Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Jean Michel Jarre 1978 Equinoxe herausgab, da hatte er eine Phase drastischer Veränderungen in seinem Leben hinter sich. Mit dem Vorgängeralbum Oxygène war der Musiker aus Lyon über Nacht weltberühmt geworden. Der Millionseller hatte ihn von den tiefsten Nobody-Niederungen in schwindelerregende Starhöhen katapultiert. Dementsprechend hochgesteckt waren die Erwartungen, die man an den Nachfolger knüpfte. Doch Monsieur Jarre ließ sich davon nicht beirren. Er nahm auch Equinoxe wieder daheim in seinem zum 8-Spur-Studio umfunktionierten Wohnzimmer auf und entwickelte seine "Hintergrundmusik fürs alltägliche Leben" (O-Ton Jarre) gelassen weiter. Die vierte Veröffentlichung im Langspielformat, für die lange vor dem Erscheinungstermin schon 1,5 Millionen Bestellungen vorlagen, legte der Franzose als Konzeptalbum an. In acht sinfonisch anmutenden Instrumentalstücken reflektierte er den Ablauf eines 24-Stunden-Tages, wobei jedes Musikstück eine andere Tages- oder Nachtzeit repräsentierte.
In seinem verkabelten Cockpit, bestehend aus diversen Synthesizern, Mellotron, Vocoder, Rhythmuscomputer und Sequencer, kreierte Jarre seinerzeit einen gefühlvoll-warmen Elektronikklang, der das Vorurteil von den leblosen und steril tönenden Musikmaschinen gründlich widerlegte. Er entlockte den Mikroprozessoren seines Equipments eingängige Ohrwürmer, die mittlerweile so populär sind, daß sie die Spatzen von den Dächern pfeifen. Besonders die zum Mitsingen einladende Komposition "Part V" ist längst so etwas wie ein Gassenhauer des Computerzeitalters. --Harald Kepler
Kundenrezensionen zu 'Equinoxe'
Immer noch Gänsehaut (24. September 2007)
Eigentlich ist schon alles gesagt,Jarres ersten beiden Großerfolge gehören ganz klar in die Sparte Musikgeschichte und haben nach wie vor nichts von ihrer Faszination verloren.5 Sterne? Eigentlich zu wenig! Leider verblasste Jarres musikalische Genialität mit Magnetic Fields und aus welchen Gründen auch immer konnte er kein vergleichbares Werk mehr schaffen.Tages und Nachtgleiche (16. Mai 2007)
Die Idee, einen der beiden Tage des Jahres zu "vertonen", wo die Nacht in etwa gleichlang wie der Tag ist finde ich genial. Einen Sonnenaufgang mittels elektronischer Klänge umzusetzen und dabei wirklich Bilder im Kopf entstehen zu lassen war und ist außergewöhnlich. Widmet sich "Oxygene" dem Thema "Sauerstoff" so hat "Equinoxe" noch deutlichere Bezüge zum gewählten Thema "Tag/Nacht". Aber auch ohne diesen Bezug ist dieses Album für mich die bislang gelungenste Komposition von Jarre.Wie in einigen Besprechungen schon erwähnt muß man dieses Album als Ganzes hören, einzelne Titel herauszupicken zerstört den Zusammenhang der Kompositionen, die nur in ihrer kompletten Version ihre Magie entwickeln... Leider hat es bislang (außer der Fortsetzung von Oxygene) kein weiteres Album mehr von Jarre gegeben, welches derart faszinierend als Ganzes zu hören ist. "Band in the rain", wie einer der Titel auf diversen "Best of" oder "Live-Alben" bezeichnet vermittelt tatsächlich diesen Eindruck. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt geben kann, dann vielleicht der, das das Album relativ kurz ist. Aber für damalige LP-Verhältnisse war die Spielzeit halt begrenzt. Ich wünsche mir von diesem Album ebenfalls eine Fortsetzung, oder aber zumindest mal wieder ein Jarre-Album, welches eine derartige Thematik aufgreift und umsetzt.
Natürlich hat auch Jean Michel Jarre seine künstlerische Weiterentwicklung erfahren, leider führte das nicht immer zu derart spektakulären Ergebnissen wie seinerzeit Equinoxe. Zu erwähnen wäre noch, das das Remastering unglaublich gelungen ist und erst jetzt hört man das komplette Klangspektrum dieser genialen Aufnahme. Vielleicht liest Herr Jarre sich seine "Kritiken" mal durch, oder bekommt sie in seine Muttersprache übersetzt...
Uns Hörern wäre es zu wüschen. Satte 5 Sterne, weniger wären Blasphemie.
Einfach Prefekt (18. März 2006)
Equinox war und ist über Jahre musikalisch für einer der Wegbegleiter. Wie überhaupt unerreichbar ist dieser Sound aus den '70 einfach zeitlos.Macht sich zu jeder Gelegenheit gut, ob "nur" zum träumen oder zur tollen Party. Man kann zur jeder Situation immer wieder etwas hinein interpretieren.Geniale Musik, die ihrer Zeit weit voraus war (30. Juli 2005)
Diese CD begeistert mich nun schon seit über 20 Jahren. Jean Michel Jarre war und ist einer DER Begründer der elektronischen Musik.Dieses Album zählt für mich auch heute, 20 Jahre später, zu einem der besten Instrumental-Alben, die ich je gehört habe.
In den frühen 80er Jahren werde ich, geboren 1968, bin ich, als Equinoxe 5 bei einer Reportage über Fallschrimspringer im Hintergrund lief, im Herzen fast ausgerastet.
Gerade dieses Stück war eine völlig neue Art von Musik, die ich bisher nicht gekannt habe.
Es dauerte eine Zeit lang, bis ich herausgefunden hatte, wer solch eine geniale Musik machte.
Zuerst kaufte ich mir die MC "Musik aus Zeit und Raum", später dann das Album Equinoxe, wo ich dann ENDLICH das komplette Album hören konnte.
Für mich war es 1984 ein besonderes Erlebnis, die ersten Zigaretten zu rauchen und nebenbei Eqinoxe 5 zu hören. Ich schwebte wie auf Wolke 7.
Fazit: Ein Album, das seiner Zeit weit voraus war und es heute noch ist.
Neuere Produktionen von Jarre fehlt es leider an leidenschaftlichen Kompostionen, wie sie Eqinoxe auch heute noch bietet.
eine von jarre's besten (19. Juni 2004)
für viele stellt jarre's erstling "oxygene" den himmel auf erden dar, doch für mich persönlich geht equinoxe klanglich noch eine spur weiter, klingt feiner und interessanter. auch die kompositionen (nebst ausnahmen) erscheinen für mich verspielter, reifer, als auch energischer und grooviger. man höre sich vor allem die bass-sequenz im intro von equinoxe VII an, die teilweise schon funky anleihen in sich trägt.part II besticht durch seine ruhe, und kosmischen phaser-sounds, die die stimmung von oxygene weiterführen. part III fasziniert mich vor allem wegen den extremen glockigen sounds, die frequenzmässig das antialiasing im cd player auf die härteste probe stellen. part IV war schon immer eines meiner lieblingsstücke durch die energie, die davon ausgeht, genauso wie ich das gewaltige unvermittelte gewitter-intro von part V immer geliebt habe.
jarre lässt hier seinen klanglichen einfällen freien lauf und zaubert arpeggios und klangläufe, die wahrscheinlich in mühevollster handarbeit eingespielt werden mussten. für mich eines seiner besten werke, wundervoll und druckvoll abgemischt, das klanglich seinesgleichen sucht und den sound der guten alten analog-synthesizer im besten licht präsentiert, ohne jemals plasik-mässig oder kalt zu klingen.





