kritikern als die "Hippies im HipHop" gefeiert, ein Begriff der ihnen selbst freilich nicht sehr gefiel. "Plug In" hiess die erste De La Soul 12", es folgte '89 das gefeierte und bis heute oft zitierte "3 Feet High And Rising".Anfang der 90ziger kam "De La Soul Is Dead" auf den Markt, '96 hörte man das bis heute letzte Lebenszeichen der Souler: "Stakes Is High".
Aber irgendwie war immer klar, dass De La Soul nie verschwinden würden, nie verschwinden können. Denn wenn De La Soul, bestehend aus Posdnous, Dave und Maseo, etwas herausbringen, trifft es immer den Geschmack der HipHop Headz. Das Besondere des New Yorker Trio ist aber, dass sie keinen Trends folgen, sondern immer Trends gesetzt haben und auch weiterhin setzen werden.
Das beweist auch ihr neues Werk "Art Official Intelligence: Moasaic Thump". Während ihre amerikanischen Kollegen in letzter Zeit oft Endzeittheorien verkünden und dementsprechend ihren Alben Namen bestehend aus Zahlen (2000 oder Millenium war ja in letzter Zeit öfters zu hören und zu lesen) geben, kommen De La Soul mit einem Albumtitel zurück, über den man wahrscheinlich ein ganzes Interview führen könnte.
De La Soul kommt es nicht nur auf den Inhalt ihrer Musik an, sie muss auch demnetsprechend innovativ präsentiert werden. Und so haben sie sich auch für ihr aktuelles Album wieder etwas Besonderes einfallen lassen: Doppel-CDs kennt man ja schon, De La Soul setzten noch einen drauf: " Art Official Intelligence: Moasaic Thump" ist der erste Teil einer Musiktrilogie, die beiden anderen Alben werden in Abständen von knapp 2 Monaten folgen.
Der Name ist Programm: Das, was ihre Musik am meisten auszeichnet, ist wohl, dass man in jeder einzelnen Zeile, in jedem Beat, merkt, dass Posdnous, Dave und Maseo ihren Scheiss aus Liebe machen - De La Soul Rap ist Rap mit Seele.
De La Soul haben bei ihrem aktuellen Werk kein bestimmtes Konzept verfolgt. Pos sagt dazu: "Ich persönlich setzte das Gefühl des Albums mit '3 Feet High And Rising' gleich, und zwar weil es ebenfalls ein Album war, das kein wirkliches zugrundeliegendes Thema hatte". Aber De La Soul müssen auch kein bestimmtes Thema verfolgen, das würde ihren kreativen Output möglicherweise auch nur beschränken und behindern. Alle 17 Tracks der Platte ergeben ein Gesamtkunstwerk, das sich beim genaueren Studieren mosaikartig zusammensetzt. Man findet keinen Durchhänger auf dem Album, es gibt keinen schlechten Track. Vom Intro bis zum letzten fulminanten Track "U Don't Wanna B.D.S. (Bust Dat Shit)" - feat. dem burnenden Freddie Foxxx - wirken De La Soul fast schon unverschämt souverän. Über jeden erdenklichen Beat wird geflowt, alle gefeatureten Artists müssen vor der Grösse des New Yorker Trios kapitulieren.
De La Soul's Musik ist entspannt, ohne einzuschläfern. Sie verzichten zu Recht auf leere Phrasen, unnutzes Gepose - it's just dope hiphop, babees !
Also, wer das Album verpasst, der hat später nichts zu erzählen ! In diesem Sinne: Beweist den Godfathern des Raps Euren Respekt und kauft den Scheiss !






