Aus der Amazon.de-Redaktion
Johnny Cash at Folsom Prison, das Album aus dem Jahre 1968, das Johnny Cash zu einem festen Begriff werden ließ, hielt sich nur zwei Wochen an der Spitze der Billboard-Charts. Dieses 1969 erschienene Nachfolgealbum war 20 Wochen lang die Nummer eins. Wie schon bei Johnny Cash at Folsom Prison litt auch die ursprüngliche San Quentin-LP an Platzmangel. 31 Jahre später erst war der Auftritt endlich in vollem Umfang zu hören. Alle damals aufgezeichneten Darbietungen, unter anderem der Single-Hit dieses Albums, Shel Silversteins "A Boy Named Sue", werden hier zum ersten Mal ungeschnitten präsentiert. Ebenso beeindruckend sind die acht wieder hergestellten Tracks und die ungeschnittenen Ansagen zwischen den Songs.Johnny Cash beginnt mit "Big River" und "I Still Miss Someone", und diese Darbietungen sind einfach umwerfend. Genauso sind die vier Songs zum Abschluss, bei denen Johnny Cash mit allen anwesenden Musikern (the Carter Family, Carl Perkins und den Statler Brothers) auftritt. Ihre Interpretationen von Gospels ("He Turned The Water Into Wine", "The Old Account" und eine frühe Fassung von "Daddy Sang Bass") sind genauso faszinierend wie ein abschließendes Medley, an dem sich alle beteiligen. Bis zum heutigen Tag ist er -- auch durch Krankheit -- nicht zu bremsen, aber hier präsentiert sich Johnny Cash in überschäumender, urwüchsiger Bestform. --Rich Kienzle
Kundenrezensionen zu 'At San Quentin (the Complete 1969 Concert)'
gerockt!!!! (19. November 2007)
Ich kam über den Spielfilm erst wirklich auf Johnny Cash.War für mich bis dahin eher so ein auslaufendes Dinosaurier-Modell...nix von Bedeutung.
Aufgrund des Filmes habe ich mich dann doch mal an dieses, wie ja auch im Film, entscheidende Live-Album gewagt.
Und siehe da!
Da wird live abgerockt, nix mit schnulziger Country-Sentimentalität. Da hat einer was raus zu lassen...volles Rohr...hat mich total begeistert.
Klar, Livesound war damals noch nicht sooo klasse; aber für die CD haben sich die Tontechniker echt Mühe gegeben.
Diese CD brennt, brennt, brennt unter der Haut!
leider doch nicht "complete" . . . (3. August 2007)
ein stück musikgeschichte :der auftritt in san quentin ist legendär
und bedarf keiner weiteren ausführung.
frech ist es aber dieses album als "COMPLETE" zu verkaufen !!!
wer es auch nur annähernd komplett haben möchte,
muss zur LEGACY-EDITION greifen.
Hier gibt es zwei cd's und die englische grenada-dokumentation auf dvd,
die dazu noch liebevoll tontechnisch überarbeitet und nicht verschlimmbessert wurden.
also leute - geiz ist nicht immer geil . . .
investiert ein paar euronen mehr und kauft was gescheites
und das kann nur die LEGACY-EDITION sein !!!
Cash macht sich unsterblich; die Zweite! (17. Dezember 2006)
Von Johnny Cash braucht der Nischen unbehaftete Musikkonsument an und für sich nicht viel. Im Großen und Ganzen reicht hier für die meisten wohl eine "Best Of". Wer solche, meist lieblos zusammengestellte, "Best Of"-Scheiben aus gutem Grund nicht mag, dem seien, zumindest was Johnny Cash anbelangt, die Gefängnis-Live-Aufnahmen "At San Quentin" und "At Folsom Prison" ans Herz gelegt. Hier zeigt sich der spröde Barde von seinen absolut besten Seiten. Ich habe die Vinyl-Originale seit Anfang der 70er im Plattenschrank stehen und behaupte (mal frank und frei), dass diese Scheiben mit zu den hundert wichtigsten der Rockmusikgeschichte zählen und für mich rangmäßig noch vor Dylans "Blonde On Blonde" rangieren. Die "At San Quentin" ist in dieser Ausgabe hervorragend aufgenommen, remastered und somit absolut empfehlenswert!Sie zeichnet sich vom ersten Take an als ein überragendes Live-Album aus und hat genau das, was überragende Live-Aufnahmen brauchen: Atmosphäre!!! Man hat das Gefühl mittendrin zu sein, mit Blechtassen auf Blechteller zu klopfen, mit den Füßen zu stampfen und mit den Ketten zu rasseln. "At San Quentin" ist ein Ereignis, dass sich, vom Wert her, durchaus mit "Live At Leeds", "Made In Japan" oder "One More From The Road" messen kann! -Der Musikstil ist halt ein anderer. Aber wie dem auch sei: "At San Quentin" ist großartig! -Viel Spass beim Hören!
"I can't get it, man!" (7. April 2006)
Vom "Hello, I'm Johnny Cash"-Intro bis zum erstmals veröffentlichten Wahnsinns-Schluss-Medley, bei dem alle Beteiligten nochmal so richtig loslegen: Diese CD "perfekt" zu nennen, wäre eine bodenlose Untertreibung. Mit ihr messen kann sich höchstens Cashs "At Folsom Prison" aus dem Jahr zuvor."San Quentin" klingt etwas härter als "At Folsom", ist stärker vom Rock'n Roll geprägt, aber musikalisch ist das Album genauso vielseitig: Gospel, Blues und Folk kommen ebenso zu ihrem Recht, in wunderbaren, bis dato unbekannten Versionen von "The Old Account Was Settled Long Ago", "Peace in the Valley", "Don't Know Where I'm Bound", Carl Perkins' "Daddy Sang Bass" (mit stimmkräftiger Unterstützung der gesamten Truppe!), Dylans "Wanted Man"... Und dann natürlich der "Folsom Prison Blues". Herz, was du begehrst... und noch mehr.
Und mit dieser CD bekommt man erstmals das (fast -- dazu später) vollständige Konzert zu hören: 8 (in Worten: acht) zusätzliche Tracks sind hier enthalten, jeder einzelne mindestens so gut wie die bereits von der LP bekannten, und die musikalische Bandbreite ist enorm erweitert. Außerdem wurde die Zensur endlich rückgängig gemacht -- "A Boy Named Sue" ohne überpiepste Kraftausdrücke, und überhaupt: Endlich Johnny Cashs komplette Ansagen, ungekürzt, unzensiert. Ohne sie wäre das Album nicht das, was es ist: einmalig, "Johnny Cash at San Quentin" eben.
Soviel fürs erste zur Musik -- aber Cashs "Knastalben" sind nicht nur musikalische Meilensteine. Was für "At Folsom Prison" gilt, gilt nämlich auch hier: Wer außer Johnny Cash hätte es bringen können, seine berühmte Zeile "I shot a man in Reno just to watch him die" im Hochsicherheits-Gefängnis zu singen, ohne sich lächerlich zu machen, und ohne gelyncht zu werden (oder beides, oder noch schlimmeres)? Cash bringt es, und auch wenn der Funke eh schon längst übergesprungen ist seit seinem ersten Satz -- jetzt übertrifft er sich endgültig selber. Oder sein "San Quentin", am Tag zuvor entstanden aus den niederschmetternden Eindrücken beim Betreten von San Quentin. Er muss es gleich wiederholen, eine Zugabe mitten im Konzert. Aber auch: Wer außer Cash hätte es wagen können, nach einem halben Dutzend mitreißender Nummern einen Gospel (He Turned the Water into Wine) anzusagen, ruhig, persönlich, ohne Pathos?
Die Stimmung kocht also, aber sie kocht nicht über -- dank Johnny Cash, dessen unglaubliche Präsenz man nicht nur hört, man spürt sie förmlich. Er kommt nicht als mildtätiger Onkel daher, nicht als nassforscher Möchtegern-Wohltäter oder als auf Kumpel machender Bekehrungsprediger, der partout beweisen will, dass er auch unanständige Wörter kennt: Nein, von der ersten Sekunde an steht er auf Augenhöhe mit seinem Publikum. Ungezwungene Plaudereien, schlagfertige Bemerkungen, sarkastische Kommentare, fiese Witze: alles kann man hören, zwischen den Songs und auch mittendrin, nichts davon ist aufgesetzt oder leutselig; alles ist so echt, wie ein Mensch nur sein kann. Am deutlichsten erkennt man das vielleicht in "Starkville City Jail", wo Cash mit viel Freude am skurrilen Detail berichtet, wie er einmal wegen nächtlichen Blumenpflückens inhaftiert wurde. Oder das Intermezzo mit der Blechtasse... Oder, oder... Homerisches Gelächter im Hochsicherheitstrakt.
Überhaupt, es sind diese vielen kleinen feinen Sahnehäubchen, die man erst nach und nach auf dieser CD findet: Etwa "A Boy Named Sue" -- ein klasse Country-Song, witzig sowieso, und niemals zuvor wurde eine Keilerei schöner besungen. Und selten war Cash mehr "country" als hier -- nur merkt man's nicht sofort. Sowas geht eben nur, wenn sich ein Meister ans Werk macht. Und wie alle großen Meister ist auch Cash bescheiden -- man höre sich einfach seine Ansage zu "Wanted Man" an, oder seine Vorstellung der anderen Musiker, dann weiß man, was ich meine.
Nur ein kleiner Wermutstropfen schleicht sich ein: Das Album ist zwar gut und gern doppelt so lang wie die alte Fassung, und gleich beim ersten Hören kriegt man den Mund nimmer zu vor Entzücken. Aber "vollständig" ist's leider immer noch nicht: Wer genau hinhört, dem fällt z.B. auf, dass "Jackson" zwar angesagt wird, nach "Peace in the Valley" ("the third from now") -- aber es kommt nicht. Und wie man hört, fehlt auch noch "Orange Blossom Special". Schade, schade, sowas von schade -- aber ich will nicht meckern, das steht mir nicht zu bei einem dermaßen genialen Album.
"At San Quentin" gehört zu den besten Live-Alben aller Zeiten, und aufgrund seiner ungeschönten Atmosphäre ragt es, zusammen mit "At Folsom Prison", sogar nochmal heraus.
Und weil's gar so liebevoll gemacht ist: Auch das Booklet zur Neuausgabe hat's in sich; es enthält jede Menge Erinnerungen der damals Beteiligten, niedergeschrieben im Jahr 2000. Die Atmosphäre von damals dringt hier noch durch: Merle Haggard, damals selber Häftling, kommt ebenso zu Wort wie June Carter oder Lou Robin; ihre Erinnerungen machen klar, welch ein Drahtseilakt dieses Konzert eben auch war: "[The Chief of Security] pointed out that if [...] the situation got out of control, those hundred guards or even another hundred would'nt be able to do much." June Carters Erinnerungen klingen intuitiver, treffen die Situation aber vielleicht noch besser. Und Johnny Cash selber erklärt u.a., wie es zu seinem berühmten Mittelfinger-Foto kam.
Fünd(zig/-hundert/-tausend...) Sterne
Hi, I`m Johnny Cash ! (30. März 2006)
Nice Nice Nice !Ich sah den Film "Walk the Line" und kann nun mit den Kommentaren auf der CD einiges anfangen.
Die Stimmung ist einmalig, steht immer auf des Messers Schneide. Den einzigen mißmutigen Punkt muss ich auch bei den Schnitten angeben, da diese teilweise doch sehr abrupt "rüberkommen". Aber das ist keinen Sternabzug wert :)
Daher 5 Sterne für dieses Album !




