Kundenrezensionen zu 'Survival'
Roots natty roots natty (5. August 2007)
'Survival' ist das erste Album, das die Wailers im eigenen TUFF GONG-Studio in Kingston, Jamaika einspielten, und das hört man. Das Album ist einfach und schlicht aufgenommen, noch ist Errol Brown nur als Assistant an den Reglern und sicher wäre in der Produktion mehr möglich gewesen. Auch das digital remaster verändert da nichts. Doch das Album ist schön: ruhiger, melodischer roots-Reggae mit politischen Texten aus einem Guss. Die Melodien sind durchweg nicht trivial, wie bei einigen Ausrutschern auf Alben zuvor. Mein Favorit bleibt 'One drop'. Doch auch die anderen Songs sind schön. Keines der Lieder ist übrigens auf der 'Legend'-Compilation. Ride natty ride.Black Surviors (12. Februar 2005)
Die meisten werden keinen einzigen Song aus dieser LP woanders gehört haben. Anders wie z.B auf der Exodus, Kaya oder Uprising, wo einige Reggae Neulinge, den einen oder anderen Song irgendwo mal gehört haben. Was mir besonders gut gefällt, ist dass er nicht auf Teufel und Verderb einen Lovesong auf dem Album gequetscht hat, nur damit es abwechslungsreicher wird. Übrigens war die Survival das erste Album was Bob in seinem neu gebauten eigenen Studio "Tuff Gong" aufnahm. Es sollte übrigens der Auftakt seiner nie vollendeten Triologie werden.Black Survivors, wie es eigentlich zuerst heißen sollte, wurde im Jahre 1979 veröffentlicht. Textlich gesehen, wahrscheinlich Bob's bestes Album. Marley spukten verschiedene Themen im Kopf. In etwa die afrikanische Einheit oder die Auflösung kolonialer Herrschaft, wie man z.B. auf "Africa Unite" hört oder auf dem fast hellseherischen Song "Zimbabwe" (am 18. April 1980 wurde Zimbabwe tatsächlich unabhänigig und Marley selbst trat bei der Unabhängigkeitsfeier in Zimbabwe auf).
Der komplexeste Song und heimliche Star des Album ist Babylon System. In dem Song steht das herrschsüchtige System Babylon(eine Metapher für das kapitalistische System) gegenüber dem bescheidenen Volk. Einem Beobachter wie Marley, konnte das System nichts vormachen, denn seiner Auffassung nach sind Babylons Wohltätigkeiten nichts mehr als bloß eine Fassade. Wenn also Babylon wohltätiges tut und z.B. Kirchen und Universitäten baut, tut sie es um die Menschen zu blenden und von Korruption und hinterhältigen Machenschaften abzulenken. Anstatt, dass man dem Volk, oder wie hier in dem Song erwähnt, den Kindern, die Wahrheit lehrt, werden Diebe und Mörder gezüchtet. "Babylon System is a Vampire": das System ist eine gefräßige, fiese Kreatur, die nur vom Blut der Unschuldigen Menschen lebt.
"Ambush In The Night" geht an seine Widersacher, die im Jahre 1976 auf ihn geschossen haben und nie gefasst wurden. Bob behauptete aber immer wieder er wisse wer es war und bedauere, dass sie käuflich waren und soweit gingen auf ihn zu schießen. Er verurteilt also nicht die "Brüder" die auf ihn geschossen haben, sondern diejenigen, (Marley war sich sicher, dass der Anschlag politisch motiviert war) die sie angezettelt haben auf ihn zu Schießen.
Marley wusste immer wo er sein Augenmerk hinlenken sollte und kannte die empfindlichen Wunden jeden korrupten Regimes. Einst machte er sich mit der Textzeile "Rasta Don't Work For No CIA" (aus dem Song Rat Race auf dem Rastaman Vibration Album) unbeliebt und auch hier legt er seinen Finger auf Wunden, die sicherlich schmerzlich waren. So lautet eine Textzeile im Song "Zimbabwe" We'll have to fight (we gon' fight), fighting for our rights!
Auch die restlichen Songs des Albums wie z.B. One Drop, Africa Unite und Top Ranking zählen zu den Highlights der MarleyKompositionen und glänzen voller musikalischer Genialiät und textlicher Brillanz. Eine hervorragende Mischung um zeitlose Musik zu machen.
Fazit: Marley's afrikanischstes Album. Bereits das Cover ziert die Flaggen aller unabhängigen afrikanischen Staaten. Ein Konzeptalbum vom Feinsten. "Black Consciousness" und afrikanische Einheit stehen an oberste Stelle aber auch die weltweite Problematik wird nicht außer Acht gelassen.
Bildlich gesehen beschreibt sie Bob sehr gut im Song "So Much Trouble In The World" wo folgende Textpassage fällt:"Now We're sitting on a time bomb" und tatsächlich hat sich bis heute nicht viel geändert. Die Mennschheit sitzt auf einem Pulverfass welches jederzeit hochgehen kann und jede Existenz komplett auslöschen wird. Das beweist dass Marley's Thematik zeitlos ist und vielleicht sogar heute noch wichtiger ist denn je.
Während man mit dem Song "So Much Trouble In The World" eher nachdenklich in das Album reinkommt, verlässt man eher positiv gestärkt das Album mit dem Song "Wake Up And Live". Ein Song der vor allem die Jugendlichen ermahnt, nicht seine Hoffnungen und Träume aufzugeben. Mit Bläsern und einem Bob Marley, die stark an James Brown Soul Nummern erinnern. Ein traumhafter Abschluss und man ist genötigt für dieses Album einen ganz speziellen Aufbewahrungsort zu suchen. Und ich rede nicht von meinem CD/Schallplattenschrank, sondern von meinem Herzen. Denn dort befindet sich dieses Album schon seit langer Zeit - in meinem Herzen.
Legende (8. Mai 2003)
Bob Marley ist und bleibt einer der Größten der Musikgeschichte. Selbst heute, nach über 20 Jahren, sind seine Leider immer noch aktuell. Und dazu kommt, dass sie sich anhören als wären sie gestern erst aufgenommen worden. Die Musik von Bob Marley ist einfach Zeitlos."Survival" zähle ich zu seinen besten Werken, obwohl alle LP's genial sind. Meine Anspieltips wären 'Zimbabwe' und 'Ride Natty Ride'. Aber das Album ist durchgehend gut. Ein Kauf würde sich auf alle Fälle lohnen. Also dann, viel Spaß damit!
TOP CD SURVIVAL!!! (2. März 2003)
SURVIVAL IST FÜR MICH EINE DER BESTEN CD'S VON BOB UND DEN WAILERS ÜBERHAUPT: DIE ZUSTÄNDE IN DER DRITTEN WELT (ZIMBABWE)UND DAS AUFFORDERN ZUM ZUSAMMENHALTEN DER STAATE AFRIKAS (AFRICA UNITE) WIRD MUSIKALISCH ERSTKLASSIG DAGESTELLT!!!GEHEIMTIP: RIDE NATTY RIDE!! AUF JEDEN FALL DEN KAUF WERT!!
Nichts für zart besaitete (18. Oktober 2002)
"Survival" ist sicherlich eher etwas für hartgesottene Reggae-oder Wailersfans, wenngleich das Album getrost zum stärksten (und auch wichtigsten!) gezählt werden kann, was die Band je macht hat. Vorbei die Zeiten des "Kaya"-Liebeslieder-Intermezzos, hier geht es ans Eingemachte.Survival ist die musikalische Anprangerung sozialer Misstände in der (Dritten) Welt schlechthin. Hier wird Zimbabwe (ebenso wie Afrika insgesamt) ermutigt und gestärkt und auch mit den Schatten der eigenen Vergangenheit gnadenlos abgerechnet (schließlich gilt das überaus berührende und grandiose "Ambush In The Night" wohl niemandem anders, als den Attentätern, die Marley nebst einigen restlichen Wailers im Winter 1976 schwer verwundeten!). "Survival" wirkt dadurch gleichsam tröstend und verstöhrend bedrohlich. Es sowohl musikalisch und textlich unübertroffen gut und jeden Euro wert, keine Frage. Trotzdem ist es für Leute, die die sanfte und versöhnliche Seite der Wailers lieber mögen, als die unverhohlen politische und kämpferische, wohl eher mit Vorsicht zu genießen.






