MIU Album / L.A. (Light Album)

Verkaufsrang: 130291 (Musik)
Artist: the Beach Boys
Audio CD
EAN: 0724352795024
Format: Original Recording Remastered
ListPrice:
Anzahl Medien: 1
Verlag: Capitol (EMI)
UPC: 724352795024
Preis: EUR 6,01

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Kundenrezensionen zu 'MIU Album / L.A. (Light Album)'

...teilweise gar nicht schlimm. (21. Mai 2006)

Als Fan lässt man sich ja so einiges zumuten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch mit dem LA (Light Album) beginnen: Eine Zumutung auch für, was die Beach Boys in den 70ern betrifft, gebeutelte Ohren. Es beginnt mit einem winzigen Lichtblick, Good Timin`, das einzige, was auf diesem Album halbwegs akzeptabel klingt, wenn man nicht gerade einen Fahrstuhl oder ein Kaufhaus sein zweites Zuhause nennt. Danach geht es nur noch weiter bergab: Al Jardines Lady Lynda bleibt zwar noch irgendwie so im Ohr kleben, aber das will man so irgendwie auch gar nicht, weil es irgendwie wie eine zweitklassige Zombie-Version von Barry Manilow auf Valium klingt. Der Rest ist dann einfach nur noch belanglos, ich möchte sagen seelenlos und trieft teilweise geradezu vor Schmalz (Good Timin` zwar auch schon, aber eben noch auf nette Beach Boys Art). Die verbreitete Redensart Willst du deine Freunde langfristig vergraulen, spiele ... von den Beach Boys" trifft auf das LA (Light Album) aus meiner Sicht komplett zu. Auch der von mir vielverehrte Dennis reißt mit seiner markant zerstörten Stimme bei einigen Songs nichts mehr heraus, da ihnen einfach jegliche Substanz fehlt. Das sind nicht mehr meine Beach Boys, so tolerant ich auch bin! Sumahama! Man muss Mike Love nicht unbedingt hassen, um diesen Beitrag als für vollkommen minderwertig zu befinden. Den absoluten geschmacklichen Tiefschlag bildet aber eindeutig die folterhaft-lange Discoversion von Here Comes the Night. Während Holland für mich bislang nur die größte Enttäuschung von den Beach Boys war, ist das LA (Light Album) hingegen schon fast eine Frechheit, und sollten (und alles deutet darauf hin) die Alben aus den 80ern dann noch bodenloser sein, werde ich sie weiterhin tunlichst meiden.

ABER nun: Als langjähriger Anhänger der Jungens habe ich die Beach Boys-Sachen nach 1973 erst vor kurzem für mich entdeckt. Nach den Kritiken habe ich beispielsweise beim MIU-Album das Schlimmste erwartet, wurde aber angenehm überrascht. Alle Hinweise darauf, was andere Musiker zu jener Zeit so gemacht haben, sollte man einfach mal außer Acht lassen: die Beach Boys waren eben damals schon retro, und das ganz charmant. Zwar besteht zugegebenermaßen ein gewisser Teil des Albums aus flotten Füllern wie den Covers Peggy Sue oder Come Go With Me, die aber niemandem wirklich weh tun. Dazwischen glänzen jedoch einige Perlen hindurch, die ich ohne weiteres auf eine Beach Boys Best of packen würde: Der Opener She`s Got Rhythm ist ein Smasher, der Brian endlich wieder zum (wenn auch etwas nikotingeschädigten) Falsetto bringt und auch auf einer Prä Pet Sounds Scheibe hätte zu finden sein können (und wenn Brian 1977 eine Platte mit den Worten beginnt Last night I went out disko dancing", bekommt das schon eine ganz eigene Note). Hey, Little Tomboy ist ein niedliches Liedchen, das, soweit mein Englisch reicht, alles andere als politisch korrekt ist. Pitter Patter ist eine Stampf-Nummer, wie man sie auch um 68 von den Beach Boys hätte hören können und Match Point Of Your Love (ja, ein Lied über die Liebe und Tennis) ist meine neue Easy Listening Hymne. Was ich an diesen und anderen Songs auf dem MIU-Album so mag ist, dass sie von Witz und einem gehörigen Maß an Selbstironie zeugen: Mit einem Augenzwinkern kopieren die Boys sich perfekt selber. Die Produktion ist dabei ohne unnötige Synthesizer-Schocks etwas gefälliger als beim Love You-Album. Tief- und Höhepunkt von MIU zum Schluss: Für das von Al Jardine gesungene Winds of change gilt uneingeschränkt all das, was ich vorhin schon zu Lady Lynda geschrieben habe. Völlig hin- und weggerissen hat mich hingegen Brians herzerweichende Ballade My Diane, gesungen von Dennis. Schon allein das ist mir vier Punkte wert.

Mein Fazit: Das LA (Light Album) bleibt für mich indiskutabel. Das MIU-Album kann man gut hören, wird dabei nett unterhalten und an einigen Stellen kann man insbesondere Brian ein Lächeln nicht verwehren. Für Fans ein Muss, zumal bei dem Preis, alle anderen lassen es lieber.

In the middle of nowhere! (25. April 2002)

Sounds verändern sich, man kann nicht erwarten, daß eine Band immer gleich (gut) klingt. Aber in jeder Phase hatten die Beach Boys etwas zu bieten, ob in den kommerziell erfolgreichen Anfangszeit bis hin zu "Pet Sounds" (dem Überhammer), ob danach, als sie mit Smiley Smile Schiffbruch erlitten und in der folgenden Erholungsphase trotzdem immer wieder erfreuliche Kleinode der Musikkunst einspielten oder auch nach dem Wechsel des Labels anfang der 70er, wo die anderen Bandmitglieder neben Mastermind Brian zur Höchstform auflaufen, ja sogar bei ihrem Come back in den 80ern - es war immer was dabei!
Enttäuschend dagegen das hier im Doppelback erhältliche M.I.U.-Album/L.A.-Light Album. Zugeständnisse an die Disco-Ära (Here Comes The Night II entstaubt von der Platte "Wild Honey") und Mike Loves Liebe fürs Fernöstliche (zB Kona Coast, Sumahama) fließen ein, ohne großen Eindruck zu hinterlassen. Mit Covers wie "Peggy Sue" versucht man, an 15 Big Ones anzuschließen und obwohl solcher Versuche der Strandjungs immer interessant sind und auch erfreulich klingen reißen sie die CD auch nicht heraus (Tipp: John Lennon's "Rock'n'Roll" nimmt sich ein paar Jahre vorher ua auch dieses Titels an und ist wirklich empfehlenswert), genausowenig wie das wieder einmal durchaus gelungene Arrangieren eines Traditionals ("Shortenin' Bread"). Aus der Menge von Durchschnittlichem auf M.I.U. und sogar Langweiligem auf LA-Light Album stechen "Pitter Patter" und vor allem "My Diane" hervor (das allein den 3. Stern begründet). Eine Perle, fallengelassen von Brian und meisterhaft in Szene gesetzt von seinem Bruder Dennis! Das klagende "Everything is wrong and nothing is right/I want you back with all of my might" klingt so einfach und läßt doch die Gefühle lebendig werden!
Trotzdem, wer nicht gerade alle Veröffentlichungen der Beach Boys haben will, ist besser mit den vorhergehenden Werken der Band bedient!

dkb.de

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