Verkaufsrang: 2101 (Video)
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Binding: Videokassette
EAN: 4014270013253
Format: PAL
Label: Komplett Video
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Komplett Video
Verlag: Komplett Video
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2000
Spielzeit: 50
Studio: Komplett Video
TheatricalReleaseDate: 2000
Preis: EUR 9,90
Aus der Amazon.de-Redaktion
Auf seinen Exkursionen in die Prähistorie treibt den Anthropologen Richard Rudgley vor allem ein Anliegen um: Er möchte beweisen, dass unsere Vorfahren, die während der Eiszeit und der Steinzeit gelebt haben, viel smarter, intelligenter und innovativer waren, als wir gemeinhin annehmen. Er geht sogar noch weiter: Alle technologischen und sozialen Errungenschaften unserer modernen Zivilisation basieren laut Rudgley auf den Leistungen der Menschen, die älter sind als die zirka 6.000 Jahre, die unsere Geschichtsschreibung umfassen.Um diese These zu untermauern, unternimmt er eine imposant eloquente und äußerst lehrreiche Weltreise, bei der er viele Prähistoriker und Anthropologen rund um den Erdball nach ihren Erkenntnissen und ihrer Meinung befragt. Die Handkamera hängt ihm dabei immer im Nacken, ob er die gewaltigen Steinblöcke von Stonehenge umrundet, in den verschneiten Alpen auf den Spuren des "Ötzi" wandelt oder sich auf der Suche nach Wandmalereien durch eine enge Höhle am Fuße der Pyrenäen quetscht. Nie ist er dabei um eine Erläuterung der vorgefundenen Artefakte verlegen. Rudgley deutet gravierte Knochen als Vorläufer unserer Uhren, zeigt uns, dass die Erfindung der Perspektive in der Malerei lange vor der Renaissance erfolgte. Wir erfahren etwas über den Ursprung der Sprache, die ersten Werkzeuge und Waffen, die Erfindung des Feuers, die Ursprünge der Medizin sowie frühe Totenkulte und Religionen. Und obschon sich Rudgley mit einer Zeit beschäftigt, die als archäologische Dürreperiode gilt, gelingt es dem Film mit moderner Kameratechnik, vielen Tricks und Effekten, die wenigen Relikte überaus spannend in Szene zu setzen. Ein wenig frische Video-Clip-Ästhetik tut den prähistorischen Ruinen, Grabmalen, Schädeln und Faustkeilen sichtlich gut.
Waren die Neandertaler wirklich die ungehobelten Halbaffen, für die wir sie halten? Funde in Portugal, wo vor 30.000 Jahren die letzten Neandertaler neben Homo Sapiens lebten, zeugen jedenfalls von Begräbnisritualen und Gemeinschaftssinn. Haben sich diese Wesen mit den ungeschlachten Schädeln gar mit Homo Sapiens vermischt? War Homo erectus ein Affe mit menschlichen Zügen, oder war er schon vor einer Million Jahren in der Lage, Seereisen zu unternehmen? Am Ende verliert sich die Zeitreise des Richard Rudgley im Nebel. Und die Moral von der Geschicht? Der Gang der Zeit bedeutet nicht immer Fortschritt. Unsere moderne Zivilisation fußt auf den grob behauenen Klötzen der Steinzeit. Und deshalb schulden wir unseren Vorfahren allemal Respekt. --Frank Kukat
