Aus der Amazon.de-Redaktion
Das müssen komische Tage gewesen sein, als sich Ugly Duckling 1993 in Long Beach/L.A. gründeten. Um sie herum dröhnte aus den Ghettoblastern Gangsta-Rap und Stars wie Dr. Dre oder Snoop Doggy Dogg ernten mit -- in sonnigen P-Funk-Beats verpackten -- fragwürdigen Texten Millionen. Andy, Dizzy und DJ Young Einstein sind nicht nur Weiße und damit ohnehin schon Exoten im HipHop-Zirkus, sie führen sich obendrein noch wie komplette Dropouts auf. Das Trio ist Oldschool pur, der Bandname "Hässliches Entlein" drückt ganz direkt aus, dass sie weder zur Masse gehören noch gehören wollen. Dabei soll diese Haltung nicht als Arroganz verstanden werden, sondern als Statement.Schon das Cover ihres, nach dem fulminanten Debüt Fresh Mode, zweiten Albums Journey To Anywhere macht klar, dass sich Ugly Duckling zum HipHop der Vergangenheit hingezogen fühlen: Eine im Comicstil gezeichnete Zeitmaschine zeigt auf dem "Yearometer" als Reiseziel die Achtziger an. Die Helden heißen A Tribe Called Quest, De La Soul oder The Pharcyde, aber Ugly Duckling sprechen trotzdem eine eigene HipHop-Sprache. Die Lockerheit und der Spaß in den flüssigen Reimen wird durch wunderbar klare, federnde Beats nicht nur transportiert sondern noch verstärkt. DJ Young Einstein verfügt über ein bestechendes Gefühl für locker schwingende Grooves, die selbst durch Scratcheinlagen und jazzige Breaks nicht aus dem Fluss kommen. Bemerkenswert ist dabei, dass die B-Boys das Niveau über das komplette Album halten und kein einziger Track abfällt. Sehr stimmig und konsequent, diese Platte, die in den Kreis der Klassiker gerufen werden könnte. --Sven Niechziol






