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Music from Big Pink gehört zu den wenigen Alben, die die Rockwelt ins Rotieren brachte. Auf dieser Platte, die 1968 auf dem Höhepunkt der psychedelischen Revolution erschien, vermieden die fünf Mitglieder von The Band (gemeinsam mit dem Produzenten John Simon) verschlungene Umwege und entschieden sich für einen Weg, der eher "down to earth" war. Wah-Wah Pedale und Tonband-Loops sollten wieder Geigen und Mandolinen Platz machen. Es ist die demokratischste Leistung der Gruppe (Robbie Robertson sollte bald zum Sprecher des Ensembles avancieren), denn die elf Songs dieses Debüts kamen von Robertson, dem Bassisten Rick Danko und dem Pianisten Richard Manuel, der zwei Songs beisteuert und an dem schmerzlichen Auftakt "Tears of Rage" mit Bob Dylan beteiligt war. Manuels Rolle sollte sich von diesem Punkt an reduzieren, und die ausgleichende Wirkung, die er in das Quintett einbrachte, wurde schon bald schmerzlich vermisst. Viele werden argumentieren, dass das Album The Band, das auf Music from Big Pink folgte, ihren Erfolg krönte. In Wahrheit ist jedoch Music from Big Pink das reinste Konzentrat der Band und deren allerbeste Aufnahme. Diese digital bearbeitete Neuauflage wurde großzügig erweitert und umfasst neun Tracks als Zugabe mit einer Rarität von Robertson als Highlight ("Ferdinand the Imposter") und einer Version von "If I Lose" der Stanley Brothers. --Steven StolderKundenrezensionen zu 'Music from Big Pink'
Big Pink gehört mit zu den Rockklassikern aller Zeiten (21. November 2004)
Big Pink gehört mit zu den Rockklassikern aller ZeitenDieses Album ist zusammen mit seinem Nachfolger The Band-The Brown Album, der noch besser ist, ein Meilenstein in der Rockgeschichte. Es verbindet die traditionellen, amerikanischen Musikrichtungen wie Country, Blues, Folk und Rock (a lot of Hill Billy stuff, wie George Harrison sagte) und macht daraus die schönsten Lieder aller Zeiten.
The Band, die in der Rolle als Begleitband Bob Dylan's bekannt wurde, tritt mit Music from big pink mehr als aus seinem Schatten, wenngleich er bei diesem Album an drei Songs mitgeschrieben hat.
Die Musik klingt ehrlich gemacht, mit absoluter Begeisterung gespielt und sie beherrschen alle ihr Instrument auf perfekte Weise. Und sie haben das, was ausser ihnen vielleicht nur noch die Beatles hatten: der mehrstimmige Gesang. Die drei Sänger Helm, Manuel und Danko haben einzigartig, individuell klingende Stimmen, hört sich aber zusammen noch schöner an.
Levon Helm spielt ein Schlagzeug aus Holz, um den Sound der Band genau zu treffen, Richard Manuel spielt Klavier, Rick Danko ist Bassist, Robbie Robertson Gitarrist und Garth Hudson am organ und Saxophon kreiert teilweise unbeschreibliche Soundeffekte (I shall be released).
Jedes Lied ist großartig, wenngleich ich mir die ersten vier Lieder doch öfter anhören musste, um sie zu lieben. Nummer fünf ist für mich der beste Song aller Zeiten: THE WEIGHT. Der beste Refrain aller Zeiten, tolle Strophe mit interessantem Text, eine wunderschöne Melodie. Bei dem fröhlichen We can talk beeindruckt vor allem der schon angesprochene Gesang der Band, der hier abwechslend, dann durcheinander geht, es aber perfekt klingt. Das bekannte Chest Fever mit Garth's gewaltigem Orgelintro ist zu Recht ein ständiger Rocksong in ihrem Livereprtoire gewesen. Mir persönlich gefällt Manuel's trauriges Lonesome Suzie noch sehr gut, auch der Alternate Take. Und zum Abschluss Dylan-Danko- und ein Dylan-Song, neu und einfallsreich umgesetzt.
Dieses Album ist Pflicht für jeden Musikfan.
Klassiker! (29. April 2004)
Für mich eines der schönsten Alben aller Zeiten, mit den sicherlich lyrischsten Aufnahmen der Band. Hier hatte Richard Manuel, für mich die Seele der Band, seine stärksten Momente.eines der wenigen, wahren 5 STERNE Alben (31. Juli 2003)
Nachdem The Band einen Sommer lang zusammen mit Bob Dylan im Basement von Big Pink musiziert und Songs geschrieben hatte, sah man sich 1968 reif genug, ein eigenes Album aufzunehmen.Drei Songs, die in diesem Sommer von 1967 entstanden waren, fanden sich auf dem fertigen Album, Music From Big Pink:
Tears of Rage (Richard Manuel / Bob Dylan), This Wheel's On Fire (Rick Danko / BD) und I Shall Be Released, das Bob Dylan für Richard Manuel, den Pianisten der Band, geschrieben hatte.
TEARS OF RAGE, eine Ballade, die jeden Moment zu stoppen scheint, eröffnet das Album mit einer der mitreissendsten Gesangsperformances von Richard Manuel. Das Lied behandelt das Auseinanderdriften der Generationen von einem elterlichen, versöhnlichem Standpunkt. Sowohl Tempo als auch Thema des Songs zeigten, dass The Band eine völlig gegensätzliche Richtung zur damaligen musikalischen Entwicklung einschlagen sollten.
TO KINGDOM COME gehört zu den wenigen Band-Werken, die von Gitarrist Robbie Robertson gesungen wurden. Dazu gibt es ein kleines, aber feines, Gitarrensolo.
IN A STATION zeichnet wunderbare Bilder von der Natur, die Big Pink umgibt und lässt durch die Gestaltung des Harmoniegesangs auch einen leichten Einfluss der Beatles durchschimmern.
CALEDONIA MISSION wird vom Piano vorangetrieben und von Richard Manuel mit wunderbarem, wortlosen "Gesang" begleitet.
THE WEIGHT. Dieser majestätische Song gehört wohl zu den bekanntesten von The Band und beinhaltet alle Aspekte, die The Band auszeichneten: Selten klang eine Bassdrum besser, Garth Hudson veredelte den Refrain mit zauberhaften Pianoläufen und die Stimmen von Levon Helm, Rick Danko und Richard Manuel harmonieren auf völlig natürliche Weise miteinander.
auch WE CAN TALK fasziniert vor allem durch das Spiel der drei Sänger und gehört zu meinen persönlichen Favoriten.
LONG BLACK VEIL, ein Coversong, der sich stilistisch wunderbar in das Gesamtbild einfügt und wieder mit einem hervorragendem Gesangspart von Rick Danko glänzt
CHEST FEVER bildet einen weiteren Höhepunkt des Albums. Das Intro bestätigt Garth Hudson als einen der besten Keyboard Spieler überhaupt. Das Intro wurde bei Liveauftritten häufig auf mehrere Minuten gedehnt. In dieser Studiofassung ist es an Bach's Toccata und Fuge in d-moll angelehnt. Im Song selbst steckt eine ungeheure Energie, die nur in der Mitte unterbrochen wird. Für kurze Zeit wird Chest Fever dann von verstimmt klingenden Geigen und Bläsern dominiert.
LONESOME SUZIE gehört zu den wenigen "Liebesliedern" der Band und wieder einmal verzaubert Richard Manuel mit einer Falsett-Gesangsperformance.
Die Version von THIS WHEEL'S ON FIRE kann meiner Meinung nach leider nicht mit der Urversion von den Basement Tapes mithalten. Andere Bands jedoch wären stolz, jemals ein Lied dieser Qualität aufzunehmen. Garth Hudson steuert wieder bizarre Orgelparts bei und Rick Dankos leicht heisere Stimme verleiht dem Song zusätzliche Glaubwürdigkeit.
I SHALL BE RELEASED schließt das Album mit einer nachdenklichen Note ab. Mit minimalistischer musikalischer Begleitung lässt Richard Manuels Falsettstimme das Album elegant ausklingen.
Auf dieser Veröffentlichung befinden sich noch neun Bonustracks. Interessant davon sind vor allem die schnellere Version von Lonesome Suzie und der Demo-Song Ferdinand the Imposter. Yazoo Street Scandal, Katie's Been Gone, Long Distance Operator und Orange Juice Blues finden sich in gleichen oder ähnlichen Versionen auf THE BASEMENT TAPES.
Alle 11 Songs des Albums befinden sich auf höchstem Niveau. Einige der Songs sind wahre Meisterwerke, die anderen Kleinode, die jedoch qualitativ nicht im Geringsten von den anderen abfallen. Musikalisch arbeitete The Band absolut gegen den damaligen Trend. Auf Effekte wie Wah-Wah, Echo usw. wurde weitgehendst verzichtet. Dafür fanden Instrumente wie Mandolinen, Pianinos und Fiedeln ihren Weg zurück in die Musik. Mit Einflüssen aus Gospel, Bluegrass, Folk und Rock'n'Roll gehören The Band zu den Gruppen, die 1968 den kommenden Roots-Rock Trend auslösten und mit Music From Big Pink und ihrem zweiten Album, THE BAND, steuerten sie zwei der wichtigsten Alben der Musikgeschichte bei.
Eine vergangene Ära (11. Mai 2003)
Auf den Fotos sahen die Musiker aus, als wären Sie früheren Zeiten entsprungen, Hinterwäldler mit Bärten. Aber sie sind musikalisch durch die harte Schule des Rock`n`Roll gegangen, tourten mit dem berüchtigten Ronnie Hawkins durch Kanada.Mit diesem ersten Album stellten sich alle Musiker in den Dienst einer Sache, nämlich des Songs. Hier findet man keinen Ton zu viel, aber was gespielt wird scheint genau richtig. Leicht hätten Virtuosen wie Robbie Robertson und Garth Hudson sich durch Soloexzesse in den Vordergrund spielen können, dass Ensemblespiel (und -gesang) bleiben jedoch im Vordergrund.
Jeder einzelne Song erzählt eine Geschichte, besonders die Stimme von Richard Manuel lässt einem eine Gänsehaut entstehen.
Die Musik passte ebensowenig in die psychedeliche Zeit der Mitt-/Endsechziger wie in die heutige, sie hat keine überdrehten Soundeffekte und keinen stampfenden Beat. Aber die Songs und die Arrangements sind einmalig, sie bieten eine erste Definition des einzigartigen Sound von THE BAND.
Nicht umsonst wurde diese Musik für Eric Clapton richtungsweisend, als er unter dem Einfluss von BIG PINK seine Band CREAM auflöste.
Ein Minus, das allen THE BAND Alben anhängt: die Klangqualität ist auch remastered ziemlich muffig. Andererseits könnte ein brillanter Klang auch das Gesamtkunstwerk zerstören.
Anspieltipps: THE WEIGHT - CHEST FEVER - I SHALL BE RELEASED





