Kundenrezensionen zu 'Confrontation'
Bob Marley's "Confrontation: Reggae vom Feinsten (9. Juni 2006)
Was das Hintergrundwissen angeht gibts bei meinem Vor"gänger" nicht viel auszusetzen, allerdings weise ich dem Album gegenüber eine etwas andere Meinung auf. Ich finde es ist eine der schönsten Platten, die Songs passen alle zusammen und sind allesamt von dieser tollen mitreißenden Atmosphäre durchzogen, die ich am Reggae von Bob Marley so besonders zu schätzen weiß. Sie sind abwechslungsreich und dennoch wirken sie wie aufeinander abgestimmt. Besonders der Song "Buffalo Soldier" ist einer der besten überhaupt, mit genialem Text, ebenso begeisternder Melodie und einfach wundervollem Sound. Er ist auch in einer Longversion vorhanden, die ihn sehr besonders macht.Im Vergleich zu z.B.: "Exodus" besticht dieses Album mit teils fröhlicheren Songs, die noch viel mehr Power haben und so gradezu dazu auffordern sich zu bewegen. Songs wie "Chant down Babylon", der schon erwähnte "Buffalo Soldier", "Black Man Redemption" und "Jump Nyabinghi" sind absolute Ohrwümer, wobei man die restlichen dabei eigentlich nur schwer außen vor lassen kann.
Für Fans und Einsteiger absolut empfehlenswert!!! "Confrontation" ist das Album, dass mich zum absoluten Bob Marley Fan werden und mich für den Rastafari Glauben interssieren ließ. Einfach gesagt: gute Laune Reggae mit Message vom Besten aus dieser Branche.
Chant Down Babylon (28. November 2004)
1983, Zwei Jahre nach Bob's Tod erschienen, weist diese Platte Material vom Jahre 1976-1980 vor.Zwar gibt es auch einige Songs, die 1980 aufgenommen worden sind. Aber genau diese Songs entstanden, als die Songs für Uprising zusammengestellt worden sind. Es sind also keine "neuen" Songs die für das kommenden Album entstanden sind und so kann man nicht unbedingt davon ausgehen, das irgendein Song für den letzten Teil der mit der "Survival" der darauf folgenden "Uprising" (nichtvollendeten)Triologie entworfen wurde.
Gemessen an den anderen Alben, die bei Island Records erschienen sind, schwächelt das Album etwas. Es kann daran liegen, dass die Songs aus verschiedenen Epochen stammen und die sich nicht unbedingt ineinander einfügen. Bei anderen Alben wie z.B. "Kaya" oder "Survival" gab es immer ein bestimmte Stimmung, die das ganze Album ausmachte und repräsentierte. Ganz krass fällt hier der Unterschied, zwischen "Mix Up, Mix Up" und dem direkt nachfolgenden Song "Give Thanks" auf.
Den Song "Mix Up, Mix Up" nahm Bob im Studio mit Gitarre als 25 minütiges Demo auf. Für das Album wurde der Song stark gekürzt und technisch überarbeitet. Ich glaub Marley hätte diesen Song so nicht abgesegnet und veröffentlicht.
Der angesprochene Song "Give Thanks" ist voller Dank und Hingabe zu Jah. Selbt in den schlimmsten Momenten seines Lebens ist es Gott, der ihm aus diesen Situationen führen konnte ("...When my soul was hurtin' deep within..." ). Eine ähnlich Stimmung verkörpert der Song "I Know". Während der Gemütszustand bei "Give Thanks" eher erleichternd und tröstend wirkt, hat "I Know" fast was heftiges. Es ist so als würde man einen Bob hören, dessen Seele sich auf einer stürmischen See befindet (genauso wie im Song beschrieben).
Marley spricht mit "Stiff Necked Fools" diejenigen persönlich an, die sich von den Einfachen Sachen des Lebens abgewandt haben und stattdessen der Eitelkeit frönen. Die Stiff Necked Fools (ein halsstarriger Idiot, der sich unbeachtet von der Wahrheit abwendet) wissen nicht mal von ihren Fehlern und fahren mit ihrer Lebensweise fort. Beachtlich ist das Ende des Songs (.."But I don't wanna rule ya! I don't wanna fool ya! I don't wanna school ya..") wo er den Stiff Necked Fools mitteilt, er werde keine weitere Minute investieren ihnen das Richtige zu lehren. Die Rolle des Wegweisers und Mahners wird er in Zukunft nicht mehr übernehmen. Zu oft blieben seine Worte bloß Worte und blieben ungerührt sprich es folgten nicht die Taten, die er sich erhoffte.
Wenn die I-Threes (Backingvocals), die Band etwas schwächelt, so ist Einzig und Allein Bob der Star des Albums. Hochpoetische Texte bieten hervorragende Marleyske Songs.
Das Cover ist übrigens auch schön. Marley auf einem Schimmel sitzend, ersticht er den bösen Drachen, ohne Reue zu empfinden wie man an seinem Lächeln sieht. Der Drache ist natürlich Metapher für Babylon (Mutter allen Bösen).
Kleines Detail: Neville Garrick zeichnete dieses Bild. Besonders Interessant ist die Schlaufe am Zeh. Ein kleines Indiz, dass Marley's Krebs dort begann. Hätte er sich im Jahre 1978 seinen Fuß amputieren lassen würde er noch leben. Während eines Fußballspiels brach sich Marley den Zeh. Als dieser nicht heilen wollte rieten ihm Ärzte zur amputation, weil sich bereits Krebszellen in seinem Körper befanden. Dieser lehnte aus religiösen Gründen ab, da es im Rasta Glauben einer Verstümmlung gleich käme.






